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Geschichte

Ungarn unter den Habsburgern

Die Ungarn siedelten ursprünglich zwischen Wolga und Ural. Ende des 9. Jahrhunderts begannen sie ihre Raubzüge in Europa und ließen sich im Tiefland an der Donau nieder.

Im Verlauf der Zeit kam es allmählich zu einer Verschmelzung zwischen der alteingesessenen Bevölkerung und den Neuankömmlingen, die allmählich zu Europäern wurden. Als im 15. Jahrhundert das christliche Europa von den Türken bedroht wurde, waren es die Ungarn, die den neuen Feind in Südosteuropa aufhalten konnten und als „Beschützer des Christentums“ verehrt wurden. Doch schon bald darauf schlugen die Türken erneut zu und eroberten einen Teil der ungarischen Territorien. Die restlichen Gebiete wurden den Habsburgern unterstellt, die nach dem Rückzug der Türken allmählich ganz Ungarn beherrschten. Obwohl der privilegierte ungarische Adel zu Österreich hielt, formte sich bald eine ungarische Opposition, die in den Revolutionswirren in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein eigenes Parlament, eine eigene Regierung und den Abzug der österreichischen Truppen forderten. Anfangs konnten die Österreicher diese revolutionären Ansprüche zurückdrängen. Aber schon bald darauf mussten sie Ungarn als einen gleichberechtigten Partner innerhalb der Habsburger Monarchie anerkennen (1867). Als so genanntes „Kakanien“ überlebte Österreich-Ungarn die Folgen des Ersten Weltkrieges nicht und zerfiel in mehrere Reichsteile.

Vom Sozialismus zur Demokratie

Zerstörung eines Stalin-Denkmals

Nach den Wirren der Zwischenkriegszeit und dem Zweiten Weltkrieg wurde Ungarn schließlich mit sowjetischer Hilfe eine sozialistische Republik. Der Gehorsam gegenüber Moskau hörte allerdings nach dem Tod Stalins auf und führte 1956 zu einem Volksaufstand für Demokratie und Freiheit. Dieser wurde aber von der Roten Armee brutal niedergeschlagen.

Mit dem Umbruch in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre setzten sich in Ungarn die reformkommunistischen Kräfte gegenüber der alten Elite durch. Die neue Führung leitete wirtschaftliche und politische Reformen ein. Eine funktionierende Marktwirtschaft und Demokratie waren das Ziel. Am 23. Oktober 1989 rief das ungarische Parlament die Republik Ungarn als einen demokratischen Staat aus. Die kommunistische Partei gab ihren alleinigen Führungsanspruch auf und ließ Parteienpluralismus zu. Die Verfassung enthält seither ein Bekenntnis zu Mehrparteiensystem und Marktwirtschaft.

Seit der Ausrufung der Ungarischen Republik näherte sich das Land stetig dem Westen an, 1999 erfolgte der Beitritt zur NATO, 2004 zur Europäischen Union.

Quellen

www.auswaertiges-amt.de: Ungarn

Munzinger Online

Konrad-Adenauer Stiftung 16.1.14 „Ungarn vor den nationalen Wahlen“

www.tagesschau.de, 6.4.14  „Orban siegt bei Parlamentswahlen“

 

 

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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 29-30/2009)

Ungarn

Im Sommer 1989 öffnete Ungarn die Grenze zu Österreich und ermöglichte tausenden fluchtwilligen DDR-Bürgerinnen und -Bürgern den Weg nach Westen. Diese mutige Entscheidung beschleunigte die Erosion der DDR. Am 23. Oktober 1989 – dem Jahrestag des blutig niedergeschlagenen Volksaufstandes von 1956 – wurde die Republik Ungarn ausgerufen.

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