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Wirtschaft

Ölraffinerie

Kroatien ist die größte Volkswirtschaft unter den Nachfolgestaaten Jugoslawiens. Von 2000 bis 2007 kam es zu einer längeren Wachstumsphase. Diese wurde jedoch durch die Wirtschafts- und Finanzkrise des Jahres 2008 durch einen massiven Einbruch beendet- der Beginn einer jahrlang anhaltenden Rezession. Ein hohes Haushaltsdefizit sowie steigende Arbeitslosenquoten von bis zu fast 20 Prozent (2013) belasteten die kroatische Wirtschaft stark. Am 1. Juli 2013 trat Kroatien offiziell der Europäischen Union bei.

Aktuelle Wirtschaftslage

Im Jahr 2015 gelang Kroatien mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,6 Prozent zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder ein positives Wachstum. Auch scheint der Anstieg des Außenhandelsvolumens um 9,1 Prozent und der Industrieproduktion um 2,3 Prozent einen Aufwärtstrend anzudeuten. Auch der private Konsum nahm zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder zu. Grund dafür war ein leichter Rückggang der Arbeitslosenquote, sowie niedrige Preise.

Gleichzeitig aber lag das Haushaltsdefizit 2015 bei 3,3 Prozent des BIP und liegt damit über den von der EU vorgegebenen 3 Prozent. Folge des über Jahre hohen Defizits ist, dass die EU 2014 ein Defizitverfahren gegen Kroatien eröffnete. Auch bleibt die Arbeitslosigkeit bei einer Quote von etwa 16 Prozent (2015) im EU-Vergleich hoch. Besonders kritisch ist eine Jugendarbeitslosigkeit von über 40 Prozent zu sehen.

Trotz einiger wirtschaftlicher Fortschritte seit Ende des Krieges muss sich die kroatische Wirtschaft noch der Lösung einiger Probleme stellen: Die Strukturen müssen effektiver und bürokratische Hürden abgebaut werden, damit die Wirtschaft stabiler und für ausländische Investitionen attraktiver wird. Zudem steht eine Senkung des Haushaltsdefizits auf der Agenda. Weitere Reformen sehen Änderungen im Arbeitsmarkt und die Privatisierung weiterer öffentlicher Unternehmen vor.

Wirtschaftsstruktur

Den mit Abstand größten Anteil am BIP hatten 2015 Dienstleistungen mit fast 70 Prozent. Auch der Tourismussektor trug mit fast 20 Prozent erheblich zur kroatischen Wirtschaftsleistung bei. Damit ist von einem Wachstum dieses Sektors auszugehen, der sich auch positiv auf das BIP auswirkt. Der BIP-Anteil der Industrie lag bei etwa 21 Prozent und der Land- und Forstwirtschaftssektor erwirtschaftete 2015 etwa 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Kroatiens zählten zum einen Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergungs- und Gaststättenwesen (21,8 Prozent) sowie zum anderen die öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Bildung und das Gesundheits- und Sozialwesen (15,2 Prozent).

Außenhandel

Der Außenhandel macht derzeit nur etwa 26,5 Prozent des kroatischen BIPs aus. Fast drei Viertel des Handels insgesamt wird dabei mit Ländern der Europäischen Union abgewickelt, wobei mehr aus den EU-Ländern importiert wird, als in diese exportiert. Unter den wichtigsten Handelspartnern sind neben Deutschland auch Italien, Slowenien, Österreich, Ungarn und Bosnien und Herzegowina.

Insbesondere die Handelsbeziehungen mit Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren intensiviert. Deutsche Importe nach Kroatien hatten 2015 ein Volumen von fast 2,63 Milliarden und lagen somit um mehr als neun Prozent über dem Vorjahresniveau. Die kroatischen Exporte nach Deutschland im selben Jahr hatten einen Wert von 1,2 Milliarden Euro, der insbesondere durch Maschinen, Elektrotechnik, sowie Textilen und Bekleidung zustande kam.

EU-Fördergelder

Im Finanzrahmen von 2014 bis 2020 sieht die EU Fördergelder in Höhe von insgesamt 8,4 Milliarden Euro für Kroatien vor. Diese stammen zu mehr als zwei Dritteln aus EFRE- und ESF-Geldern und sollen inbesondere für die Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen, die Weiterentwicklung von Kommunikations- und Informationstechnologie sowie zur Steigerung der Innovationsfähigkeit eingesetzt werden. Auch die Armut soll mit den Geldern verringert werden. Eine weitere große Quelle der Födergelder ist der ELER-Fond, der für die Entwicklung des ländlichen Raums genutzt werden soll.


mehr zur Kooperation mit der EU


Quelle:

Munzinger Online
www.auswaertiges-amt.de
Weltbank

Eurostat


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