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Gesellschaft

Stand: März 2016

In Tschechien haben zum Ende des Jahres 2016 insgesamt 10,58 Millionen Menschen gelebt. Das bedeutet, dass im Land durchschnittlich 132 Menschen pro km² wohnen. Die Zahl der neugeborenen Kinder geht seit Jahren zurück, was auf die demografische Entwicklung zurückzuführen ist. Jedoch ist die Lebenserwartung stetig gestiegen und liegt bei einem männlichen Kind, das 2015 geboren wurde, bei durchschnittlich 76 Jahren (weiblich: 81 Jahre). Seit 2013 wächst die Bevölkerung aber wieder leicht, was insbesondere auf steigende Migration zurückzuführen ist. Der Ausländeranteil betrug 2015 rund 4,4 Prozent.

Minderheiten

Der Anteil der Tschechen an der Bevölkerung liegt laut dem Mikrozensus 2011 bei fast 96 Prozent. Darunter stellen die Mährer mit etwa 3,7 Prozent die größte Minderheit. Obwohl sie eigentlich Tschechen aus dem Landesteil Mähren sind, wurden sie in der Volkszählung 2011 als eigene Nationalität aufgeführt. Dies ist Ausdruck eines starken Regionalbewusstseins der Mährer. Der Anteil der Ausländer an der Tschechischen Bevölkerung liegt derzeit bei etwa vier Prozent, nimmt in den vergangenen Jahren aber stetig zu. Darunter sind Slowaken und Ukrainer (jeweils 1 Prozent), Roma, Deutsche, Polen, Ungarn und Russen. Die Zahl der Deutschen ist seit dem Fall des kommunistischen Systems auf jetzt nur noch etwa 0,2 Prozent geschrumpft - Grund dafür ist die Auswanderung. In Tschechien sind die Rechte der Minderheiten in der Verfassung garantiert.

Roma in Tschechien

Einigen Schätzungen zufolge leben in Tschechien 200 000 bis 250 000 Roma. Das sind circa drei Prozent der Bevölkerung. Im Mikrozensus von 2011 haben allerdings nur 13 500 Menschen ihre Zugehörigkeit zu den Roma angegeben. Laut einer Studie (Slovo 21) haben sie sich vor allem in den strukturschwachen Regionen Nordböhmen, Nordmähren und Schlesiens Ghettos gebildet, in denen ca. 80 000 Roma gesellschaftlich isoliert leben. Um die Situation der Roma zu verbessern, plant die Regierung eine Reihe von Integrationsmaßnahmen, vor allem in den Bereichen Bildung und Arbeitsmarktpolitik.

Im Jahr 2007 hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ein vielbeachtetes Urteil gefällt, in dem er der Klage von 18 Roma stattgab. Derzufolge habe der tschechische Staat den Klägern gleiche Bildungschancen vorenthalten, indem er sie auf eine Sonderschule, statt auf eine Regelschule geschickt habe. Trotz angestoßener Diskussion änderte sich an der Integration der Roma so wenig, dass der UN-Menschenrechtsrat und der Europarat 2013 abermals an die tschechische Regierung appelierten. Auch die Europäische Kommission leitete 2014 ein Verstoßverfahren gegen die Tschechische Republik ein. Darin wird sie beschuldigt, gegen die Antidiskriminierungsrichtline der EU zu verstoßen.

Religion

Tschechien ist weltweit unter den Ländern, die am wenigsten religiös sind. So hat in Tschechien hat beim Mikrozensus 2011 fast jeder zweite Befragte keine Angaben gemacht und 34,5 Prozent der Befragten erklärten, keine Religion zu haben. Die Zahl der Katholiken hat sich im Vergleich zu 2001 nochmals verringert und lag nun bei 1,1 Millionen Menschen (2001: 2,7 Millionen), was in etwa 10,5 Prozent sind. Rund 7 Prozent der tschechischen Bevölkerung glaubt zwar, aber ohne Religion.


Quellen

Fischer Weltalmanach

CIA World Factbook

www.auswaertiges-amt.de: Tschechische Republik

Czech Statistical Office: Data

 

 

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