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Gesellschaft

In der Slowakischen Republik haben 2014 rund 5,42 Millionen Menschen gewohnt. Damit entwickelt sich das Bevölkerungswachstum weiterhin positiv. Die Geburtenrate pro Frau lag 2014 bei 1,4 Kindern und ist damit ebenfalls leicht angestiegen. Zu einem Bevölkerungswachstum tragen auch eine höhere Lebenserwartung (Männer: 73 Jahre; Frauen: 80 Jahre), sowie vermehrte Zuwanderung bei. Insgesamt leben in der Slowakei durchschnittlich 110 Menschen auf einem km².

Minderheiten

Berggottesdienst

Die Slowaken sind mit 81 Prozent die dominierende Volksgruppe im Land. Die größte Minderheit stellen die Ungarn mit etwa 9 Prozent. Sie leben vor allem im südlichen Teil des Landes entlang der Donau. Unklar ist die Zahl der Roma. Die Angabe der 2 Prozent bei der Volkszählung von 2011 sind mit großer Wahrscheinlichkeit zu niedrig. Experten gehen eher von 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung aus.
Daneben gibt es noch kleinere Minderheiten, wie etwa Tschechen, Ukrainer und Deutsche. Ihr Bevölkerungsanteil liegt jeweils deutlich unter einem Prozent. In der slowakischen Verfassung sind Minderheitenrechte, insbesondere auf sprachlichem und kulturellem Gebiet garantiert. Es gibt einen Regierungsausschuss für ethnische Minderheiten und das Amt eines Regierungsbeauftragten für Roma Fragen.

Allerdings hat es sowohl in der Vergangenheit, als auch der Gegenwart immer wieder Spannungen zwischen der slowakischen Regierung und der ungarischen Minderheit bzw. auch der ungarischen Regierung gegeben. So sorgte 2010 die Entscheidung der ungarischen Regierung, auch Auslandsungarn auf Wunsch ungarische Pässe auszustellen, für große Verärgerung in der Slowakei. Die slowakische Regierung reagierte mit einem Sondergesetz. Nach diesem verlieren slowakische Bürger, die freiwillig die Staatsbürgerschaft eines anderen Staates annehmen, die slowakische Staatsangehörigkeit. Ebenfalls wurde mit Skepsis aufgenommen, dass Victor Orban den Vertrag von Trianon als größte Tragödie Ungarns im 20. Jahrhundert bezeichnet hat. Mit dem Vertrag musste Ungarn große Gebiete an die Nachbarstaaten abtreten.

In der Slowakei waren Parteien der ungarischen Minderheit in der Vergangenheit mehrfach an der Regierung beteiligt, zum Beispiel in den zwei Amtsperioden der Regierung Dzurinda in den Jahren 1998 bis 2006.

Quellen

Die Zeit, 1. Juni 2010: „Ungarn überall“

www.pesterlloyd.net 21.02.2012 „Versöhnung in Zeiten des Wahlkampfes“

Fischer Weltalmanach 2013 + 2014.

Statistical Office of the Slovac Republic: Population and Housing

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Statistik Slowakei

 

Slowakei: Trends in der Bevölkerungsentwicklung

Das statistische Amt der Slowakischen Republik hat 2015 eine Broschüre zur Bevölkerungsentwicklung bis 2014 veröffentlicht.

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