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Die Strategie

Im Wesentlichen baut die Donaustrategie auf drei Säulen auf. Zum einen soll sie die Konnektivität und die Kommunikationssysteme im Donauraum verbessern. Dazu zählen vor allem die Bereiche Verkehr, Energie und Information. Zweitens soll sowohl der Umweltschutz, als auch die Risikoprävention berücksichtigt werden. Der dritte Hauptpunkt ist die Stärkung der sozioökonomischen Entwicklung in der Region.


Konnektivität und Kommunikationssysteme

Schiffverkehr auf der Donau in Österreich

Durch den Kalten Krieg wurde das Verkehrsnetz Europas in Ost und West gespalten. Während der Westen im Laufe der Jahre zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen für sein Verkehrsnetz traf, blieb das osteuropäische Verkehrsnetz auch nach dem Fall des Eisernen Vorhangs auf einem veralteten Entwicklungsstand. Dem soll die Donaustrategie nun Abhilfe leisten. Entlegene Kommunen sollen an das Verkehrsnetz angebunden werden, der Straßengüterverkehr soll zugunsten des Schiffverkehrs entlastet werden, und insgesamt soll der transnationale Transport durch Vereinheitlichung von Normen erleichtert werden. Auch die Anbindung durch den Rhein-Main-Donau-Kanal soll wieder mehr vom Schiffverkehr genutzt werden.

Nicht nur der Verkehr, sondern auch der Kulturaustausch gehört zur Verbesserung der Kommunikation zwischen den Ländern des Donauraums. Langfristig soll eine nachhaltige Tourismusbranche aufgebaut werden, vor allem Ökotourismus ist hierbei in der Diskussion. Außerdem soll der wissenschaftliche und interkulturelle Austausch zwischen den Ländern gefördert werden. Das Ziel hierbei ist einerseits der Erhalt von Kulturerbe und sprachlicher Vielfalt, andererseits auch interkulturelle Kommunikation und Verständigung.

Im Bereich der Energie soll vor allem über erneuerbare Energiequellen und nachhaltige Wasserkraftwerke an der Donau diskutiert werden.

Umweltschutz und Risikoprävention

Der Donauraum ist nicht nur für transnationale Transportsysteme und Tourismus attraktiv, sondern auch Wasserquelle für Menschen und Landwirtschaft und eine Region mit vielfältiger Flora und Fauna.
Die Donaustrategie richtet ihren Fokus darum nicht nur auf die wirtschaftliche Komponente. Im Rahmen der Strategie soll auf den Erhalt von Naturschutzgebieten und den Schutz verschiedener Tier- und Pflanzenarten geachtet werden. Vorhandene Wasserressourcen sollen bestehen bleiben, und die Donau soll als Trinkwasserquelle respektiert werden. Außerdem bedarf es in einigen Regionen mehrerer Bewässerungssysteme zum Schutz vor Verödung, in anderen präventiver Maßnahmen zur Verhinderung von Hochwasser.
Dass es hierbei zu eventuellen Zielkonflikten z.B. zwischen dem Ausbau des Schiffverkehrs und dem Umweltschutz kommt, ist voraussehbar. Ziel der Strategie ist es, diese Konflikte in Kompromissen zu beseitigen und in jeder Hinsicht die Lebensqualität zu steigern. 

sozioökonomische Entwicklung

Freiheitsbrücke in Novi Sad

Einige der ärmsten Regionen der Europäischen Union befinden sich im unteren Donauraum. Vergleicht man deren Lebensstandard beispielsweise mit dem Bayerns oder Baden-Württembergs, durch die das erste Drittel der Donau fließt, tun sich erhebliche Gefälle auf.
Die Donaustrategie will eine  nachhaltige Ost-West-Wirtschaftsverbindung aufbauen und stärken, Unternehmen der Länder entlang der Donau vernetzen und so regionale Armut bekämpfen und Arbeitsplätze schaffen.

Der Donauraum ist außerdem eine der multikulturellsten Regionen Europas und damit Heimat vieler verschiedener Völker und Kulturen, die sich aufgrund historischer Erfahrungen oftmals voreingenommen oder gar feindlich gegenüberstehen. Durch die Überwindung nationaler Grenzen und Vorurteile soll auf lange Sicht eine gesamteuropäische Identität geschaffen werden.

Finanzierung

Die Finanzierung der Strategie wird durch Gelder aus verschiedenen Quellen ermöglicht. Dazu zählen zum einen europäische Fonds wie der Strukturfonds, der regionale Entwicklungsfonds, der Kohäsionsfonds und das Instrument für Heranführungshilfe. Zum anderen werden auch Gelder aus der europäischen Nachbarschaftspolitik sowie aus anderen EU-Institutionen einfließen.

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Die EU-Donauraumstrategie für die Praxis

 

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