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Wirtschaft

weißrussische Rubel

Die belarussische Ökonomie ist eine der wenigen in der Welt, die bis heute am Prinzip der staatlich gelenkten Plan- und Kommandowirtschaft festhält. Preisbindung in strategisch wichtigen Bereichen und Interventionen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit einheimischer Produkte sind wichtige Elemente der Wirtschaftspolitik.

Seit der zweiten Jahreshälfte 2007 hat die Regierung damit begonnen, erste Reformansätze umzusetzten. Diese sollten die Tätigkeit von Unternehmen und Wirtschaftssubjekten erleichtern und damit ausländische Investoren anlocken, sowie die Summe ausländischer Direktinvestitionen steigern.

Aktuelle Wirtschaftslage

Die Weltwirtschaftskrise 2008 traf das Land besonders hart, da die weißrussische Wirtschaft in hohem Maße von Export abhängig ist. Die Folgen waren Kurzarbeit, Zwangsurlaube und Auslandsverschuldungen. Nach der Krise hatte sich die Wirtschaft zunächst wieder stabilisiert. Im Jahr 2015 ist Weißrussland allerdings in eine so schwere Rezession gerutscht, wie seit 1994 nicht mehr. Das Wirtschaftswachstum ging um fast vier Prozent zurück und die Inflationsrate lag bei fast 12 Prozent.

Die Gründe für diesen Einbruch liegen zum einen in der schlechten wirtschaftlichen Situation Russlands und dem Preisverfall des Rubels, zum anderen in der geringen Konkurrenzfähigkeit von Belarus im internationalen Markt begründet.

Außenhandel

Der weißrussische Außenhandel brach 2015 um 25,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein.

Dennoch bleibt Russland mit fast 50-prozentigem Anteil der wichtigste Absatzmarkt für Weißrussland. Danach folgten 2015 die Ukraine (6,1%), China (5,7%), Großbritannien (5,6%) und Deutschland (4,4%). Um neue Exportmärkte zu erschließen, wäre eine langfristige Änderung der Wirtschaftsstruktur notwendig.

Auch bei Importen von Energieträgern ist Weißrussland in hohem Maße auf Russland angewiesen. Ende 2006 einigten sich Russland und Belarus auf eine schrittweise Anhebung des Preises für russisches Erdgas auf europäisches Niveau bis 2011. Die nach wochenlangen Verhandlungen Ende Januar 2010 gefundene Einigung über russische Öllieferungen nach Belarus von insgesamt 21,5 Millionen Tonnen bedeuten zusätzliche Belastungen für das Land in Höhe von circa zwei Milliarden US-Dollar.

Mit Beginn des Jahres 2015 ist in Weißrussland die Eurasische Wirtschaftsunion (EaWU) in Kraft getreten. Die damit verbundenen Hoffnungen haben sich bisher allerdings nicht erfüllt. Nach wie vor behindern eine Vielzahl von Ausnahmeregelungen die Freiheit des Waren- und Dienstleistungsaustauschs.


Quellen:

auswaertiges-amt.de: Belarus
Munzinger Online

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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 08-09/2007)

Ukraine und Weißrussland

Während die "Orangene Revolution" in der Ukraine Ende 2004 einen Demokratisierungsprozess eingeleitet hat, verharrt Weißrussland im Autoritarismus. Die Interessenkonflikte der EU mit Russland sind in dieser Region unübersehbar.

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