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Geschichte

das Fürstentum Moldau im 15. Jhdt

Die strategisch wichtige Position um die Donaumündung, gute klimatische Bedingungen und ertragreiche Böden machen Moldau zu einer geopolitisch und wirtschaftlich wichtigen Region. In seiner Geschichte wurde es daher immer wieder zum Spielball seiner stärkeren Nachbarn – der Russen, Osmanen, Österreicher und Rumänen.

Die Moldauer sind ethnisch und sprachlich eng mit den Romanen bzw. der rumänischen Staatsnation verwandt. Geographisch gesehen fällt das heutige Gebiet der Republik Moldau (abgesehen von Transnistrien) mit der historischen Region Bessarabien zusammen. Bessarabien, bezeichnet nach einem rumänischen Fürstengeschlecht, bildete wiederum Teil des Moldaufürstentums, welches im 14. Jahrhundert entstanden ist. Bis zum 15. Jahrhundert erfreute sich das Fürstentum einer wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Blüte, bis es im 16. Jahrhundert unter die Oberherrschaft des türkischen Sultans geriet. Dabei konnte es allerdings eine gewisse Autonomie wahren.

Von der Annexion durch Russland zur Eigenstaatlichkeit

Briefmarke zur zehnjährigen Unabhängigkeit Moldaus

In den folgenden Jahrhunderten wurde das Fürstentum häufig Schauplatz russisch-türkischer Auseinandersetzungen. 1812 wurde der Großteil Bessarabiens von Russland annektiert und durch siedlungs- und kulturpolitische Maßnahmen schrittweise der dominierenden russischen Kultur angepasst. Fast einhundert Jahre später, im Revolutionsjahr 1917, wurde die „Demokratische Republik Moldau“ ausgerufen. Da sie nicht selbständig existieren konnte, schloss sie sich allerdings ein Jahr später Rumänien an. Während des Zweiten Weltkrieges fiel Moldau/Bessarabien in das Interessengebiet Stalins, der es schließlich als „Moldawische SSR“ in die Sowjetunion eingliederte. Im Zuge der Russifizierungspolitik der Sowjetregierung siedelten sich verschiedene ostlslavische Bevölkerungsgruppen in Moldau an.

Der Übergang zur Eigenstaatlichkeit Anfang der 1990er Jahre konfrontierte die Moldauer mit dem Problem der nationalen und staatlichen Selbstfindung. Die Separationsbestrebungen dort lebender Minderheiten waren eine Bedrohung für die Einheit des Landes. Bis heute ungeklärt ist der Status der abtrünnigen Republik Transnistrien.

Im April 2009 wurde das Parlament wegen gescheiterter Präsidentschaftswahlen aufgelöst, woraufhin vorgezogene Parlamentswahlen stattfanden. Doch auch dem neuen Parlament gelang es nicht, einen Präsidenten zu wählen, darum müsste es zu einer erneuten Parlamentsauflösung durch den amtierenden Präsidenten kommen. Neuwahlen können frühestens im Herbst 2010 stattfinden.


Quellen:

Götz, Roland / Halbach, Uwe: Politisches Lexikon GUS, München, 1996 www.auswaertiges-amt.de

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