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Gesellschaft

Nach der Volkszählung von 1999 setzt sich die Bevölkerung Weißrusslands zu 81,2 Prozent aus Weißrussen (8,1 Mio.), 11,4 Prozent aus Russen (1,14 Mio.), 3,9 Prozent aus Polen (396 000) und 2,4 Prozent aus Ukrainern (237 000) zusammen. Über offene ethnische Konflikte ist nichts bekannt, allerdings ist die Beziehung zwischen der polnischen Minderheit und der Staatsmacht angespannt.  Der Auslöser war das Eingreifen der Regierung in die Angelegenheiten des Bundes Polnischer Belarussen, die Vertretung der ethnischen Minderheit der Polen in Belarus. Im März 2005 setzte der Bund den regimenahen Vorsitzenden ab, um einen neuen zu wählen. Die Regierung und der belarussische Geheimdienst übten daraufhin so lange Druck auf den Bund aus, bis der alte Vorsitzende wieder ins Amt gebracht wurde.

Trotz der immer wieder aufflammenden regimekritischen Proteste deutet vieles darauf hin, dass die Mehrheit der weißrussischen Bevölkerung, vor allem die Menschen auf dem Land und in Kleinstädten, Lukaschenkos Herrschaftsstil gutheißt. Dies ist wahrscheinlich eine Folge der vergleichsweise stabilen wirtschaftlichen Lage und der steigenden Reallöhne. Durch gleichgeschaltete Medien und die Isolation des Landes nach außen gelingt es dem Regime, unerwünschte Einflüsse und Informationen fernzuhalten.


Quelle:

Munzinger Online

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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 08-09/2007)

Ukraine und Weißrussland

Während die "Orangene Revolution" in der Ukraine Ende 2004 einen Demokratisierungsprozess eingeleitet hat, verharrt Weißrussland im Autoritarismus. Die Interessenkonflikte der EU mit Russland sind in dieser Region unübersehbar.

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