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Geschichte

Kreuzberg von Siauliai

Die Litauer siedelten bereits um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. im östlichen Ostseeraum. Später ließen sich germanische, slawische und finnische Siedler dort nieder.
Litauische Geschichte ist eng mit der historischen Entwicklung Polens und Russlands verbunden. Der Staat ging aus dem Zusammenschluss litauischer Stämme unter dem Fürsten Mindaugas im 13. Jahrhundert hervor. 1386 vereinigte sich das Großfürstentum Litauen mittels interessengeleiteter Heiratspolitik mit dem Königreich Polen. Die Staatsgrenze umfasste eine ethnisch wie sprachlich heterogene Bevölkerung von Ostslawen, Litauern, Polen, Juden, Deutschen und Tataren. Diese Union wurde um 1569 in eine Realunion mit Polen umgewandelt und stellte eine Art Doppelmonarchie dar. Nach dem Niedergang dieses Staatengebildes und den drei Teilungen des Polnisch-Litauischen Staates (1772, 1793, 1795) wurde das Großfürstentum Litauen von Russland einverleibt.

Der Weg in die Unabhängigkeit

Platz der Unabhängigkeit in Kaunas

Erst nach dem ersten Weltkrieg (1918) erlangte Litauen seine Souveränität. Doch schon 1940 war das Land faktisch gezwungen, sich in die Sowjetunion eingliedern zu lassen, denn dem Expansionsdrang des militärisch überlegenen kommunistischen Nachbarn hatte es nichts entgegenzusetzen.

Im Rahmen des Hitler-Stalin Paktes aus dem Jahr 1939 war Litauen der sowjetischen Einflusssphäre zugesprochen worden. 1941 eroberte die deutsche Wehrmacht Litauen, das jedoch im Sommer 1944 von sowjetischen Truppen zurückerobert wurde und Litauen wurde zu einer Sowjetrepublik. In den Jahren nach 1945 gab es noch Widerstand von bewaffneten Partisanengruppen gegen die sowjetische Herrschaft, der jedoch Anfang der 50er Jahre weitgehend zusammenbrach.

Mit der Liberalisierung der Sowjetunion in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wurde in Litauen erneut der Ruf nach Souveränität laut. Auf die Unabhängigkeits- erklärung vom 11. März 1990 reagierte die Moskauer Zentralregierung jedoch mit wirtschaftlichen Sanktionen, Panzeraufmärschen und Repressionsmaßnahmen. Sie war nicht bereit, die territoriale Integrität der Sowjetunion aufzugeben. 13 Todesopfer waren zu beklagen.  Erst anderthalb Jahre später, am 6. September 1991, gab die machtpolitisch geschwächte sowjetische Führung nach und erkannte die Unabhängigkeit Litauens sowie der anderen baltischen Staaten an.

In den ersten zehn Jahren seiner Unabhängigkeit musste Litauen wirtschaftlich sehr schwierige Zeiten durchstehen. Dadurch war auch die politische Situation im Land und das Parteiensystem eher instabil. Nach der Aufnahme Litauens in die EU im Jahr 2004 hat sich die Lage stabilisiert.


Quellen:

Urdze, Andrejs: Die Rückkehr der baltischen Staaten nach Europa,
In: Der Bürger im Staat  2-3/ 2004, S. 102-107.
www.auswaertiges-amt.de 
www.europa.eu

 

 

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