Gesellschaft

- Ethnische Gruppen im Kosovo
Neben den beiden Bevölkerungsgruppen der Albaner und Serben leben in Kosovo heute auch Montenegriner, Türken, Bosniaken, Roma, Goranci, Ashkali und Juden.
Während und nach dem Kosovo-Krieg verloren ca. 240.000 Angehörige ethnischer Minderheiten ihren Wohnsitz durch Flucht oder Vertreibung. Nach dem Krieg verbesserte sich die Lage der ethnischen Minderheiten schrittweise.
Heute sind rund 90% der Kosovaren albanischer Abstammung, die Anteile der Minderheiten gehen zurück. Die neue Verfassung garantiert unter anderem umfassenden Schutz der in Kosovo lebenden Minderheiten; eine vollständige Integration steht allerdings bislang noch aus.
Vor allem besteht weiterhin der dauerhafte Konflikt zwischen den Serben und den Kosovo-Albanern. Seine Ursache liegt darin, dass Kosovo ein zentrales Element des religiösen und nationalen Bewusstseins der Serben bildet, aber hauptsächlich von den Albanern bewohnt wird. Im Mittelalter war die Region Kosovo Sitz des religiösen und politischen Zentrums Serbiens. Als jedoch das Osmanische Reich immer weiter in den europäischen Kontinent vordrang und nach der Schlacht auf dem Amselfeld (28. Juni 1389) das Gebiet besetzte, begann die christlich-serbische Bevölkerung schrittweise abzuwandern. Muslimische Albaner zogen in die Region Kosovo ein. Im 20. Jahrhundert stellten die Serben eine ethnische Minderheit dar, während die albanische Bevölkerungsgruppe die absolute Bevölkerungsmehrheit erlangte.
Inzwischen scheint sich zumindest im Süden die Lage etwas zu entspannen: die vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen vom November/ Dezember 2009 ist ein Indiz dafür, dass immer mehr Kosovo-Serben im Süden bereit sind, sich mit den Behörden in Pristina zu arrangieren, auch wenn sie die Unabhängigkeit weiterhin ablehnen.
Quellen:
www.auswaertiges-amt.de


