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Geschichte

das Fürstentum Bosnien im 14. Jhdt

Das Gebiet des heutigen Bosnien-Herzegowina war ursprünglich von den Illyrern bewohnt. Im 6. und 7. Jahrhundert ließen sich dort die Slawen nieder. Im 9. Jahrhundert bildeten sich die ersten Fürstentümer der Serben und Kroaten heraus, die Teile Bosniens einschlossen. Im 12. Jahrhundert entstand das erste weitgehend autonome Fürstentum in Bosnien.

Nach einer Blütezeit im 14. Jahrhundert geriet Bosnien 1463 unter Osmanische Oberherrschaft. Knapp zwei Jahrzehnte später wurde auch die Herzegowina erobert. Innerhalb weniger Jahrzehnte haben große Teile der Bevölkerung, darunter viele Adelige, den Islam angenommen. Im 16. und 17. Jahrhundert gaben Muslime in Politik und Kultur den Ton an.

Österreich-Ungarn, Jugoslawien und Unabhängigkeit

Ruinen des bosnischen Krieges

Nach dem Berliner Kongress 1878 wurden die osmanischen Provinzen Bosnien und Herzegowina von Österreich-Ungarn verwaltet, blieben aber formell ein Teil des Osmanischen Reichs. 1908 erfolgte die vollständige Annexion durch die Donaumonarchie. Zwei Jahre später erhielt Bosnien-Herzegowina eine eigene Landesregierung und einen Landtag.

In der Zwischenkriegszeit und nach dem Zweiten Weltkrieg war Bosnien-Herzegowina ein Teil Jugoslawiens. Der Zerfall Jugoslawiens führte 1992 zu einem blutigen Krieg in Bosnien-Herzegowina. Internationale Vermittlungsbemühungen verliefen lange Zeit ergebnislos. Als Kriegsparteien standen sich die bosnischen Serben und die Bosniaken, also bosnische Muslime gegenüber, die jeweils von paramilitärischen Gruppen unterstützt wurden. Im Krieg wurde insbesondere das Ziel der ethnischen Säuberung verfolgt. Dies gipfelte schließlich in dem Massaker von Srebrenica 1995, das als größtes Massaker in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg gilt. Die bosnischen Serben richteten über 7000 Bosniaken hin, die gesamte Zahl der Toten in Srebrenica und Umgebung im Juli 1995 liegt bei etwa 20.000.

Erst 1995 wurde dieser Krieg beendet. Das Friedensabkommen von Dayton, das unter Vermittlung der USA zustande kam und bis heute gilt, erklärt Bosnien-Herzegowina zu einem souveränen Staat, der aus zwei Teilen (Entitäten) besteht: der Föderation von Bosnien-Herzegowina und der Republika Srpska. Nach den letzten Wahlen im Oktober 2010 verhinderten Konflikte unter den führenden Parteien im Lande längere Zeit die Bildung einer Regierung. Erst Ende Dezember 2011 einigten sich die großen Parteien der drei Volksgruppen (Serben, Bosnier und Kroaten) auf eine neue Regierung. Die Parteienlandschaft Bosniens ist extrem zersplittert, da es für jede Volksgruppe eine eigene, spezifische Parteienstruktur gibt. Im Februar 2014 kam es in mehreren großen Städten des Landes zu Demonstrationen und teils auch gewalttätigen Protesten. Diese richteten sich gegen die schwierige wirtschaftliche Situation des Landes und die sehr starke Korruption und Vetternwirtschaft in Politik und Verwaltung. Die Demonstrationen waren nicht auf eine bestimmte Volksgruppe beschränkt, wenngleich sie in der Republika Srpska etwas schwächer waren als in der Föderation.

Quellen:

Fischer Weltalmanach 2014,

Edgar Hösch „Lexikon zur Geschichte Südosteuropas“ UTB, 2004

 

 

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