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Wirtschaft

Automobilindustrie

Von den ehemaligen sozialistischen Ländern in Ostmittel- und Osteuropa gelang Tschechien der Übergang zur Marktwirtschaft am schnellsten. Die Privatisierung der staatlichen Betriebe erfolgte ohne Massenentlassungen. Es folgten allerdings Jahre wirtschaftlicher Rezession. Diese überwand die tschechische Wirtschaft schrittweise, bis die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2009 und 2010 einen Einbruch der Wirtschaftsleistung herbeiführte. Die Auswirkungen der Krise in der Eurozone waren für Tschechien auch noch bis 2013 deutlich zu spüren.

Aktuelle Wirtschaftslage

Von den Jahren der Krise hat sich die Wirtschaft inzwischen weitestgehend erholt. Im Jahr 2015 erreichte das BIP ein Wachstum von 4,3 Prozent und dadurch den besten Wert seit 2007. Besonders stark an der tschechischen Wirtschaftsleistung ist die Industrie beteiligt, die etwa ein Drittel des BIPs ausmacht. Dieser Wirtschaftszweig hat Tradition, denn schon in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts gehörte die tschechische Republik zu den führenden Industrienationen Europas. Daran versucht das Land seit 1989 wieder anzuknüpfen. Besonders die Automobilindustrie (z.B. die Skoda Werke), aber auch der Maschinenbau und die Elektronikindustrie sind wichtige Branchen.

Das Defizit Tschechiens liegt nun seit mehreren Jahren unter der Grenze, die der Maastricht Vertrag mit 3 Prozent vorgibt. Das Haushaltsdefizit 2015 machte lediglich 1,5 Prozent des BIP aus. Auch die Staatsverschuldung ist mit 41 Prozent im europaweiten Vergleich eher niedrig.
Die Arbeitslosenquote war mit rund 4,5 Prozent die zweitniedrigste in der EU (Eurostat: 2015).

Außenhandel

Der Export Tschechiens ist sehr stark auf die EU ausgerichtet, wobei Deutschland der mit Abstand wichtigste Außenhandelspartner des Landes ist (31% der Exporte und 25% der Importe). Für die kommenden Jahre plant Tschechien, zunehmend auch in Länder außerhalb der EU zu exportieren (Indien, China). Tschechien ist nach Slowenien das Land mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt per Kopf in Osteuropa.

EU-Förderung

Tschechien gehört zu den fünf Ländern, denen die größten Investitionen aus EU-Fonds zuteil werden. Für den Zeitraum von 2014 - 2020 stehen dem Land Gelder in Höhe von 24,2 Milliarden Euro bereit - 2,2 Milliarden davon sind für die Entwicklung des ländlichen Raums vorgesehen. In der vergangenen Förderperiode sind die Gelder allerdings nur schleppend abgerufen worden, was vor allem an Verfahrensfehlern lag. So hat die Europäische Kommission die Auszahlung der Gelder im Jahr 2012 zwischenzeitlich ganz eingestellt. Grund dafür war der Vorwurf, Gelder würden von den Behörden für externe Berater verschwendet, obwohl deren Tätigkeiten selbst hätten erledigt werden können. Zudem stand der häufige Personalwechsel innerhalb der Behörden in der Kritik.

Wichtige Projekte stehen auf staatlicher Seite beim Ausbau des Autobahn- und Eisenbahnnetzes an. Unternehmen sollen mit den Geldern bei der Entwicklung innovativer Produkte gefördert werden. Im Umweltsektor sind Verbesserungen eines CO2-reduzierten Verkehrssystems, sowie der Energieeffizienz und der Wasser- und Abfallwirtschaft geplant.

 

 

 

Quellen

www.auswaertiges-amt.de: Tschechische Republik

Trade&Invest: Tschechien

europa.eu: Tschechische Republik

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