Gesellschaft

- traditionelle polnische Kleidung
Der polnische Staat war einmal ein Vielvölkerstaat. Ethnische und religiöse Minderheiten − vor allem Ukrainer, Juden, Weißrussen und Deutsche − machten in bestimmten historischen Epochen bis zu einem Drittel der Gesamtbevölkerung aus. Grenzverschiebungen, Vertreibungen, Auswanderungen sowie die Massenvernichtung der Juden während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg haben dazu geführt, dass das heutige Polen ethnisch und religiös weitgehend homogen ist. Die Minderheiten – Deutsche, Juden, Weißrussen, Ukrainer, Roma, Litauer, Russen, Slowaken, Tschechen, Kaschuben, Tataren und Armenier – machen zusammen weniger als 5% der Gesamtbevölkerung aus. Etwa 90% der Bevölkerung sind traditionell römisch-katholisch.
Die Juden in Polen

- Denkmal für die in Czechowice-Dziedzice gestorbenen polnischen Juden
Die Geschichte der Juden in Polen verdient besondere Beachtung. Bereits im 11. Jahrhundert siedelten sich zahlreiche Juden aus Westeuropa auf dem polnischen Territorium an. Im Verlauf der Zeit entwickelten sie spezifische Lebensformen und Traditionen, für die heute der Begriff Ostjudentum steht. Ein wichtiges Merkmal dieser Kultur ist die Vermeidung der sprachlichen Assimilierung, in diesem Fall mit dem Polnischen, und die Benutzung einer eigenen Verkehrssprache, des Jiddischen.
Etwa 3,5 Millionen Juden lebten in Polen vor dem zweiten Weltkrieg. Etwa drei Millionen haben die deutschen Nationalsozialisten im Zuge ihrer Judenvernichtungspolitik ermordet. Ein Teil der Überlebenden ist nach dem Krieg nach Palästina bzw. Israel ausgewandert. Die Angaben zur Zahl der Juden im heutigen Polen schwanken zwischen 8000 und 100 000.


