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Wirtschaft

slowenische Ein-Euro-Münze

Bis vor einigen Jahren galt Slowenien als das Land mit dem höchsten Lebensstandard im östlichen Europa. Dies lag insbesondere an einem stabilen wirtschaftlichen Wachstum zwischen 1995-2008, das durch eine offene und international ausgerichtete Wirtschaftspolitik ermöglicht wurde. Die EU bescheinigte Slowenien sogar schon im Oktober 2002 - elf Jahre nach der Unabhängigkeit - eine "gut funktionierende Marktwirtschaft". Am 1. Januar 2007 wurde in Slowenien der Euro eingeführt. Damit hatte das Land eines der wichtigsten wirtschaftspolitischen Ziele erreicht. Slowenien war das erste osteuropäische Mitglied der Eurozone.

Allerdings trafen die Finanzkrise der Jahre 2008/2009 und die nachfolgende Wirtschaftskrise in der Eurozone Slowenien besonders stark. So sank zum Beispiel im Jahr 2009 die Wirtschaftsleistung um fast acht Prozent. Auch 2012 und 2013 gab es wieder einen Rückgang der Wirtschaftsleistung, diesmal um jeweils etwas über 2 Prozent. Eine wachsende Haushaltsverschuldung verstieß gegen die EU-Kriterien von Maastricht. Die Regierung reagierte darauf im Mai 2013 mit einem umfassenden Sparprogramm: Die erhöhte die Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent, kürzte die Gehälter im öffentlichen Dienst um bis zu 5 Prozent und plante die Privatisierung von 15 Staatsunternehmen.

Aktuelle Wirtschaftspolitik

Inzwischen hat sich die Wirtschaft in Slowenien wieder stabilisiert, obgleich die Konjunktur nach wie vor durch die Sanierung der Banken und durch einen verschuldeten Unternehmenssektor belastet wird. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 2016 insgesamt 38,5 Milliarden Euro und verzeichnete damit ein Wachstum von etwa 2,9 Prozent. Dabei gehen die stärksten Impulse vom privaten Konsum aus, der seit 2014 wieder steigt. Diese Entwicklung wird durch eine sinkende Arbeitslosigkeit begünstigt: Slowenien hatte 2016 eine Arbeitslosigeit von 8 Prozent und lag damit leicht unter dem EU-Durchschnitt (8,2%). Die Inflation betrug im gleichen Zeitraum 1,9 Prozent.

Die öffentliche Schuldenquote Sloweniens lag nach OECD-Angaben 2015 bei 97,3 Prozent des BIP. Prognosen zufolge soll diese bis 2018 auf 76,6 Prozent des Bruttoinlandprodukts sinken.

Wirtschaftsstruktur

In Slowenien stellt der Dienstleistungssektor mit 64 Prozent den größten Anteil des Bruttoinlandsprodukts. Die Industrie machte 2016 etwa 33 Prozent aus und die Landwirtschaft folgte mit 2,3 Prozent.  In den vergangenen Jahren wurde auch der Tourismus immer wichtiger. Dies liegt neben den kulturellen und wirtschaftlichen Zentren Ljubljana und Maribor vor allem an den Julischen Alpen, den Höhlen von Postojna und der Küste des Adriatischen Meeres.

Außenhandel

Slowenien verfügt über eine gut entwickelte Exportindustrie und dadurch eine weitgehend ausgeglichene Handelsbilanz. So wurden 2016 Waren im Wert von 26.8 Millionen Euro importiert, wohingegen beim Export 28,8 Millionen Euro umgesetzt wurden. Für den Export am wichtigsten sind chemische Erzeugnisse (18%), Maschinen (12%), Fahrzeuge (12%) und Elektrotechnik (10%).

Der wichtigste Handelspartner für Slowenien ist die EU. Rund zwei Drittel der slowenischen Exporte gingen 2015 in EU-Länder, bei den Einfuhren stammten sogar 75 Prozent aus diesen. Deutschland allein hat einen Anteil von etwa 20 Prozent am slowenischen Außenhandelsvolumen.

Für die kommenden Jahre wird erwartet, dass insbesondere auch die Inlandsnachfrage wachsen wird. Zudem führen steigende Investitionen zunächst zu einer Erhöhung der Importe - wobei diese langfristig wiederum eine wachsende Nachfrage aus dem Ausland generieren werden.

EU-Finanzierung

Slowenien werden im aktuellen EU-Finanzrahmen 2014-2020 etwa 3,07 Milliarden Euro aus dem Struktur- und Investitionsfond der EU zugewiesen, welche das Land abrufen kann. Die Mittel können für Projekte in der Realwirtschaft, für nachhaltiges Wachstum und für Investitionen in Menschen strategisch eingesetzt werden.

Munzinger Online

www.auswaertiges-amt.de

Europa.eu: Slowenien

OECD-data: Slovenia

Republic of Slowenia: Statistical Office

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