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Geschichte

1147 von Jurij Dolgorukij gegründet, wurde Moskau politisches und kirchliches Zentrum der Rus. Bald konnte sich Moskau als Hauptstadt eines zunehmend mächtigen russischen Staates etablieren. Im 18. Jahrhundert führte der Zar Peter I. umfassende Reformen in Russland durch. Das Land öffnete sich dem Westen und wurde bald eine europäische Großmacht.


Aufstieg und Zusammenbruch des Sozialismus

Mikhail Gorbatchow

In die Weltgeschichte ging Russland vor allem als erster sozialistischer Staat der Welt ein. Eingeleitet durch die Oktoberrevolution von 1917 etablierte sich hier ein bis dahin noch nicht da gewesenes Gesellschaftsmodell, das zahlreiche Nachfolger (freiwillig und unfreiwillig) fand. Nach 70 Jahren Sowjetherrschaft brach das System des sogenannten „real existierenden Sozialismus“ in Russland zusammen. Das Ende der Sowjetherrschaft leitete Mitte der 1980er Jahre Michael Gorbatschow ein, der damalige Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Obwohl er nur eine Reform des maroden Systems anstrebte, setzte er demokratische und nationale Kräfte in Gang, die schließlich den Zusammenbruch der Sowjetunion und des ganzen Ostblocks bewirkten.

Der endgültige Zusammenbruch der Sowjetunion fand unter der Präsidentschaft Boris Jelzins statt. 1991 wurde Jelzin erster Präsident der Russischen Föderation. Ziel seiner Politik war die Errichtung einer marktwirtschaftlichen Ordnung, dies stieß jedoch auf vehementen politischen Widerstand. Infolgedessen bildete sich ab 1993 das sogenannte „System Jelzin“ heraus, das vor allem durch die Sonderrolle des präsidialen Machtzentrums – Jelzin und ein enger Kreis seiner Vertrauten – geprägt war. Dennoch bildeten sich unter Boris Jelzin demokratische Strukturen, eine marktwirtschaftliche Ordnung und eine freie Presse heraus. Jelzin hinterließ Russland jedoch mit massiven Defiziten im Staatshaushalt, großer Armut in der Bevölkerung und geschwächter internationaler Stellung.

Von Putin zu Medwedew zu Putin

Medwedew und Putin

Nach dem Ende von Jelzins Amtszeit gewann Wladmir Putin im Jahr 2000 in einem Erdrutschsieg die Präsidentschaftswahlen. Hinter der für den Sieg verantwortlichen Kampagne stand eine breite Allianz der Vertrauten und Unterstützer Jelzins.
Unter Putin bildeten sich autoritäre Strukturen politischer Führung heraus, das Parlament verlor mehr und mehr an Einfluss. Jedoch gelang es Putin, Russlands internationale Stellung wieder zu stärken. In den westlichen Ländern wurde die Präsidentschaft Putins stets skeptisch gesehen, seine politische Haltung - unter anderem im Tschetschenienkonflikt - war immer wieder Ursache für Kritik.

International intensivierte Putin während seiner Amtszeit die Beziehungen zum Westen. Diese Annäherung gipfelte nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in Putins Solidaritätsbekundung mit den USA. Allerdings setzte Putin seiner Annäherungspolitik immer wieder selbstbewusst Grenzen: so sprach er sich 2003 vehement gegen den Irak-Krieg aus. Auch die Frage einer Aufnahme Russlands in die EU ist von den Zukunftsplänen der russischen Politik verschwunden. Die Außenpolitik Russlands unter Putin war also sowohl von einer Öffnung hin zum Westen, als auch von klaren Akzentsetzungen für die fortwährende Großmachtstellung Russlands geprägt.

Am 2. März 2008 fanden in Russland neue Präsidentschaftswahlen statt. Faktisch war der neue Präsident Dmitrij Medwedew bereits im Vorfeld ernannt, Putin übernahm den Posten des Ministerpräsidenten. In vielen Staaten kam die Hoffnung auf, die russische Politik könne sich unter Medwedew liberalisieren. Bislang setzte Medwedew zwar eigene Akzente in einigen Fragen, eine große politische Wende blieb allerdings aus. Deutlich ist, dass Putin auch als Ministerpräsident immer noch nationalen und internationalen Einfluss ausübt.

Nach vierjähriger Pause wurde Wladimir Putin am 4. März 2012 zum dritten Mal zum Präsidenten Russlands gewählt, er ist der gegenwärtige Amtsinhaber.


Quellen:

www.bpb.de

 

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