NATO aktuell 2026
NATO Gipfel - Mitglieder - Erweiterung – Aufrüstung

Noch 2019, zum 70. Jubiläum der NATO, warf der französische Präsident Emmanuel Macron dem Bündnis vor, „hirntot“ zu sein. Vor zwei Jahren feierte die NATO ihr 75. Jubiläum und das Bild hatte sich komplett gewandelt: Das Sicherheitsbündnis gilt durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine als revitalisiert. Die Bündnisstaaten schienen geeinter als jemals zuvor, der Wunsch nach Aufnahme von neuen Mitgliedern stärker denn je, die Notwendigkeit einer gemeinsamen Verteidigungs- und Sicherheitsstrategie so aktuell wie seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr. Das Verteidigungsbündnis, das nach der Auflösung der Sowjetunion beinahe wie ein Anachronismus wirkte und in verteidigungspolitischen Diskussionen oft ein Schattendasein fristete, hat wieder militärische und politische Bedeutung – in Deutschland, in Europa und in der Welt.
Damit scheint das Bündnis wieder auf seinen ursprünglichen Gründungszweck zurückzukommen: Hatten in den vergangenen Jahrzehnten vor allem Out-of-Area-Einsätze eine Rolle gespielt, so rückt nun verstärkt die NATO-Außengrenze zu Russland, Belarus und der Ukraine in den Blick. Dabei werden auch das Selbstverständnis und das Ziel des Bündnisses kontrovers diskutiert: Spiegelte sich in den Gründungsdokumenten von 1949 der Wunsch nach Verteidigung, so dominiert in jüngeren Strategiepapieren der Begriff Sicherheit. Die Annahme, konventionelle Kriege seien angesichts von Nuklearabschreckung und Stellvertreterkonflikten unvorstellbar, hat sich mit dem russischen Angriffskrieg nicht bewahrheitet. Gleichzeitig muss über andere Schauplätze der Verteidigung, etwa im digitalen Raum oder in demokratischen Einrichtungen, aber auch über alternative Sicherheitskonzepte jenseits klassischer Bündnisse nachgedacht werden.
Mit der erneuten Machtübernahme Donald Trumps 2025 und dessen Annäherungskurs der USA an Russland steht nunmehr vieles in Frage. Wird es womöglich zu einem Bruch der transatlantischen Partnerschaft kommen? Möglicherweise gar zu einem NATO-Austritt der USA? Nach dem Trump-Selenskyj-Eklat im Weißen Haus im Februar 2025 kam der militärpolitische Berater bei der NATO, Helmut W. Ganser, zu dem Schluss, die NATO als Wertegemeinschaft sei offenbar hirntot. Jetzt müsse die Stabilisierung der Allianz als wirkungsvolle Zweckgemeinschaft in den Mittelpunkt rücken. Die Verteidigung Europas solle weiterhin die Kernaufgabe der NATO bleiben, jedoch mit einem zunehmend eigenständigen europäischen Pfeiler. Auch die Politologin Stefanie Babst, die viele Jahre im NATO-Hauptquartier in Brüssel gearbeitet hat, sieht die NATOvor einer Zerreißprobe. Trotz aller Turbulenzen würden die USA nach Ansicht des Politologen Heinz Gärtner jedoch dem transatlantischen Bündnis nicht den Rücken kehren: „Die USA unter Trump werden die NATO nicht verlassen, weil sie über das Bündnis wesentlichen Einfluss auf die europäischen Mitglieder haben. Sie wollen aber nicht deren Aufgaben erledigen." Beim NATO-Treffen der Außenminister im April 2025 richtete NATO-Generalsekretär Rutte betont freundliche Worte in Richtung USA. Trump sei es gewesen, der den Stillstand im Ukraine-Krieg überwunden habe, so Rutte. So sagte dann US-Außenminister Rubio im Kreis der Außenminister zu, sein Land werde in der NATO bleiben. Präsident Trump habe „klargestellt, dass er die NATO unterstützt”. Dennoch haben die USA durchblicken lassen, dass sie künftig nicht mehr bereit sind, die selben Ressourcen in das Bündnis zu geben und Europa künftig mehr in die NATO investieren muss. Trump besteht auf der Einhaltung der neuen Zielmarke, laut welcher künftig jeder NATO-Bündnisstaat fünf Prozent seiner Wirtschaftsleistung für die Verteidigungeinplanen soll. Auf dem NATO-Gipfel im Juni 2025 hatten sich die Bündnisstaaten auf dieses Fünf-Prozent-Ziel geeinigt.
In Folge der aus Sicht der USA mangelnden Unterstützung der europäischen NATO-Verbündeten in dem im März 2026 neu entfachten Iran-Krieg, hat US-Präsident Trump erneut mit einem Austritt der USA aus der NATO gedroht. Er ziehe einen solchen Rückzug ernsthaft in Betracht, sagte Trump laut Medienberichten. Allerdings dürfte er hierfür kaum die nötige Mehrheit im US-Kongress bekommen (Wie könnte ein NATO-Austritt der USA ablaufen?). Stattdessen erörtert er nun offenbar einen Plan, US-Soldaten aus bestimmten Ländern abzuziehen, die wenig geholfen hätten.
Letzte Aktualisierung / last modified: 9. April 2026, Internetredaktion LpB BW
NATO Gipfel 2026
in Ankara in der Türkei

Der nächste NATO-Gipfel wird vom 7. - 8. Juli im türkischen Ankara stattfinden. Auf dem Treffen werden sich die Bündnisstaaten insbesondere auf die Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten, die militärische Einsatzbereitschaft und Modernisierung der NATO konzentrieren Auch die Vorbereitung auf „nicht-traditionelle Bedrohungen“ wie Cybersicherheit und den Schutz kritischer Infrastrukturen wird dabei ein Thema sein. Ferner wird der Fokus auf der transatlantischen Zusammenarbeit liegen.
NATO-Infos im Überblick - NATO-FAQ
Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was ist die NATO? Welche Länder sind Mitglieder der NATO? Wer kann dem Bündnis beitreten und wie geht das? Was ist der Bündnisfall? Die wichtigsten Fragen beantwortet unser

NATO - Organisation
Die NATO basiert auf einer politisch-militärischen Struktur. Während die politische Ebene für die Strategie und politische Ausrichtung des Bündnisses maßgeblich ist, finden sich auf der militärischen Ebene die Kommando- und Streitkräftestrukturen, die Einsätze und Missionen koordinieren und umsetzen. Wie funktioniert die politisch-militärische Struktur? Wie gestaltet sich die Entscheidungsfindung?
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NATO - Strategiewandel
Mit dem Ende der Ost-West-Konfrontation entfiel für die NATO und ihre Mitgliedstaaten die unmittelbare Bedrohung durch einen mächtigen Gegner. Allerdings brachen verdrängte Konflikte wieder auf und es entstanden neue Risiken für die europäische wie auch die globale Stabilität. Die NATO entschied sich in dieser Situation für eine strategische Neuausrichtung. Trotz Rückschlägen wie in Afghanistan erwarb die NATO so neue strategische Fähigkeiten, die auch nach der Rückbesinnung auf ihre Kernaufgaben in Abschreckung und kollektiver Verteidigung in Folge der russischen Aggressionen in der Ukraine bedeutsam sind.

NATO im Wandel - Geschichte
Die Allianz diente in ihrer frühen Geschichte hauptsächlich der Abschreckung gegen den Ostblock. Dieser Beitrag zeigt auf, wie die Strukturen der NATO über den Zeitraum ihrer Geschichte gewachsen sind und sich mit wachsender Mitgliederzahl, aber auch angesichts veränderter strategischer Überlegungen ausdifferenzierten. Dabei führten Zäsuren wie das Ende des Kalten Krieges oder die neue Phase des internationalen Terrorismus zu Beginn des 21. Jahrhunderts sowie der Krieg Russlands gegen die Ukraine zu Umstrukturierungen und Veränderungen im Bündnis.
NATO - Beziehungen zu Russland
Für einen kurzen Moment hatten sich zu Beginn der 1990er Jahre die Spannungen zwischen dem Westen und der Sowjetunion bzw. Russland aufgelöst. Doch der Annäherung auf Wegen der Verhandlungen folgte bald erneut Misstrauen und Entfremdung, die spätestens seit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim 2014 wieder in Gegnerschaft mündete. Dieser Beitrag beleuchtet die verschiedenen Etappen der NATO-Osterweiterung und der damit verbundenen Haltung der NATO-Mitgliedstaaten und Russlands.
Ukraine-Krieg
Wie ist die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg? Wie ist der Ukraine-Konflikt seit 2013/14 verlaufen? Wie konnte es zur aktuellen Eskalation kommen? Wie haben sich die russisch-ukrainischen Beziehungen historisch entwickelt? Wie wird sich die europäische Sicherheitsordnung verändern? Informationen, Analysen und Einschätzungen in unserem Dossier.

Kriege und Konflikte weltweit
Um Konflikte konstruktiv bearbeiten zu können, muss man sie verstehen. Diesem Gedanken folgend veröffentlicht die Servicestelle Friedensbildung BW Analysen aus friedenpädagogischer Sicht für zahlreiche Länder weltweit – u.a. für den Krieg in der Ukraine, den Krieg in Nahost, die Konflikte in Afghanistan, Syrien und vielen weiteren Ländern.
Was ist die NATO?
Die NATO ist ein politisch-militärisches Verteidigungsbündnis von Staaten Europas und Nordamerikas mit dem Ziel der gemeinsamen Verteidigung und der Förderung von Frieden und Stabilität. Es wurde 1949 vor dem Hintergrund des Ost-West-Konflikts gegründet und hat derzeit 32 Mitgliedsländer.
Der Nordatlantikpakt (NATO; North Atlantic Treaty Organization) ist eine Allianz aus europäischen und nordamerikanischen Staaten. Mit dem Beitritt Finnlands und Schwedens ist das NATO-Bündnis nun auf 32 Mitgliedstaaten angewachsen. Die Hauptaufgabe der NATO besteht in der gemeinsamen Verteidigung der Sicherheit und Freiheit der Mitgliedstaaten sowie darin, zu einer gerechten und dauerhaften Friedensordnung im euroatlantischen Raum beizutragen. So sieht die NATO ihre drei Kernaufgaben zum einen in der Abschreckung und Verteidigung, zum andern in der Prävention und des Managements von Krisen und zum dritten in der Zusammenarbeit und Partnerschaft.zur kooperativen Gewährleistung von Sicherheit. Nach Ansicht von US-Präsident Trump soll sich das Bündnis künftig mehr auf die Hauptaufgabe konzentrieren, das Bündnisgebiet zu sichern und zu verteidigen und hingegen NATO-Missionen außerhalb (wie etwa im Irak und im Kosovo) aufgeben.
Die NATO versteht sich als „Wertegemeinschaft freier demokratischer Staaten“. Sie ist eine internationale Organisation ohne eigene Hoheitsrechte. Ihre Mitglieder behalten ihre volle Souveränität und Unabhängigkeit. Gegründet wurde die NATO 1949 vor dem Hintergrund des Ost-West-Konflikts und dem Zerfall der ehemaligen Anti-Hitler-Koalition nach dem Zweiten Weltkrieg: auf der einen Seite die Sowjetunion, auf der anderen Seite die USA, Großbritannien und Frankreich. Bereits im März 1948 hatten sich mehrere westeuropäische Länder, darunter auch die Niederlande, Belgien und Luxemburg, zu einem Bündnis – zunächst gegen eine erneute deutsche Aggression – zusammengeschlossen („Brüsseler Pakt“). Am 4. April 1949 wurde der Nordatlantikpakt im Zuge der Eindämmungspolitik der USA gegenüber der Sowjetunion geschlossen. Zunächst war der Vertrag auf 20 Jahre begrenzt. 1969 wurde er aber aufgrund des anhaltenden Kalten Krieges auf unbestimmte Zeit verlängert.
Die Mitglieder der NATO verpflichten sich zum friedlichen Austausch und zur Absprache bei militärischen Bedrohungen. Kernstück der Allianz ist Artikel 5 des NATO-Vertrags, in dem festgelegt ist, im Fall eines bewaffneten Angriffs auf eines der Mitglieder einander Beistand zu leisten. Wie genau dieser Beistand auszusehen hat, ist nicht näher definiert. Ausgerufen wurde der sogenannte Bündnisfall erst ein Mal: als Reaktion auf die Terrorangriffe auf die USA im September 2001.
NATO – Sitz und Führung
Seit 1967 befindet sich das NATO-Hauptquartier in Brüssel (zuvor in London und Paris). Hier haben der Nordatlantikrat, das Hauptorgan der NATO, sowie die nachgeordneten Einrichtungen der NATO ihren Sitz.
Höchster Verterter des Bündnisses ist der NATO-Generalsekretär. Er sitzt allen wichtigen Gremien wie dem Nordatlantikrat und der Nuklearen Planungsgruppe vor. Von 2014 bis 2024 hatte dieses Amt der Norweger Jens Stoltenberg inne. Sein Vetrag wurde im März 2022, kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine, zunächst um ein weiteres Jahr bis zum 30. September 2023 verlängert. Eine weitere Verlängerung erfolgte bis September 2024. Seit längerem wurde in NATO-Kreisen der scheidende niederländische Premierminister Mark Rutte als möglicher Nachfolger für Jens Stoltenberg ins Spiel gebracht. Im März 2024 hat ferner Rumäniens Präsident Iohannis seine Kandidatur für das Amt des NATO-Generalsekretärs bekanntgegeben . Im Juni 2024 hat die NATO Mark Rutte zum neuen Generalsekretär ernannt. Der 57-Jährige hat am 1. Oktober 2024 nun die Nachfolge von Jens Stoltenberg angetreten.
NATO-Gipfeltreffen
Zum ersten Mal fand ein NATO-Gipfel 1957 in Paris statt. In den vergangenen Jahren hatte das Bündnis ungefähr alle zwei Jahre zu einem solchen Treffen eingeladen. Angeichts der aktuell angespannten Lage finden die Treffen häufiger statt.
An NATO-Gipfeln nehmen die Staats- und Regierungschefs aller Mitgliedstaaten teil. Außerdem kommen die jeweiligen Außen- und Verteidigungsminister sowie Vertreter verbündeter Partnerländer hinzu. Ziel ist es, gemeinsam sicherheitspolitische Strategien abzusprechen und Erklärungen zu formulieren, was auch den Zusammenhalt innerhalb des Bündnisses stärken soll. Der nächste NATO-Gipfel findet vom 7. bis 8. Juli 2026 in der Türkei in Ankara statt.
NATO-Vertrag – Bündnisfall nach Artikel 4 /5
Alle Staaten, die Mitglied der NATO sind, können nach Artikel 4 des NATO-Vertrages um Beistand bitten, wenn sie sich von einem Staat oder einer Terrororganisation bedroht fühlen. Die mittlerweile 30 Mitgliedstaaten nehmen dann auf Antrag des bedrohten Mitglieds förmliche Konsultationen auf. Es wird beraten, ob eine Bedrohung besteht und wie ihr begegnet werden kann. Das alles geschieht einmütig und einstimmig. Es ergibt sich aus dem Artikel 4 nicht der unmittelbare Druck, praktisch zu handeln. Erst bei einem Angriff auf einen Bündnisstaat tritt der Bündnisfall nach Artikel 5 in Kraft.
Artikel 4
Die Parteien werden einander konsultieren, wenn nach Auffassung einer von ihnen die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit einer der Parteien bedroht ist.
Artikel 5
Die Parteien vereinbaren, daß ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen werden wird; sie vereinbaren daher, dass im Falle eines solchen bewaffneten Angriffs jede von ihnen in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung der Partei oder den Parteien, die angegriffen werden, Beistand leistet, indem jede von ihnen unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten.
Artikel 6
Als ein bewaffneter Angriff auf einen oder mehrere der vertragschließenden Staaten im Sinne des Artikels 5 gilt ein bewaffneter Angriff auf das Gebiet irgendeines dieser Staaten in Europa oder Nordamerika, auf die algerischen Departements Frankreichs, auf die Besatzungen, die irgendein Vertragsstaat in Europa unterhält, auf die der Gebietshoheit eines Vertragsstaates unterliegenden Inseln im nordatlantischen Gebiet nördlich des Wendekreises des Krebses oder auf die Schiffe und Flugzeuge irgendeines Vertragsstaates innerhalb dieses Gebietes
Der Nordatlantikvertrag vom 4. April 1949 im Volltext
Bündnisfall im Falle des Ukraine-Kriegs?
Im Falle des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine trat der Bündnisfall nach Artikel 5 bislang nicht in Kraft, da die Ukraine kein Mitglied der NATO ist und bislang im Zusammenhang dieses Konflikts auch kein Bündnisstaat angegriffen wurde. Gleichwohl kam es im Grenzgebiet zur NATO in den vergangenen Jahren gelegentlich zu Irrläufern oder Querschlägern oder auch zum Eindringen von russischen Flugzeugen in den grenznahen Luftraum, welche als Provokationen gedeutet wurden. Jüngst nehmen diese Provokationen zu.
Im September 2025 kam es erstmals zu einem ernstzunehmenden Zwischenfall. Eine größere Zahl russischer Drohnen sind in den polnischen Luftraum eingedrungen, ein Teil davon wurden abgeschossen, vereinzelte Drohnen waren bereits in den Wochen zuvor aufgefallen. Aufgrund des jüngsten Vorfalls hat die polnische Regierung Konsultationen nach Artikel 4 des NATO-Vertrags beantragt. In der Geschichte des Bündnisses ist dies bislang sieben Mal der Fall gewesen. Auch zu Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine 2022 wurden Konsultationen einberufen.
NATO-Generalsekretär Rutte erklärte, ob es sich um eine absichtliche Verletzung des Luftraums handele oder nicht, Russlands Verhalten sei „absolut rücksichtslos“ und „absolut gefährlich“. Zugleich habe der Vorfall aber auch gezeigt, dass die NATO ihr Gebiet und ihren Luftraum verteidigen könne. Neben polnischen und niederländischen Kampfflugzeugen seien auch italienische AWACS-Überwachungsflugzeuge, Luftbetankungsflugzeuge sowie deutsche Patriot-Luftabwehreinheiten im Einsatz oder in Alarmbereitschaft gewesen. Laut NATO-internen Informationen verdichten sich die Hinweise, dass es sich um eine gezielte russische Aktion handelte. Fünf Drohnen sollen sich demnach auf direkter Flugbahn zu einem Ukraine-Logistik-Zentrum der NATO im Südosten Polens befunden haben.
In einer Erklärung aller 32 Bündnisstaaten vom September 2025 warnt die NATO Russland vor weiteren Luftraumverletzungen: „Für Russland sollte es keinen Zweifel geben: Die NATO und ihre Verbündeten werden im Einklang mit dem Völkerrecht alle notwendigen militärischen und nichtmilitärischen Mittel einsetzen, um sich zu verteidigen und alle Bedrohungen aus allen Richtungen abzuwehren”
Bündnisfall im Falle des Iran-Kriegs?
Im Fall des Ende Februar 2026 eskalierten Konflikts im Iran ist bislang ebenfalls kein Bündnisfall nach Artikel 5 eingetreten. Der NATO-Vertrag beschränkt die Beistandspflicht geografisch durch die Definition in Artikel 6. Demnach gelten Angriffe nur dann als Bündnisfall, wenn sie sich auf NATO-Gebieten ereignen (Nordatlantik, Mittelmeer, Europa, Nordamerika, Türkei). Ein Angriff etwa auf US-Militärstützpunkte außerhalb des im Vertrag definierten Gebiets z. B. im Nahen Osten löst den Bündnisfall daher nicht aus. Sollte der Iran jedoch im weiteren Verlauf des Krieges etwa einen Stützpunkt im Mittelmeer- oder nordatlantischen Raum angreifen, wäre Art. 5 anwendbar.
Trotz der Anfang März 2026 aus Iran abgeschossenen und in Richtung des türkischen Luftraums fliegenden Rakete hat NATO-Generalsekretär Mark Rutte betont, dass ein Bündnisfall derzeit nicht zur Debatte stehe. Die Rakete ist von einem NATO-Abwehrsystem im östlichen Mittelmeerraum abgefangen.und zerstört worden. Wenige Tage später Iran einer weitere Rakete auf die Türkei abgefeuert, welche ebenfalls von der NATO-Luftabwehr abgeschossen wurde. Aufgrund dieser Attacken auf die Türkei und die britische Militärbasis auf Zypern erhöht die NATO die Alarm- und Einsatzbereitschaft ihrer ballistischen Abwehrsysteme. Auch die Türkei hat seine Luftverteidigung verstärkt und stationiert Patriot-System nahe einem wichtigen NATO-Radarstützpunkt im Land.
Insgesamt betrachtet ist derzeit unwahrscheinlich, dass der Bündnisfall ausgelöst wird. Zum einen, da angegriffene Bündnispartner - in dem Fall die Türkei oder Großbritannien - die NATO selbst ausdrücklich um Beistand bitten müssten, was bei Angriffen solch begrenzten Ausmaßes unverhältnismäßig scheint. Zum anderen müssten alle NATO-Mitgliedstaaten im Konsens den Bündnisfall ausrufen, sollte es tatsächlich so weit kommen, dass ein Land um Beistand bittet.
In Bezug auf die de facto noch immer vom Iran blockierte Meerenge von Hormus hat US-Präsident Trump um NATO-Unterstützung zur Sicherung von Öltransporten gebeten. Er habe sieben Länder aufgefordert, Kriegsschiffe zu entsenden, um die Straße von Hormus offen zu halten. Die europäischen NATO-Staaten haben die Forderung Trumps nach einer militärischen NATO-Mission in der Straße von Hormus jedoch weitgehend zurückgewiesen. Ein solcher Einsatz wäre eine sogenannte „out-of-area“-Operation, der alle Alliierten zustimmen müssten und gilt als unwahrscheinlich. Trump kritiserte die Zurückweisung und ausbleibende Hilfe mit der Aussage „die NATO macht einen sehr dummen Fehler” und behält sich Konsequenzen vor. Er möchte die Situation als Bündnisfall behandelt sehen. Auch US-Außenminister Rubio betonte, die NATO dürfe „keine Einbahnstraße sein", er legte nach dem Iran-Krieg eine Neubewertung der Allianz nahe. Die NATO reagiert zurückhaltend auf die Kritik der USA. Dennoch spielt man im NATO-Hauptquartier inzwischen durch, was passieren würde, wenn Trump den Bündnisfall tatsächlich auslösen würde. In der Tat ist es so, dass US-Basen, Kampfjets und Soldaten angegriffen werden. Bedeutet dies nun in diesem Fall, dass die anderen Staaten dann auch zur Hilfe eilen müssen? Eher nicht, so heißt es vorsichtig bei der NATO, selbst angreifen und dann nach Hilfe rufen, so sei Artikel 5 eigentlich nicht gedacht. Dennoch hat sich die NATO mittlerweile weitere Gedanken gemacht, inwiefern das Bündnis doch dazu beitragen kann, bei der Sicherung der Straße von Hormus mitzuhelfen. Die NATO-Verbündeten würden „zusammenkommen“, so NATO-Generalsekretär Rutte, und zwar habe sich eine Gruppe aus rund 30 Ländern gebildet, die bereit sind, zu unterstützen, darunter NATO-Mitglieder, aber auch Australien, Bahrain, Japan, Korea, Neuseeland und die Vereinigten Arabischen Emirate. In Folge des aus Sicht der USA nach wie vor mangelnden Engagements der europäischen NATO-Verbündeten in der Golfregion hat US-Präsident Trump im April 2026 erneut mit einem Austritt der USA aus der NATO gedroht.
Mit der iranischen Drohnenattacke auf eine britische Militärbasis in Südzypern erreichte der Nahost-Krieg auch den Boden der Europäischen Union. Nicht nur im NATO-Bündnis sichern sich die Mitgliedstaaten gegenseitigen Beistand zu. Auch in der EU gibt es eine Beistandspflicht, festgeschrieben in Artikel 42 im Vertrag über die Europäische Union. So wird nun die Debatte geführt, inwiefern möglicherweise die Beistandspflicht innerhalb der EU im weiteren Verlauf dieses Konflikts noch zum Tragen kommen könnte, gerade im Falle jener Staaten, die nur der EU angehören und nicht dem NATO-Bündnis.
Weitere Informationen über die Beziehungen der NATO zur Ukraine sowie den aktuellen Status der partnerschaftlichen Beziehungen
NATO-Russland-Grundakte
Die NATO-Russland-Grundakte ist eine völkerrechtliche Absichtserklärung zwischen der NATO und Russland. Vor nunmehr 25 Jahren haben die beide Parteien am 27. Mai 1997 die Grundakte in Paris unterzeichnet. Ziel war es, das gegenseitige Vertrauen zu verbessern und einen Ausgleich zwischen den sicherheitspolitischen Interessen zu schaffen, auf Grundlage der Prinzipien der Demokratie und der kooperativen Sicherheit. Zudem sollte die Verantwortung des UN-Sicherheitsrates anerkannt werden.
Um die Vereinbarungen der NATO-Russland-Grundakte einzuhalten, nach der eine permanente Stationierung von NATO-Truppen in den östlichen Mitgliedstaaten ausgeschlossen ist, haben die multinationalen Verbände etwa alle neun Monate gewechselt. Laut Grundakte ist eine langfristige Stationierung von NATO-Truppen in diesem Gebiet nicht möglich. Ferner verpflichtete sich die NATO zu einen Verzicht auf die Stationierung von Atomwaffen in den neuen Mitgliedstaaten der NATO in Mittel- und Osteuropa. Demnach wäre es nicht möglich, etwa Atomwaffen aus den USA, Frankreich oder Großbritannien dort zu stationieren.
Das Bündnis verpflichtete sich, dass es „in dem gegenwärtigen und vorhersehbaren Sicherheitsumfeld seine kollektive Verteidigung und andere Aufgaben eher dadurch wahrnimmt, dass es die erforderliche Interoperabilität, Integration und Fähigkeit zur Verstärkung gewährleistet, als dass es zusätzlich substantielle Kampftruppen dauerhaft stationiert“.
Zur Einhaltung der Absichtserklärungen wurde 2002 der NATO-Russland-Rat geschaffen, der einen Rahmen für Gespräche und Austausch bieten soll. Die Ereignisse der Ukraine-Krise 2014 waren für die NATO-Außenminister allerdings Anlass, die praktische Zusammenarbeit im NATO-Russland-Rat zu suspendieren. Politischer Dialog fand im NATO-Russland-Rat aber dennoch statt.
Ist die NATO-Russland-Grundakte wegen des Ukraine-Kriegs hinfällig?
Durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und angesichts der neuen Bedrohungslage in der Region steht die NATO-Russland-Grundakte grundsätzlich wieder zur Diskussion. Mit dem Truppenausbau an der Ostflanke ist die NATO dabei, die NATO-Russland-Grundakte aufzuheben. Eine Aufkündigung bietet der NATO die Möglichkeit, größere Verbände in den Territorien der am meisten exponierten Alliierten zu stationieren: im Nordosten im Baltikum und Polen, im Südosten in Rumänien und Bulgarien. Nach einem Krisengipfel der Staats- und Regierungschefs der 30 NATO-Staaten Ende Februar 2022 hatte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg ausweichend auf die Frage geantwortet, ob das Militärbündnis die Nato-Russland- Grundakte nach der russischen Invasion in die Ukraine für obsolet hält. „Das ist die Realität: Die NATO-Russland-Grundakte funktioniert nicht, weil eine Seite, Russland, sie über viele Jahre hinweg verletzt hat", so Stoltenberg.
Die im März 2022 vorgelegten Pläne der NATO über eine dauerhafte Stationierung „substanzieller Kampftruppen” im östlichen Bündnisgebiet würden demnach gegen die NATO-Russland-Grundakte verstoßen. Diplomaten betonten allerdings, dass Russland nicht erwarten könne, dass sich die NATO nach dem russischen Angriff gegen die Ukraine noch an alle Vereinbarungen der NATO-Russland-Grundakte halte. Aus der Grundakte gehe klar hervor, dass die Vereinbarungen vor dem Hintergrund eines ganz anderen europäischen Sicherheitsumfelds getroffen worden waren. Der russische Präsident Wladimir Putin hat schon seit Jahren in Tschetschenien, Georgien, auf der Krim und in der Ostukraine militärisch dafür gesorgt, dass genau diese Sicherheitslage sich zunehmend verschlechtert. Nach dem neuerlichen Angriffskrieg auf die Ukraine hat sich die Lage nun dramatisch verändert. Vor diesem Hintergrund kann die Grundakte nicht mehr funktionieren. Sie ist überdies kein völkerrechtlich bindender Vertrag, sondern ein politisches Dokument, eine Absichtserklärung.
Welche Länder sind Mitglieder der NATO? (Stand 2026)

Welche Länder gehören zur NATO? Die 32 Mitgliedstaaten der NATO sind:
NATO-Staaten - Tabelle nach Beitrittsjahr
| Land | Beitrittsjahr |
|---|---|
| Belgien | 1949 |
| Dänemark | 1949 |
| Frankreich | 1949 |
| Großbritannien | 1949 |
| Italien | 1949 |
| Island | 1949 |
| Kanada | 1949 |
| Luxemburg | 1949 |
| Niederlande | 1949 |
| Norwegen | 1949 |
| Portugal | 1949 |
| USA | 1949 |
| Griechenland | 1952 |
| Türkei | 1952 |
| Deutschland | 1955 |
| Spanien | 1982 |
| Polen | 1999 |
| Tschechien | 1999 |
| Ungarn | 1999 |
| Bulgarien | 2004 |
| Estland | 2004 |
| Lettland | 2004 |
| Litauen | 2004 |
| Rumänien | 2004 |
| Slowakei | 2004 |
| Slowenien | 2004 |
| Albanien | 2009 |
| Kroatien | 2009 |
| Montenegro | 2017 |
| Nordmazedonien | 2020 |
| Finnland | 2023 |
| Schweden | 2024 |
NATO-Staaten - Liste alphabetisch
Albanien (Beitritt 2009)
Belgien (1949)
Bulgarien (2004)
Dänemark (1949)
Deutschland (1955)
Estland (2004)
Finnland (2023)
Frankreich (1949)
Griechenland (1952)
Großbritannien (1949)
Italien (1949)
Island (1949)
Kanada (1949)
Kroatien (2009)
Lettland (2004)
Litauen (2004)
Luxemburg (1949)
Montenegro (2017)
Niederlande (1949)
Nordmazedonien (2020)
Norwegen (1949)
Polen (1999)
Portugal (1949)
Rumänien (2004)
Schweden (2024)
Slowakei (2004)
Slowenien (2004)
Spanien (1982)
Tschechien (1999)
Türkei (1952)
Ungarn (1999)
USA (1949)

Zu den Gründungsmitgliedern der NATO (1949) zählen die zehn europäischen Staaten Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Belgien, Italien, Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Island und Portugal sowie die USA und Kanada. 1952 traten die Türkei und Griechenland bei. Die Bundesrepublik Deutschland folgte 1955 im Rahmen der Pariser Verträge und ist somit seit 70 Jahren Mitglied der NATO. Im Gegenzug entstand nun auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs der Warschauer Pakt (offiziell „Warschauer Vertragsorganisation“), das bis 1991 bestehende militärische Bündnis der Ostblockstaaten unter Führung der Sowjetunion. So traten Polen, Tschechien und Ungarn 1999 als erste Mitglieder der ehemaligen Warschauer Vertragsorganisation der NATO bei. Seit 2009 gehören auch Albanien und Kroatien zur NATO. 2017 ist Montenegro der NATO beigetreten und 2020 wurde Mazedonien 30. Mitglied. Beitrittskandidaten sind derzeit Bosnien und Herzegowina.
Nachdem Finnland und Schweden in Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Frühjahr 2022 einen Beitrittsantrag eingereicht haben, einigte sich die NATO auf ihrem Gipfel im Juni 2022 darauf, den Anträgen stattzugeben. Ein Verfahren zur Aufnahme wurde in die Wege geleitet, geriet jedoch aufgrund des Vetos der Türkei ins Stocken. Im März 2023 hat die Türkei die Blockade gegen Finnland aufgegeben. Am 4. April 2023 ist Finnland der NATO als31 Mitglied beigetreten. Auch Schweden durfte sich nun Hoffnung machen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat eine Zustimmung seines Landes zum NATO-Beitritt Schwedens signalisiert, sofern die EU der Türkei den Weg in die Europäische Union ebne, so Erdogan im Vorfeld des NATO-Gipfels im Juli 2023. EU-Ratspräsident Charles Michel zeigte sich offen, die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei zu „revitalisieren“. Im Dezember 2023 hat Präsident Erdogan seinerseits dem NATO-Antrag Schwedens zugestimmt, im Februar 2024 gab auch das türkische Parlament seine Zustimmung, so dass im März Schweden als 32. Mitgliedsland in die NATO aufgenommen werden konnte.
Im Herbst 2022 hatte auch die Ukraine einen Antrag auf NATO-Beitritt eingereicht. Da sich die Ukraine jedoch im Krieg mit Russland befindet, kommt derzeit ein Beitritt zum NATO-Bündnis nicht in Betracht.
NATO-Partnerschaften - Welche Länder möchten der NATO beitreten?
Ferner entstanden in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten diverse NATO-Partnerschaftsprogramme, die seit der Öffnung der NATO für neue Mitglieder und nach der Auflösung des Warschauer Paktes kontinuierlich gewachsen sind. So wurde im Jahr 1994 die „Partnerschaft für den Frieden" (Partnership for Peace – PfP) ins Leben gerufen. Sie dient der militärischen Zusammenarbeit zwischen der NATO und 20 europäischen sowie asiatischen Staaten, die keine NATO-Mitglieder sind (hauptsächlich die ehemaligen Sowjetrepubliken, Bosnien und Herzegowina und Serbien sowie Irland, Malta, Österreich und die Schweiz).
Seit 2002 gibt es ferner den “Individuellen Partnerschaftsaktionsplan” ( „Individual Partneship Action Plan“). Er gibt der NATO die Möglichkeit, „interessierten Partnerländern, die Bedarf an einer konkreteren Unterstützung bei ihren innenpolitischen Reformen, insbesondere im Verteidigungs- und Sicherheitssektor, signalisieren, anstelle einer festen Palette von Aktivitäten eine auf die jeweiligen Erfordernisse und Gegebenheiten zugeschnittene Unterstützung anbieten zu können", so die NATO in ihrer Veröffentlichung „Sicherheit durch Partnerschaft“. Teilnehmende Länder sind Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Moldau, Bosnien und Herzegowina und Serbien. Bosnien und Herzegowina ist schon einen Schritt weiter. Das Land wurde im Jahr 2010 dem „Aktionsplan für Beitrittskandidaten“ („Membership Action Plan" MAP) zugeführt. Die Ukraine reichte 2022 einen Antrag zum NATO-Beitritt ein. Auf dem NATO-Gipfel 2023 in Vilnius wurde beschlossen, dass die Ukraine den MAP-Prozess überspringen kann, da ihre Beitrittsbestrebungen auch ohne diesen Zwischenschritt weiterverfolgt werden können.
Die NATO hat den “Individuellen Partnerschaftsaktionsplan” 2024 durch das “Individuell Zugeschnittene Partnerschaftsprogramm” (ITPP) ersetzt, welches die Kooperation flexibler, effizienter und auf spezifische Ziele der Partnerländer zugeschnitten gestalten soll.
Welche Länder möchten der NATO beitreten?
Kandidaten und Interessenten
Aserbaidschan (seit 2005 Partnerschaftsaktionsplan)
Armenien (seit 2005 Partnerschaftsaktionsplan)
Bosnien und Herzegowina (seit 2010 Aktionsplan für Mitgliedschaft)
Georgien (seit 2008 anerkannter Beitrittskandidat)
Kasachstan (seit 2006 Partnerschaftsaktionsplan)
Moldau (seit 2006 Partnerschaftsaktionsplan)
Serbien (seit 2015 Partnerschaftsaktionsplan)
Ukraine (hat 2022 Beitrittsantrag eingereicht)
Wie kann ein Land der NATO beitreten?
Im Rahmen ihrer „Politik der offenen Tür“ ist das NATO-Bündnis prinzipiell offen für die Aufnahme neuer Mitglieder, sofern es sich um einen Staat in Europa handelt. Gemäß Artikel 10 des Washingtoner Vertrages können die NATO-Mitgliedstaaten ein Land zum Beitritt einladen.
Artikel 10
Die Parteien können durch einstimmigen Beschluss jeden anderen europäischen Staat, der in der Lage ist, die Grundsätze dieses Vertrags zu fördern und zur Sicherheit des nordatlantischen Gebiets beizutragen, zum Beitritt einladen. Jeder so eingeladene Staat kann (...) Mitglied dieses Vertrags werden.
Möchte ein Staat der NATO beitreten, muss er sich zu den Zielen der Charta der Vereinten Nationen bekennen. Voraussetzung ist weiterhin die Erfüllung bestimmter politischer Kriterien. Dazu gehören beispielsweise ein demokratisches politisches System, das die Prinzipien von Freiheit und Demokratie achtet und schützt und den Grundsätzen eines Rechtsstaates verpflichtet ist. Viele beitrittswilllige Kandidaten durchlaufen den „Aktionsplan für Beitrittskandidaten“ („Membership Action Plan"), ein Programm zur Vorbereitung, das sicherstellen soll, dass der neue Staat die politischen, militärischen und wirtschaftlichen Anforderungen erfüllt.
Außerdem darf der Staat nicht in innerstaatliche Konflikte verstrickt sein als auch nicht in internationale Konflikte und Kriege. Da sich die Ukraine im Krieg mit Russland befindet, kommt beispielsweise ein Beitritt der Ukraine zur NATO derzeit nicht in Betracht.
Ferner muss ein Kandidat in der Lage sein, einen angemessenen Beitrag zur gegenseitigen Verteidigung zu leisten und bereit sein, anderen Mitgliedstaaten beizustehen, sowohl mit politischen Mitteln als auch mit militärischen Mitteln. Eine eigene Armee zu haben, ist jedoch nicht zwingend erforderlich. So gehört Island zum Beispiel der NATO an, verfügt jedoch über keine eigenes Streitkräfte.
Je nach Ausgangslage erfordert ein NATO-Beitritt von dem beitrittswilligen Kandidaten also umfangreiche Reformanstrengungen und eine gewisse sicherheitspolitische Stabilität.
Wie sieht das Prozedere zum NATO-Beitritt konkret aus?
Bekundet ein Land sein Interesse, dem NATO-Bündnis beitreten zu wollen, richtet es zunächst ein formelles Schreiben oder einen offiziellen Antrag an den NATO-Generalsekretär. Anschließend ergeht eine Einladung der NATO an das beitrittswillige Land, welcher alle NATO-Mitgliedstaaten zuvor einstimmig zugestimmt haben müssen. Nach erfolgter Einladung stehen Verhandlungen mit dem Land an, in denen festgestellt werden soll, ob es bereit und in der Lage ist für die NATO-Mitgliedschaft bzw. bei welche politischen, wirtschaftlichen und militärischen Verpflichtungen das Land noch nachbessern muss, um die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft zu erfüllen. Am Ende solcher Verhandlungen erfolgt eine
Absichtserklärung der Regierung des Beitrittskandidaten, einschließlich eines Zeitplanes zur Umsetzung notwendiger Reformen. Das Beitrittsprotokoll muss in Folge von allen NATO-Mitgliedstaaten unterzeichnet und ratifiziert werden. Erst danach lädt der NATO-Generalsekretär den Beitrittskandidaten offiziell ein, der NATO beizutreten. Abgeschlossen ist das Prozedere, wenn der Beitrittskandidat gemäß seinen nationalen Verfahren den Beitritt beschließt und wenn das neue Mitglied seine Beitrittsurkunde bei der Regierung der USA (dem Verwahrer des Vertrags) hinterlegt hat.
Kann die Ukraine der NATO beitreten?
Bereits beim NATO-Gipfel 2021 in Brüssel hatten die Staats- und Regierungschefs der NATO die „Politik der offenen Tür“ für die Ukraine und Georgien zum Ausdruck gebracht. Sie forderten beide Länder auf, notwendige Reformen für eine stärkere Integration in die NATO fortzusetzen.
Nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Febiruar 2022 hat der ukrainische Präsident Selenskyj Russland zunächst Verhandlungen in Richtung Neutralität im Sinne einer Bündnisfreiheit der Ukraine angeboten, sofern sich Russland aus der Ukraine zurückziehe. In Reaktion auf die russische Annexion ukrainischer Gebiete Ende September 2022 hat die Ukraine allerdings doch einen Antrag auf einen beschleunigten NATO-Beitritt des Landes eingereicht. Neun Mitglieder der NATO unterstützen den ukrainischen Antrag.. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat daraufhin den Antrag der Ukraine nicht ausdrücklich befürwortet, sondern die Politik der offenen Tür des Bündnisses bekräftigt.
Bei einem NATO-Treffen im Vorfeld des NATO-Gipfel im Juli 2023 in Litauen berieten die NATO-Staaten über die Beitrittsperspektive der Ukraine. Es mehren sich die Zeichen, dass sich die Mitgliedstaaten damit einverstanden erklären, im Falle der Ukraine auf den Aktionsplan zur Mitgliedschaft (Membership Action Plan / MAP) zu verzichten, um das Aufnahmeverfahren deutlich zu beschleunigen. Die NATO möchte der Ukraine schon jetzt mehr Mitsprache auf Augenhöhe ermöglichen. Dafür soll ein NATO-Ukraine-Rat gegründet werden, der sich am Rande des Gipfels in Vilnius zum ersten Mal treffen soll. Ukraines Präsidnet Selenskyi fordert einen raschen NATO-Beitritt seines Landes und bereits jetzt konkrete Sicherheitsgarantien für sein Land.
Im Mai 2024 hat die Ukraine wiederholt einen möglichst raschen NATO-Beitritt erbeten. Sie ersuchte das Bündnis, noch in diesem Jahr die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine zu eröffnen und dem Land die Aufnahme bis spätestens 2028 zuzusagen. Der Beitritt solle nicht davon abhängen, ob Russland bis dahin seinen Angriff auf das Land beendet haben wird.
Der neue NATO-Chef Rutte hat sich kurz nach seinem Amtsantritt im Oktober 2024 mit Präsident Selenskyj getroffen und dem ukrainischen Präsidenten einen NATO-Beitritt seines Landes in Aussicht gestellt und weiteren militärischen Beistand zugesichert. Die Ukraine sei der NATO näher als je zuvor, das Land werde diesen Weg fortsetzen, bis es Mitglied der NATO werde, so Rutte. Mit den Maßnahmen der jüngsten Zeit baue das Militärbündnis eine Brücke zu einer solchen Mitgliedschaft.
In einem Interview mit dem US-Podcaster Lex Fridmann im Januar 2025 sprach Präsident Selenskyj über die Möglichkeit eines Tausches: Die Ukraine könnte bereit sein, die von Russland besetzten Gebiete in der Ostukraine aufzugeben im Tausch für eine sofortige NATO Mitgliedschaft seines Landes. Dieses Szenario könne jedoch nur umgesetzt werden, sofern die Ukraine einen diplomatischen Weg zur Beendigung des Krieges sehe, präzisierte er.
In Anbetracht der seit Februar 2025 begonnen Gespräche der USA und Russland über den Krieg in der Ukraine und den Optionen zu dessen Beendigung, hat Präsident Selenskyj ferner seine Bereitschaft zum Rücktritt im Gegenzug für einen Beitritt des Landes zur NATO erklärt. „Wenn es um Frieden für die Ukraine geht, dann bin ich bereit (meinen Posten zu verlassen)”, so Selenskyj. Seine Priorität seien Sicherheitsgarantien für die Ukraine, die beste Variante dafür sei ein NATO-Beitritt. Russland lehnt jedoch nach wie vor eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine kategorisch ab. Und unter der neuen US-Regierung wird diese inzwischen auch von den USA in Frage gestellt. Nachdem der Staatsbesuch des ukrainischen Präsidenten Wlodymyr Selenskyj bei US-Präsident Trump in Washington mit einem Eklat endete, rückt ein NATO-Beitritt der Ukraine wieder in weitere Ferne - und womöglich ist ein NATO-Austritt der USA kein unrealistisches Szenario mehr.
Doch selbst wenn alle Parteien sich einig würden, die Ukraine in die NATO aufnehmen zu wollen, ist es eher unwahrscheinlich, dass ein formaler Prozess in Richtung Beitritt der Ukraine in nächster Zeit eingeleitet werden kann. Der NATO-Vertrag enthält Bestimmungen, die die Aufnahme eines Kandidaten, der sich im Krieg befindet oder über umstrittene Territorien verfügt, nicht vorsehen. Die aktuelle Kriegsituation und eine womöglich jahrelang sich anschließenden Phase der Instabilität machen es der Ukraine schwer, Zugang zum NATO-Bündniss zu erhalten. Solange sich ein Land in einem Konflikt befindet, ist eine Aufnahme in die NATO so gut wie ausgeschlossen. Juristisch betrachtet könne man zwar auch zu einer Rechtsauslegung kommen, dass der Passus über die „Abwesenheit territorialer Streitigkeiten" in diesem Fall nicht gelte, da die Ukraine keine Ansprüche auf fremdes Land erhebe und, im Einklang mit den Normen des Völkerrechts, lediglich ihre eigenen, von Russland besetzten Gebiete befreie, wie Menschenrechtsorganisationen und weitere Unterstützer in einem jüngsten Appell an die NATO argumentierten. Mit dieser Auslegung ließen sich aber nicht die politischen Bedenken vieler NATO-Mitgliedsstaaten aus dem Weg räumen, erläutert Simon Koschut, Professor für Internationale Sicherheitspolitik. Ein sofortiger NATO-Beitritt der Ukraine hätte zur Folge, dass sich die NATO-Mitglieder einen bewaffneten Konflikt ins Bündnis holten und die NATO durch die Beistandsverpflichtung zur Konfliktpartei würde.
USA erhebt Anspruch auf Dänemarks Teilstaat Grönland
Grönland ist geografisch betrachtet dem nordamerikanischen Kontinent zuzuordnen, politisch gesehen gehört die Insel jedoch zum Königreich Dänemark. 1953 wurde Grönland offiziell als gleichberechtigter Teil in das Königreich Dänemark integriert und ist somit, ebenso wie die USA, Teil der NATO. Die USA haben auf der Insel schon lange eine eigene Militärbasis Diese Präsenz reicht US-Präsident Donald Trump jedoch offenbar nicht mehr aus, man brauche Grönland für die nationale Sicherheit, sagte er zu Beginn des Jahres 2026.
Bereits in seiner ersten Präsidentschaft hatte US-Präsident Donald Trump ein Auge auf Grönland geworfen. Sowohl aus sicherheitspolitischen und militärstrategischen als auch aus wirtschaftlichen (Grönland verfügt über viele Bodenschätze und seltene Erden) und geopolitischen Gründen hat Trump ein nachhaltiges Interesse an dieser größten Insel der Welt. Nun hat Trump diesen Anspruch nochmals bekräftigt und den Druck auf Dänemark erhöht.
Wie die USA dieses Ziel erreichen möchten, ob über einen Kauf oder mittels militärischer Intervention, ist unklar. Trump erwäge mehrere Optionen, um die von ihm angestrebte Übernahme Grönlands zu erreichen, erklärte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt in einer Stellungnahme: „Natürlich ist für den Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs immer eine Option”. US-Außenminister Marco Rubio sagte Medienberichten zufolge hingegen, dass die jüngsten Drohungen keine militärische Invasion signalisieren sollten, vielmehr sei ein Kauf Grönlands das Ziel.
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nimmt die Lage ernst, mahnt die USA vor einer Eskalation und warnt vor einem Zerfall der NATO: „Ich sage es ganz direkt: Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann war's das”, so Frederiksen, auch für die NATO. „Dann ist es vorbei mit der Weltordnung, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgebaut worden ist, vorbei mit den demokratischen Spielregeln. Alles fällt in sich zusammen, wenn ein NATO-Land ein anderes angreift.”
Sicherheitsexpertin Claudia Major hält eine militärische US-Intervention derzeit nicht für realistisch, kann sich aber gut vorstellen, dass Trump eine entsprechende formale Erklärung einer Annexion Grönlands aussprechen wird.
Um Trumps Sicherheitsargumente zu entkräften, haben die Europäer nun vorgeschlagen, die NATO-Präsenz in der Arktis zu erhöhen. Ein Vorschlag sieht demzufolge einen Überwachungseinsatz mit dem Namen „Arctic Sentry” (Wächter der Arktis) vor. Ferner sind britische Militärs dabei, sich mit Kollegen aus anderen EU-Staaten über eine Stärkung der Militärpräsenz in Grönland zu beraten, auch Deutschland beteilige sich an den Gesprächen. US-Präsident Trump zeigt sich indessen unbeeindruckt von diesen Vorschlägen. Er machte einmal mehr klar, dass es ihm darum gehe, Grönland langfristig zu besitzen. Seine Rechtfertigung: „Wenn wir Grönland nicht nehmen, werden es Russland oder China tun, und das werde ich nicht zulassen”, so der US-Präsident.
Russland kritisiert das Vorhaben, Soldaten aus NATO-Ländern nach Grönland zu entsenden. Die Pläne auf der Arktik-Insel „bereiten uns große Sorge“, so die Russische Botschaft in Brüssel. Die NATO verstärke damit ihre militärische Präsenz in der Region „unter dem falschen Vorwand einer wachsenden Bedrohung durch Moskau und Peking“.
Bei einem Krisengipfel in Washington Mitte Januar 2026 konnte keine Einigung über Grönland erzielt werden. US-Vizepräsident Vance, US-Außenminister Rubio und der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen haben sich aber darauf geeinigt, eine Arbeitsgruppe auf hoher Ebene zu bilden, um herauszufinden, ob man einen gemeinsamen Weg finden könne, der sowohl die US-amerikanischen Sicherheitsinteressen als auch die roten Linien des Königreichs Dänemark berücksichtige, sagte Rasmussen.
Nach wie vor hält US-Präsident Trump an seinen Ansprüchen auf Grönland fest und erhöht den Druck auf einzelne EU-Staaten, die sich jüngst gegen die Übernahme Grönlands durch die USA aussprachen. Konkret richtete er an Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, der Niederlande und Finnland die Drohung, neue Zölle zu erheben. Die angesprochenen EU-Staaten veröffentlichten daraufhin eine gemeinsame Erklärung, in der sie einerseits das gemeinsame transatlantische Interesse betonten, die Sicherheit in der Arktis zu stärken, und andererseits die Solidarität mit Dänemark bekundeten. Indessen hat Trump eingelenkt und verkündet, auf die angedrohten Strafzölle zu verzichten. Er habe sich mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte auf einen Rahmen für ein mögliches zukünftiges Abkommen zu Grönland geeinigt. Dänemark und Grönland haben NATO-Generalsekretär Mark Rutte ihrerseits eine NATO-Mission in der Arktis vorgeschlagen. Als Reaktion darauf äußerte Rutte :„Bei diesen wichtigen Fragen werden wir auch künftig als Verbündete zusammenarbeiten.“ Da die USA selbst Teil der NATO sind, ist nicht klar, wie eine solche Mission ablaufen könnte.
Welche Szenarien im Streit um Grönland sind denkbar? Szenario 1: Die USA übernehmen Grönland militärisch. Szenario 2: Die USA kaufen die Insel. Szenario 3: Die NATO verstärkt ihre militärischen Präsenz auf
Grönland und in der Arktis. Szenario 4: Im Zuge eines Referendums könnte sich Grönland für unabhängig erklären, und eventuell in einem weiteren Schritt freiwillig den USA beitreten.
NATO-Norderweiterung: Finnland und Schweden
Als Konsequenz auf den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hatte sich bereits im Laufe des Jahres ein Beitritt Schwedens und Finnlands zur NATO abgezeichnet. Beide Länder arbeiten mit der NATO seit Jahren im Programm „Partnerschaft für den Frieden” zusammen. Finnland und Schweden fungieren zusammen mit sechs weiteren Ländern als „enge“ NATO-Partnerländer und tragen auch zu Operationen bei. Somit bestanden bereits einige Möglichkeiten, in bestimmten Bereichen mit der NATO zusammenzuarbeiten, ohne bislang jedoch Mitglied des transatlantischen Bündnisses zu sein. Finnland und Schweden erhielten darüber hinaus aufgrund des Krieges in der Ukraine einen verstärkten Zugang zu NATO-Informationen und können an der strategischen Kommunikation der NATO teilnehmen.
Abkehr von der Bündnisneutralität
Bislang hatten Finnland und Schweden auf einen neutralen Status Wert gelegt. Der Weg, die Bündnisneutralität aufzugeben, sei jedoch keine Entwicklung, die erst in den vergangenen Monaten begonnen habe, so Sicherheitsexperte Markus Kaim. Im Grunde würden sich die beiden Länder seit den 1990er-Jahren auf den Westen zubewegen. Nach der Destabilisierung der Ostukraine 2014 und der Annexion der Krim wurden sie Partnerländer der NATO. Die russische Invasion in der Ukraine 2022 habe die öffentliche Meinung in beiden Ländern nun völlig zum Umkippen gebracht, so Kaim. Nachdem Russland die beiden Länder im Zuge der Zuspitzung im aktuellen Krieg um die Ukraine zudem mehrmals gewarnt hatte, keinen NATO-Beitritt zu erwägen, wuchs die Entschlossenheit, gerade diesen Schritt in Richtung NATO doch zu gehen. Russland hatte in einem Schreiben an Finnland und Schweden Sicherheitsgarantien von beiden Ländern eingefordert. Beide Länder hatten die Forderung als inakzeptabel zurückgewiesen und erklärt, solche Entscheidungen in Ausübung ihres Rechts auf freie Bündniswahl selbst zu treffen. Ende April 2022 hatten Schweden und Finnland schließlich ihre Absicht verkündet, Mitte Mai 2022 gemeinsam einen Beitrittsantrag zur NATO einreichen zu wollen.
Auf dem Weg in die NATO
Am 18. Mai 2022 haben Schweden und Finnland offiziell einen Mitgliedsantrag bei der NATO eingereicht. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hieß die beiden Länder willkommen: „Dies ist ein historischer Moment zu einem kritischen Zeitpunkt für unsere Sicherheit”, so Stoltenberg. Mit den Aufnahmeanträgen wird sich nun der NATO-Rat beschäftigen. Die NATO hatte zuvor bereits signalisiert, sollte der Antrag auf Mitgliedschaft eingehen, könne ein Beitritt im Eiltempo erfolgen. Allerdings kommt aus der Türkei seit Monaten Widerstand gegen den Beitritt der beiden Länder. Präsident Erdogan legte ein Veto ein, zeigte sich jedoch verhandlungsbereit. Wenige Tage nach dem NATO-Gipfel im Juni 2022 in Madrid haben die Botschafter aller 30 NATO-Staaten die Beitrittsprotokolle unterzeichnet. Anschließend muss jedoch noch die Ratifizierung durch die 30 Parlamente der Bündnispartner erfolgen.
Finnland tritt zunächst ohne Schweden bei
Die Türkei hielt die Blockade über Monate aufrecht und stellte insbesondere Forderungen an Schweden, die zunächst erfüllt werden müssten. Erst wenn die Auslieferung angeblicher „Terror“-Verdächtiger der Gülen-Bewegung erfolgt sei, werde die Türkei grünes Licht für einen NATO-Beitritt geben. Ein Eklat im Januar 2023 provozierte weiteren Unmut. Nach einer demonstrativen Koran-Verbrennung im Zuge einer rechtsextremen Protestaktion vor der türkischen Botschaft in Stockholm, machte der türkische Präsident Erdogan in deutlichen Worten klar. die Türkei könne einen NATO-Beitritt Schwedens nicht unterstützen. ,Als Reaktion erklärte Finnlands Außenminister, Finnland könnte gezwungen sein, einen NATO-Beitritt ohne seinen langjährigen Verbündeten Schweden in Betracht zu ziehen. Auch der türkische Präsident Erdogan ließ Zustimmmung für einen alleinigen Beitritt Finnlands anklingen. Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin erklärte allerdings während eines Besuchs Anfang Februar 2023 beim schwedischen Regierungschef Ulf Kristersson in Stockholm, die begonnene Reise müsse „Hand in Hand” weitergehen, Finnland und Schweden hätten sich gemeinsam beworben, und es sei im Interesse aller, dass beide Länder der NATO gemeinsam beiträten. Die Außenminister der beiden Ländern räumten bei einem Treffen in Helsinki ein: „Auch wenn wir ein starkes Interesse an einem gemeinsamen Beitritt haben, muss man respektieren, dass die Mitgliedschaft im Interesse des jeweils einzelnen Landes gesehen wird.“ Es komme darauf an, dass beide Länder in Zukunft „gemeinsam in der Nato sind“. Keiner von beiden nannte jedoch den gemeinsamen Beitritt als Bedingung.
Mitte März 2023 gab der türkische Präsident Erdogan seine Zustimmung zum angestrebten NATO-Beitritt Finnlands bekannt. Ende März hat das türkische Parlament ebenfalls dem NATO-Beitritt Finnlands zugestimmt. Damit hat die Türkei ihre Blockade gegen die Norderweiterung der NATO zumindest zu einem Teil aufgegeben und dem Beitritt Finnlands steht nicht mehr im Wege. Im Rahmen eines Außenministertreffens wurdeFinnland am 4. April 2023 offfiziell in die NATO aufgenommen.
Weg frei für NATO-Beitritt Schwedens
Schweden musste über Monate auf die Zustimmung aus der Türkei hoffen, da sich der türkische Präsident Erdogan gegen einen Beitritt Schwedens weiterhin sträubte. Im Zuge des NATO-Gipfels im Juli 2023signalisierte Erdogan Zustmmung zum NATO-Beitritt Schwedens und verknüpfte diese mit der Aussicht auf eine Aufnahme der Türkei in die EU.. Die Türkei könne den NATO-Beitritt Schwedens ratifizieren, sofern die EU der Türkei den Weg in die Europäische Union ebne, sagte Erdogan am Vortag des NATO-Gipfels nach einem Gespräch mit EU-Ratspräsident Charles Michel. Michel sagte dem türkischen Präsidenten zu, nach Möglichkeiten zu suchen, die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei zu „revitalisieren“. Er habe den EU-Außenbeauftragten Joseph Borrell angewiesen, Vorschläge für das weitere Vorgehen zu unterbreiten.
Im Oktober 2023 hat der türkische Präsident Erdogan eingelenkt und den NATO-Antrag Schwedens dem türkischen Parlament zur Ratifizierung vorgelegt. Der Auswärtige Ausschuss des Parlaments hat sich in Folge Ende Dezember 2023 dafür ausgesprochen, Schweden in das Bündnis aufzunehmen. Anschließend stand noch die Abstimmung über den Beitritt im gesamten türkischen Parlament aus. Das Parlament in Ankara hat schließlich im Januar 2024 mit deutlicher Mehrheit für die Aufnahme Schwedens in die NATO gestimmt.
Nun stand einem NATO-Beitritt Schwedens noch der Boykott Ungarns im Wege. Als Grund für seine zögerliche Haltung hatte Ungarns Präsident Viktor Orban wiederholt Schwedens Kritik am Zustand der ungarischen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit genannt. Orban forderte einen Besuch des schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson in Ungarn als Bedingung, um über das Abkommen zu „verhandeln“. Nach einem persönlichen Besuch Kristerssons in Budapest und einer Vereinbarung zum Kauf und Wartung schwedischer Kampfflugzeuge vom Typ JAS 39 Gripen, gaben Orban und seine regierende Fidesz-Partei ihren Widerstand auf. In einer Abstimmung im Parlament haben die Abgeordneten im Februar dem NATO-Beitritt Schwedens zugestimmt. Anfang März 2024 ist Schweden offiziell der NATO beigetreten. Das skandinavische Land hinterlegte als 32. Mitgliedsland des Militärbündnisses seine Beitrittsurkunde bei einer feierlichen Zeremonie in Washington.
Russland warnt vor weiterer NATO-Aufrüstung
Russlands Präsident Putin hatte die beiden Staaten wiederholt vor einem NATO-Beitritt gewarnt. Insbesondere das direkte Nachbarland Finnland, mit dem Russland eine mehr als 1.300 Kilometer lange Grenze verbindet, versuchte Putin bis zuletzt von einem Beitrittsantrag abzuhalten. In einem Telefonat mit dem finnischen Präsidenten bezeichnete er einen möglichen NATO-Beitritt als „Fehler", der die bilateralen Beziehungen belasten würde. Finnlands Abkehr von der traditionellen Neutralität werde zu einer Verschlechterung der bislang guten nachbarschaftlichen Beziehungen führen. Finnlands Sicherheit sei in keiner Weise gefährdet. Putin betonte weiterhin, er werde insbesondere keine weitere Aufrüstung vor seinen Grenzen dulden. Russland habe zwar kein Problem mit den beiden Ländern, auch was deren absehbare NATO-Mitgliedschaft angehe, sagte Putin vor den Staatschefs der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS), „aber die Erweiterung der militärischen Infrastruktur in dieses Gebiet würde sicherlich eine Antwort unsererseits provozieren”. Kurz zuvor hatte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow noch härtere Töne angeschlagen. Russland werde einen NATO-Beitritt seines Nachbarlandes „definitiv" als Bedrohung ansehen. Das russische Außenministerium hatte mitgeteilt, Moskau sehe sich gezwungen, darauf „militärtechnisch und auf andere Weise" zu reagieren.
Als Reaktion auf den Beitritt Finnlands im April 2023, hatte der russische Vizeaußenminister Alexander Grushko angekündigt, sein Land werde als Antwort auf den finnischen NATO-Beitritt seine militärische Präsenz im Nordwesten verstärken. Nachdem nun im März 2024 auch Schweden der NATO beigetreten ist, gab Putin bekannt, Russland werde militärisches Equipment an der Grenze zu Finnland stationieren. „Wir hatten dort keine Truppen, jetzt werden sie dort sein“, erklärte Putin. „Es gab dort keine Zerstörungssysteme, jetzt werden sie dorthin verlegt.“
Norderweiterung stärkt NATO-Bündnis
Der NATO würden sich mit dem Beitritt Finnlands und Schwedens strategisch neue Möglichkeiten eröffnen. Es handle sich um einen großen Paradigmenwechsel in der Sicherheitspolitik für beide Seiten, so Markus Kaim. Die beiden Länder würden ihre jahrzehntelange Bündnisneutralität aufgeben und sich einem System kollektiver Sicherheit anschließen. Für die NATO sei der Beitritt ein entscheidender sicherheitspolitischer Mehrwert. Sowohl Finnland als auch Schweden sind militärisch hervorragend aufgestellt und könnten etwa bei einem Einsatz im baltischen Raum eine große Stütze sein. Der gesamte logistische Nachschub in dieses Gebiet könne nun über Finnland und vor allem aber über Schweden laufen. Er gehe davon aus, dass die entsprechenden Verteidigungsplanungen nun angepasst würden, so Kaim. NATO-Stützpunkte oder Militärdepots in den beiden Ländern würden für das Bündnis vermutlich derzeit jedoch keine Priorität darstellen. Im Moment stehe dabei eher die Stärkung der NATO-Ostgrenze im Mittelpunkt, wo Staaten wegen schwächerer militärischer Fähigkeiten das Bündnis um Hilfe gebeten hätten. In jedem Falle würden beide Seiten von der Erweiterung profitieren. Und Russlands Präsident Putin hat mit seiner aggressiven Politik offensichtlich genau das Gegenteil erreicht, was er eigentlich im Sinn hatte. Die NATO wird nicht schwächer, sondern stärker; das NATO-Gebiet wird nicht kleiner, wie von ihm gefordert, sondern größer.
NATO-Osterweiterung
Der Krieg in der Ukraine hat das Thema NATO-Osterweiterung wieder ganz oben auf die Agenda gesetzt. Aus Sicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist die europäische Sicherheitsordnung, wie sie sich seit 1992 entwickelt hat, nicht akzeptabel. Russland möchte wieder eine Pufferzone zwischen sich und dem Westen schaffen. Seit dem Kalten Krieg habe die NATO sein Land mit „fünf Erweiterungswellen“ ohne Rücksicht auf russische Sicherheitsinteressen „dreist betrogen“, so Putin.
In einer schriftlich formulierten Forderung an die NATO forderte Russland im Dezember 2021 einen Stopp der NATO-Osterweiterung. Russlands Präsident Wladimir Putin wirft dem westlichen Bündnis schon seit Jahren vor, sich immer weiter in Richtung Russland auszudehnen. Nun forderte er von der NATO schriftliche Garantien, künftig keine weiteren osteuropäischen Staaten wie die Ukraine oder Georgien in die NATO aufzunehmen. Und Putin ging noch einen Schritt weiter in seinen Forderungen: Was die geografische Reichweite der NATO anbelangt, forderte er eine Zurückführung der NATO auf den Stand von 1997. Damit wäre eine Stationierung von NATO-Einheiten auf dem Gebiet des früheren Warschauer Paktes, des ehemaligen Jugoslawiens, der baltischen Staaten, der Visegrad-Staaten (Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn) sowie in Rumänien und Bulgarien ausgeschlossen. Mit seinem Anliegen, sich einen Schutzraum mit Pufferstaaten neu zu erschaffen, fordert Putin eine völlige Neurodnung der europäischen Sicherheitsarchitektur.
Die USA und die NATO-Staaten wiesen die von Russland formulierten Ansprüche als unannehmbar zurück. In einem Antwortschreiben auf Russlands Forderungen machten sie klar deutlich, dass die formulierten Kernforderungen Russlands in Bezug auf die bislang erfolgte sowie künftig geplante NATO-Osterweiterung für das Bündnis inakzeptabel sind.
Debatte um NATO-Osterweiterung: Gab es Zusagen oder Garantien?
Blickt man zurück in die Zeit nach der Auflösung der Sowjetunion und des Warschauer Paktes, erging 1994 ein Solidaritätsversprechen des damaligen NATO-Generalsekretärs an die Staaten Ostmitteleuropas. Polen, Tschechien, Ungarn und die baltischen Republiken suchten nach neuen Sicherheitskonzepten, die der neuen Lage Rechnung trugen, da sie selbst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die alte Hegemonialmacht Russland noch fürchteten. Das NATO-Angebot einer „Partnerschaft für Frieden“ war den Staaten zu wenig. Sie strebten eine tatsächliche Mitgliedschaft in der NATO an. Der Wunsch nach verbindlichen Sicherheitsgarantien war vor diesem Hintergrund – und ist angesichts der Krise auch aktuell – ein berechtigtes Freiheits- und Sicherheitsinteresse.
Im Zuge des aktuellen Krieges ist eine Debatte um die Frage entbrannt, ob während der Zwei-plus-Vier-Gespräche im Jahr 1990 über die Zukunft Deutschlands die Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit einer NATO-Erweiterung ein Teil der Verhandlungen war. Für manche steht fest, Russland sei damals getäuscht worden. Es sei damals verbindlich zugesichert worden, die NATO werde sich nicht nach Osten erweitern. Das würde bedeuten, der Westen sei vertragsbrüchig geworden. Putin berufe sich demnach zurecht auf die vielzitierte „Keinen-Zoll-ostwärts-Aussage“ des US-Außenministers Baker vom 9. Februar 1990, das mündliche Versprechen, die NATO werde sich generell nicht weiter nach Osten ausdehnen.
Andere bestreiten energisch, dass die Frage der NATO-Zugehörigkeit Teil der damaligen Vereinbarungen war. Gibt es ein Versprechen aus den 1990er Jahren an die Sowjetunion beziehungsweise an Russland, demgemäß sich die NATO nicht weiter in Richtung Osten hätte ausdehnen dürfen? Inwieweit sind die neuerlichen Forderungen Russlands nach Sicherheitsgarantien in Osteuropa nachzuvollziehen oder von der Hand zu weisen?
Die Geschichtsprofessorin Kristina Spohr ist der Ansicht, es sei bei dem „Versprechen” vor allem darum gegangen, der Sowjetunion die Angst vor einem sich vergrößernden Deutschland zu nehmen, indem man zusicherte, weder integrierte NATO-Kommandostrukturen auf das „Territorium der vormaligen DDR“ zu verlegen noch NATO-Truppenstationierungen dort vorzunehmen. Bei den Gesprächen im Februar 1990 sei es also nie um die Erweiterung der Mitglieder der NATO, sondern einzig um die Ausdehnung der integrierten NATO-Verteidigungsstrukturen nach Ostdeutschland gegangen. Auch der im September 1990 unterzeichnete Zwei-plus-Vier-Vertrag „über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland“ habe also schlicht ermöglicht, dass die NATO die Sicherheitsgarantie gemäß Artikel 5 auf die ehemaligen Gebiete der DDR ausdehnte. Die Zukunft Mittel- und Osteuropas sei dabei unberücksichtigt geblieben, so Spohr.
Zum ausführlichen Artikel bei dekoder: „Die Geschichte der NATO-Osterweiterung".
Der Spiegel-Artikel vom 10.2.2022 kommt zu dem Schluss, der Westen habe mit der NATO-Osterweiterung zwar keinen Vertrag gebrochen, doch unwohl sei manchen Beteiligten schon gewesen. Jahre später habe Außenminister Genscher gesagt, formal sei das alles in Ordnung, aber man solle sich nichts vormachen. Gegen den Geist der Absprachen von 1990 verstoße man sehr wohl.
Laut einem Spiegel-Artikel vom 18.2.2022 stütze ein Aktenfund von 1991 den russischen Vorwurf. Auf Ebene der damaligen Außenminister Deutschlands und Russlands habe man sich damals darauf verständigt, die NATO nicht weiter nach Osten auszudehnen. Der deutsche Jürgen Chrobog, Intimus von Genscher, habe in einem Vermerk festgehalten: „Wir haben in den 2 plus 4 Verhandlungen deutlich gemacht, dass wir die NATO nicht über die Elbe (gemeint ist: die Oder, d. Red.) hinaus ausdehnen. Wir können daher Polen und den anderen keine NATO-Mitgliedschaft anbieten.“ Die damaligen Staatchefs Helmut Kohl und George H.W. Bush hätten diese Vereinbarung später übergangen. Der Schweizer Historiker Christian Nünlist kommt nach Auswertung aller wesentlichen Studien zu folgendem Ergebnis: „Konkrete westliche Garantien bezogen sich 1990 nur auf die DDR; aber der Westen täuschte die Sowjetunion gleichzeitig mit vagen Versprechen einer kooperativen, inklusiven, europäischen Sicherheitsordnung, während die Bush-Regierung bewusst die exklusive NATO (ohne die UdSSR) ins Zentrum der neuen Sicherheitsstruktur Europas rückte.“
Kristina Spohr wiederum schreibt in ihrer Analyse „Putins war against european order” vom 25.2.2022, das erwähnte Dokument enthalte nichts, was als Beweis für verbindliche Zusagen dienen könnte, die NATO nicht in Richtung Osten auszudehnen. Es handle sich – entgegen der Darstellung im Sensations-Artikel des Spiegel – um keinen neuen Aktenfund, das Dokument sei bereits fünf Jahre zuvor freigegeben worden.
In diesem Zusammenhang ist auch auf die Richtigstellung der NATO aus dem Jahr 2014 zu verweisen, in der die von Russland vorgebrachten Anschuldigungen widerlegt werden:
Russlands Anschuldigungen – eine Richtigstellung
Analysen und EInschätzungen zu den
Ursachen des Konflikts Russlands mit der Ukraine und dem Westen.
Aktuelle Informationen über die Entwicklung im
NATO-Aufrüstung - Abschreckung und Verteidigung
Angesichts der sich zuspitzenden Lage in der Ukraine sprach die NATO bereits im Vorfeld des Angriffskrieges Russlands von einem „gefährlichen Moment für die europäische Sicherheit”. Die Verteidigungsminister der NATO-Staaten kamen bei ihrem Treffen Mitte Februar 2022überein, ihre Präsenz an der Ostflanke ausbauen zu wollen.
Das Gefahrenpotenzial ist mit Ausbruch dieses Krieges noch einmal deutlich angestiegen, weshalb die NATO ihre Pläne forcierte, in Zukunft auch in südwestlich der Ukraine gelegenen NATO-Ländern wie Rumänien multinationale Kampftruppen zu stationieren sowie die Präsenz der bestehenden Einheiten auszubauen. Sogenannte Battlegroups gab es bislang nur in den baltischen Staaten Estland, Litauen und Lettland sowie in Polen. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, man sei bereit, das Abschreckungs- und Verteidigungsvorhaben weiter zu stärken, um auf alle Eventualitäten aus Richtung Russland vorbereitet zu sein.
Auf der NATO-Sondersitzung am 24.März 2022 erging der Beschluss, die Truppen an der Ostflanke dauerhaft zu stärken. Vier NATO-Gefechtseinheiten sollen künftig in der Slowakei, in Ungarn, Bulgarien und Rumänien die Ostflanke verteidigen. Zusätzlich zu den Einheiten, die bereits in den baltischen Staaten und Polen stationiert sind. Angesichts „der seit Jahrzehnten schwerwiegendsten Bedrohung für die euro-atlantische Sicherheit” werde man das Abschreckungs- und Verteidigungsdispositiv erheblich stärken und das gesamte Spektrum an einsatzbereiten Streitkräften und Fähigkeiten weiterentwickeln, hieß es in der gemeinsamen Gipfelerklärung. Diese Schritte würden durch „erweiterte Übungen" mit dem Schwerpunkt kollektive Verteidigung und der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Streitkräfte ergänzt. Am 4. April 2022 meldete die NATO, mit ihren Bemühungen um eine Verstärkung der Ostflanke voranzukommen. Vier neue multinationale Gefechtsverbände in Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Slowakei hätten die erste Stufe der Einsatzbereitschaft erreicht. Zur genauen Zusammenstellung und Größe der Battlegroups war zunächst noch nichts bekannt.
Schon im Frühjahr 2022 gab die NATO bekannt, sie arbeite an Plänen für eine ständige Militärpräsenz an ihren Grenzen. „Was wir jetzt sehen, ist eine neue Realität, eine neue Normalität für die europäische Sicherheit”, so NATO-Generalsekretär Stoltenberg. Die NATO befände sich in einer grundlegenden Umgestaltung. Diese spiegele die langfristigen Folgen der Handlungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin wider.Auf dem NATO-Gipfel Ende Juni 2022 in Madrid wurde schließlich ein neues strategisches Konzept beschlossen. Die „NATO Response Force”, die schnelle Eingreiftruppe des Bündnisses, soll von derzeit 40.000 auf mehr als 300.000 Soldatinnen und Soldaten anwachsen. Russland stelle derzeit die „größte Bedrohung" für Sicherheit und Frieden dar, entsprechend müsse das NATO-Bündnis auf die neue Realität reagieren, so Stoltenberg.
Insbesondere Lettland, Estland und Litauen befürchten, Russland könnte es nach der Ukraine auch auf die baltischen Staaten abgesehen haben. Bei einem Treffen im April 2020 haben sich die Regierungschefs für einen stärkeren NATO-Beistand stark gemacht. „Wir fordern nicht nur eine ständige NATO-Präsenz, sondern eine neue Art von NATO-Präsenz”, sagte Gastgeber Krisjanis Karins (Lettland) bei einem Gespräch mit seinen Amtskolleginnen Kajas Kallas (Estland) und Ingrida Simonyte (Litauen). Diese neue Präsenz müsse auf der Prämisse basieren, dass eine Invasion nicht stattfinden werde, „weil unsere Fähigkeit, uns zu verteidigen und den Sieg zu erringen vom ersten Tag an klar wäre”. Im Juni 2022 war es ferner zu Spannungen zwischen Litauen und Russland gekommen. Litauen blockierte mit Verweis auf EU-Sanktionen Teile des Güterverkehrs zwischen Russland und der Exklave Kaliningrad.
Auch das neue NATO-Mitglied Finnland wappnet sich für eventuelle Angriffe seitens Russland, Das Land teilt mit Russland eine 1300 Kilometer lange, welche über Jahrzehnte von finnischen Grenzschützen Tag und Nacht kontrolliert wurde. Nach dem Zerfall des Eisernen Vorhangs wurden die Kontrollen eingestellt. In Folge des Ukrainekrieges hat Finnland beschlossen, seine Ostgrenze wieder zu stärken und mit dem Bau von Befestigungen begonnen. Inzwischen sei das ganze Land auf die Gefahr eines russischen Angriffs eingestellt, erklärte auch Militärexperte Thomas Wiegold. Finnland habe jetzt schon Kapazitäten, die auf eine Verteidigung gegen einen übermächtigen Gegner ausgerichtet sind. In einem Kriegsfall könne die recht kleine Armee praktisch innerhalb weniger Tage verzehnfacht werden, weil Finnland sehr konsequent seit Jahrzehnten Reservisten ausbilde und die nötige Ausrüstung vorhalte.
Im Januar 2024 hat die NATO weiterhin beschlossen, ihre Luftverteidigung zu stärken. Das Verteidigungsbündnis möchte hierfür bis zu 1.000 Patriot-Raketen anschaffen. Produziert werden diese beim deutschen Rüstungshersteller Comlog in Bayern, die Kosten werden sich auf 5,5 Milliarden Euro belaufen. Die Investition sei ein Zeichen für die Stärke des Militärbündnisses, erklärte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg.
Nach zwei Jahren Krieg in der Ukraine warnte NATO-Generalsekretär Stoltenberg vor einer jahrzehntelangen Konfrontation mit Russlandund forderte schnellere Rüstungsinvestitionen. „Die NATO sucht keinen Krieg mit Russland”, so Stoltenberg, „aber wir müssen uns wappnen für eine möglicherweise jahrzehntelange Konfrontation." Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz Christoph Heusgen schließt den russischen Griff nach NATO-Gebiet nicht mehr aus. Erstmals seit Ende des Kalten Krieges werde ein möglicher Krieg von außen vorgegeben, so auch der Generalinspekteur der Deutschen Bundeswehr Carsten Breuer in einem Interview: „Wenn ich den Analysten folge und sehe, welches militärisches Bedrohungspotenzial von Russland ausgeht, dann heißt das für uns fünf bis acht Jahre Vorbereitungszeit." Das heiße aber nicht, dass es dann Krieg geben werde - aber es sei möglich. Es gehe am Ende darum, sich verteidigen zu können und dadurch für einen Gegner das Risiko so hoch anzusetzen, dass er sich gegen einen Angriff entscheide.
Angesichts der anhaltenden Bedrohung durch Russland steuert die NATO 2025 nun auf einen signifikanten Ausbau ihrer militärischen Fähigkeiten zur Abschreckung und Verteidigung zu. Die NATO plant, die bisher gültigen Zielvorgaben um etwa 30 Prozent zu erhöhen. Künftig sollen so etwa deutlich mehr weitreichende Marschflugkörper und Drohnen sowie Kapazitäten in Bereichen wie Luftverteidigung und Artillerie vorgehalten werden. Hintergrund der Planungen ist die Einschätzung von Geheimdiensten, dass Russland schon in wenigen Jahren bereit für weitere militärische Aggressionen in Europa sein könnte, trotz des noch laufenden Angriffskriegs gegen die Ukraine. Die neue US-Regierung unter Donald Trump fordert innerhalb des Bündnisses künftig eine ausgeglichenere Lastenteilung ein. Gemäß den neuen Planungszielen wird die neue Vorgabe für die Verteidigungsausgaben künftig vorsehen, dass alle NATO-Mitglieder sich dazu verpflichten, mindestens insgesamt 5 Prozent des nationalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Verteidigung zu investieren. Die USA geben bereits seit vielen Jahren stets wesentlich mehr als drei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Verteidigung aus. Im Idealfall sollen die Europäer nach Trumps Vorstellung in Zukunft alle konventionellen Verteidigungsfähigkeiten selbst stellen. Die USA würden dann in Europa nur noch die nukleare Abschreckung garantieren müssen. Dennoch scheint die US-Truppenpräsenz in Europa derzeit noch gesichert. Donald Trump sicherte Bundeskanzler Friedrich Merz bei einem Treffen in Washington im März 2026 zu, dass er an der Truppenpräsenz in Deutschland festhalten werde.
Das Bundesministerium der Verteidigung hat für Deutschland für das Jahr 2026 Investitionen von mehr als 108 Milliarden Euro in die äußere Sicherheit vorgesehen. In den Folgejahren soll diese Summe bis auf rund 152 Milliarden Euro für den Haushalt des Verteidigungsministeriums im Jahr 2029 steigen. Bis 2029 will die Bundeswehr kriegstüchtig sein. Im Ernstfall wäre Deutschland, aufgrund seiner zentralen Lage im europäischen NATO-Gebiet, strategisch besonders wichtig und die logistische Drehscheibe des Bündnisses. Was ist dann militärisch zu tun? Bundeswehr: NATO-Drehscheibe Deutschland
Auch Russland verfolgt seit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine Pläne, seine Grenzregionen zur NATO militärisch zu stärken. Nachdem die NATO 2022 den Beschluss gefasst hatte, die Ostflanke des Bündnisses zu stärken, hatte kurz darauf auch Russland Pläne zur Stärkung seiner Westflanke bekanntgegeben. An der Ostflanke habe sich eine gewaltige Gruppierung gebildet, „eine mächtige militärische Infrastruktur, eine Verteidigungsstruktur der NATO”, sagte Kremlsprecher Peskow. „Nicht wir haben uns in die Richtung der NATO bewegt, sondern die NATO hat sich in unsere Richtung bewegt und dadurch eine Gefahr für uns erzeugt, die unsere Besorgnis auslöst”, sagte Peskow mit Blick auf die vergangenen Jahre. Nachdem nun sowohl Finnland als auch Schweden dem NATO-Bündnis beigetreten ist, gab Putin im März 2024 bekannt, werde Russland militärisches Equipment an der Grenze zu Finnland stationieren. „Wir hatten dort keine Truppen, jetzt werden sie dort sein“, erklärte Putin. „Es gab dort keine Zerstörungssysteme, jetzt werden sie dorthin verlegt.“ Wie Medien im Frühjahr 2025 berichteten, baut der Kreml in Grenznähe sichtbar militärische Infrastruktur aus und errichtet ein Hauptquartier, das in den nächsten Jahren Zehntausende russische Soldaten beaufsichtigen soll. Auch das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) berichtete Anfang 2026 unter Verweis auf Satellitenaufnahmen über einen Ausbau der russischen Militärinfrastruktur nahe der NATO-Grenze zu Finnland. Demnach habe Russland den 175 Kilometer von der Grenze zu Finnland entfernten Militärstützpunkt Rybka ausgebaut. Zudem errichte Russland in Kandalakscha, ungefähr 115 Kilometer von der finnischen Grenze entfernt, eine neue Militärstadt. Finnland befürchtet einen möglichen Angriff Russlands in den nächsten Jahren.
Im Ostsee-Raum steigt die Gefahr vor möglichen Auseinandersetzungen mit Russland. Estland hat vor militärischen Vorkommnissen rund um Russlands Schattenflotte gewarnt. Moskau scheine bereit zu sein, diese Tanker auch mit militärischer Gewalt zu verteidigen, sagte der estnische Außenminister Margus Tsahkna im Mai 2025 nach einem Vorfall. Das Schiff namens „Jaguar“ sei gestoppt worden, weil es ohne Flagge und offenbar auch ohne Versicherung unterwegs gewesen sei. Während der Überprüfung sei der russische Kampfjet aufgetaucht und habe dabei der Luftraum der NATO verletzt.
Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren im Grenzgebiet auf Seiten der NATO-Ostflanke zu Irrläufern oder Querschlägern aus Richtung Russland, welche als Provokationen gedeutet wurden. Zunehmend dringen neuerdings auch eine größere Anzahl an Drohnen in Gebiete des NATO-Raums ein, wie etwa jüngst in Polen. Auch russische Aufklärungsflugzeuge oder Kampfjets werden nun häufiger im NATO-Luftraum gesichtet, wie Vorfälle in Litauen oder Estland zeigen. Die NATO zog Konsequenzen aus den zunehmenden Verletzung ihres Luftraums. Zur Verstärkung der Luftverteidigung an der östlichen Bündnisgrenze startete im September 2025 eine neue Militäroperation namens „Eastern Sentry” (Wächter des Ostens).
Ferner hat die NATO im Frühjahr 2026 die Panzerbrigade 45 „Litauen“ ins Leben gerufen. Die zur 10. Panzerdivision der Deutschen Bundeswehr gehörende Litauen-Brigade ist dauerhaft dort stationiert und soll ebenfalls der Bündnisverteidigung des Baltikums dienen. Deutschland stellt hierfür als Führungsnation den Brigadestab. Die Brigade soll bis Ende 2027 ihre volle Einsatzbereitschaft erreichen und insgesamt rund 4.800 Soldaten aus mehreren NATO-Staaten umfassen.
Um an den Außengrenzen die Abschreckung gegenüber Russland zu verbessern, plant die NATO ab 2026 eine neue Verteidigungszone mit Robotortechnik aufbauen. Das mehrstufige Verteidigungskonzept soll den Vormarsch von Angreifern künftig zunächst mit Hightech aufhalten. Entlang der Grenze zu Russland und Belarus soll demnach ein Abschnitt entstehen, der vor allem mit Überwachung und ferngesteuerten oder teilautomatisierten Systemen geschützt wird, um mögliche Angriffe frühzeitig auszubremsen.
Was den Schutz Grönlands anbelangt, plant die NATO ferner eine Überwachungsmission namens „Arctic Sentry” (Wächter der Arktis), um die militärische Präsenz der NATO in der Arktis und im hohen Norden weiter zu stärken und somit die Region Grönland noch besser vor möglichen Angriffen zu schützen. Sie soll bereits im Frühjahr 2026 starten. Der dänische Geheimdienst berichtete von einer wachsenden russischen (und chinesischen) Militärpräsenz in der Region.
Der Deutsche Geheimdienst BND hatte bereits im Sommer 2025 vor Russlands Expansionsplänen über die Ukraine hinaus gewarnt. Laut Geheimdienstchef Kahl gibt es Überlegungen in Moskau, die NATO herauszufordern und den Bündnisfall zu testen. Dafür müsse Russland „keine großen Bombenangriffe fliegen oder Panzerarmeen in Bewegung setzen“. Es reiche schon, „kleine grüne Männchen“ nach Estland zu schicken, um vorgeblich unterdrückte russische Minderheiten zu schützen., so Kahl. „Das ist der Test aufs Bündnis, der gemacht werden wird. Dem müssen wir uns bewusst sein. Das müssen wir einkalkulieren und wir müssen Anstrengungen unternehmen, so abschreckend zu sein, dass Putin auf diese Gedanken gar nicht erst kommt.“
Auch NATO-Chef Rutte hatte in einer Grundsatzrede im Dezember 2025 eindringlich vor der Bedrohung durch Russland gewarnt und die Mitgliedsstaaten der Allianz dringlich zu verstärkten Verteidigungsanstrengungen aufgerufen..Einige Mitgliedsstaaten hätten die Dringlichkeit noch nicht begriffen, sagte er. Für die NATO gehe es nun darum, einen Krieg zu stoppen, bevor dieser beginne. Ein Krieg könnte „von einem Ausmaß sein, wie es unsere Großeltern und Urgroßeltern erlebt haben”, so Rutte.
Russland könnte bis 2029 militärisch in der Lage sein, NATO-Territorium anzugreifen, warnen auch weitere ranghohe Militärs (Woher kommt diese Prognose?)
NATO-Manöver - Militärübungen
Mit der im März 2022 stattgefundenen NATO-Übung „Cold Response" wollten die NATO-Verbündeten „Stärke und Einigkeit demonstrieren“, wenngleich das Ziel dieser Übung in erster Linie war, die Verteidigung Norwegens zu trainieren. An dem Manöver nahmen rund 30.000 Soldaten aus 27 Nationen teil, darüber hinaus 200 Flugzeuge und 50 Schiffe. Auch Norwegens Nachbarn und enge Partner der NATO, Schweden und Finnland, beteiligten sich an der Übung. Mit dem Kriegsschiff „Berlin“ und seiner 200-köpfigen Besatzung war auch Deutschland vertreten.
Die NATO gab bekannt, in den kommenden Monaten europaweit große Militärübungen zu planen. So werden etwa Manöver in Finnland, Polen, Nordmazedonien und entlang der Grenze zwischen Estland und Lettland stattfinden. Neben den Mitgliedsländern der NATO beteiligen sich auch einige Staaten, die momentan noch nicht Mitglied der NATO sind, an den Übungen.
Bei den jährlich stattfindenden Manövern „Dnefender-Europe” und „Swift Response” nahmen im Mai 2022 20 Länder teil, sowohl NATO-Mitglieder als auch Partnerstaaten..Hauptsächlich konzentrieren sich die „Defender-Europe" Manöver auf den Balkan und die Schwarzmeerregion. Die „Swift Respnonse” Übungen fanden in diesem Jahr in Norwegen, Lettland, Litauen und Nordmazedonien statt.
Im Juni 2022 fand das jährlich stattfindende Seemanöver „Baltops 22” statt. Da es hierbei um Übungen zum Schutz der Ostseeregion handelt, kam diesem Manöver vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine in diesem Jahr eine besondere Bedeutung zu. Neben 16 Nato-Staaten nahmen auch Partnerländer wie Schweden und Finnland teil.
Im Oktober 2022 führte die NATO ferner unter Beteiligung von 14 Staaten ihr jährliches Manöver zur Verteidigung des Bündnisgebiets in Europa mit Atomwaffen durch. Dabei handelt es sich um eine „routinemäßige, wiederkehrende Ausbildungsmaßnahme”. An der zwei Wochen andauerndernden Übung „Steadfast Noon” sind nach Bündnisangaben bis zu 60 Flugzeuge beteiligt - darunter moderne Kampfjets, aber auch Überwachungs- und Tankflugzeuge sowie Langstreckenbomber vom Typ B-52. Schauplatz ist dabei vor allem der Luftraum über Belgien, Großbritannien und der Nordsee.
Auch 2023 werden die NATO-Übungen fortgeführt. Von 20. März bis 5. Mai fand mt Steadfast Cobalt 2023 die größte NATO-Übung für das Kommunikations- und Informationssystem (CIS statt. Sie wurde von der NATO CIS Group (NCISG) durchgeführt, um die Vorbereitungsaktivitäten der NATO Response Force (NRF) anzukurbeln.
Ende Mai 2023 startete ein großes Luftwaffen-Manöver von NATO-Staaten und Partnerländern. Wie die finnische Luftwaffe mitteilte, nehmen mehr als ein Dutzend Länder an der knapp zweiwöchigen „Arctic Challenge Exercise” unter der Federfführung Finnlands teil. Rund 150 Flugzeuge starten und landen demnach in Finnland, Norwegen und Schweden.
Vom 12. bis 23. Juni 2023 fand ferner eine große Übung mit dem Namen „Air Defender23” unter deutscher Federführung statt. Rund 90 Prozent des Flugverkehrs fand über Deutschland und den angrenzenden Küstengebieten der Nord- und Ostsee statt. Die Übung sollte demonstrieren, dass das Bündnis im Ernstfall schnell handeln kann, so der deutsche Generalleutnant Ingo Gerhartz. Von rund 250 beteiligten Flugzeugen kamen demnach etwa 100 aus den USA: Sie würden innerhalb von Stunden über Europa einsatzfähig sein. Dies stärke unsere transatlantische Verbindung im Krisenfall. Die Übungen würden sich auf den Schutz des NATO-Gebiets beschränken, es handle sich ausschließlich um defensive Szenarien
Im Oktober 2023 startete die NATO erneut ihr jährliches Manöver „Steadfast Noon” zur Verteidigung des Bündnisgebiets. Unter anderem wird in dieser routinemäßigen Ausbildungsmaßnahme auch der Umgang mit Atomwaffen geübt. Scharfe Waffen werden bei dem Manöver nicht eingesetzt, die Übungen werden in mindestens 1.000 Kilometer Entfernung zu russischen Grenzen abgehalten. Russlands Krieg gegen die Ukraine sei eine Erinnerung an die wichtige Rolle, die die Atomwaffen bei der Abschreckung spielten, so Generalsekretär Jens Stoltenberg, und „Steadfast Noon” würde dazu beitragen, Glaubwürdigkeit, Wirksamkeit und Sicherheit der nuklearen Abschreckung zu gewährleisten.
Bei dem im Februar 2024 begonnenen NATO-Manöver „Steadfast Defender” (zu Deutsch „Standhafter Verteidiger”) wird laut NATO-Angaben der Ernstfall eines russischen Angriffs auf das Bündnisgebiet geprobt werden. Bei dem vierstufigen Großmanöver unter dem Namen „Quadriga 2024” handele es sich um „die größte NATO-Übung seit Jahrzehnten”. Das Manöver wird vier Monate andauern unter Beteiligung von insgesamt 90.000 Soldaten. Die Bundeswehr ist nach eigenen Angaben mit mehr als 12.000 Soldaten im Einsatz und wird insbesondere Fähigkeiten zur schnellen Verlegung von Kräften an die NATO-Ostflanke trainieren. Die NATO-Staaten im Baltikum gehören zu den Ländern, die sich wegen ihrer Lage besonders bedroht von Russland fühlen. Laut dem Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa, Christopher Cavoli, soll die Übung ein klarer Beleg für den Zusammenhalt, die Stärke und die Entschlossenheit des Bündnisses zum gegenseitigen Schutz sein.
Militärs von 13 NATO-Verbündeten und -Partnern beteiligten sich vom 3. bis 14. März 2024 an der Militärübung „Nordic Response 2024” (teil des Manövers Steadfast Defender). Die Übung wurde in Norwegen, Finnland und Schweden durchgeführt.und konzentrierte sich auf die kollektive Verteidigung in dieser Region. Insgesamt nahmen mehr als 20.000 Soldaten an der Übung teil.
Mit der vom 16. bis 22. September 2024 stattgefundenen Übung „Northern Coasts” hat die NATO ihre Verteidigungsfähigkeit auf der Ostsee erprobt. Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die jährlich stattfindende Übung eine andere Bedeutung gewonnen. Lag der Fokus des Manövers in früheren Jahren laut der Marine noch auf Piraterie und Terrorismus, liege er heute auf der Bündnisverteidigung, speziell an der Nordostflanke der NATO. Konkret geht es um die deutsche Ostseeküste von der Flensburger Förde bis nach Rügen. Neben der Deutschen Marine nahmen auch Armeeangehörige aus den baltischen NATO-Ländern Estland, Lettland und Litauen teil, ebenso aus Belgien, Dänemark, Polen, Frankreich und den USA.
Am 14 .Oktober 2024 startete die NATO ihre jährliche Übung „Steadfast Noon" zur Verteidigung des Bündnisgebietes. Rund 2.000 Soldaten und über 60 Flugzeuge, darunter Kampfjets, Langstreckenbomber und Überwachungsflugzeuge nehmen an dem zweiwöchigen Manöver teil. Die Übung simuliert den Einsatz von Atomwaffen (ohne scharfe Munition) und dient der Abschreckung und Verteidigungsbereitschaft des Bündnisses. Die NATO betont angesichts der Spannungen mit Russland, dass es sich um eine routinemäßige, rein defensive Übung handle.
An der Großübung „Hedgehog 2025" im Mai 2025 nahmen mehr als 16.000 Soldaten aus 12 Mitgliedstaaten teil, darunter Einheiten aus Großbritannien, Deutschland und den USA. Trainiert wurde ein hochintensives Gefecht in einem überfüllten Luftraum. In einem Szenario sollte eine Kampfgruppe aus mehreren Tausend Soldaten einen Angriff durchführen. Dabei unterschätzten die NATO-Truppen offenbar die Aufklärungs- und Angriffsmöglichkeiten moderner Drohnen. Ein ukrainisches Team setzte einem Medienbericht zufolge mehr als 30 Drohnen auf engem Raum ein. Damit gelang dem Team eine schnelle "Kill Chain" (Tötungs-Kette): Ziele erkennen, Informationen teilen, angreifen. So haben ukrainische Drohnenpiloten offenbar demonstriert, wie verwundbar die NATO-Bodentruppen gegenüber Angriffen aus der Luft sind.
Mit der im August und September 2025 laufenden (und jährlich stattfindenden) Großübung „Quadriga 2025” demonstrieren 8.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten zusammen mit ihren NATO-Verbündeten im Rahmen der Steadfast Defender Manöver ihre Verteidigungsbereitschaft. Streitkräfte der Marine, des Heeres, der Luftwaffe, des Cyber- und Informationsraums aus insgesamt 14 NATO-Staaten beteiligen sich an den groß angelegten Übungen. Geprobt wird darin der Schutz des Ostseeraums unter den Bedingungen Krise und Krieg. Die Übungen finden in Litauen, Finnland und auf der Ostsee statt.
Parallel dazu haben Russland und Belarus im September 2025 mit dem gemeinsamen Manöver „Sapad 2025” begonnen Das letzte mal fand das Sapad-Manöver im Jahr 2021 statt, damals hatten rund 200.000 russische Soldaten an der „Sapad“-Übung teilgenommen. Diesmal dürften es deutlich weniger sein, da zahlreiche russische Soldaten in der Ukraine stationiert sind. Belarus hat die Teilnahme von 13.000 eigenen Soldaten angekündigt. Schauplätze seien Truppenübungsplätze in Belarus und in Russland sowie die Ostsee und die Barentssee, heißt es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Moskau.
Mit dem im Januar 2026 gestarteten Großmanöver „Steadfast Dart 26" trainiert die NATO, Soldaten sowie Material effizient innerhalb des Bündnisgebiets zu verlegen. Damit soll die Verteidigungsfähigkeit der NATO gegen Angriffe auf das Bündnisgebiet trainiert und demonstriert werden. Die Militärübung wird sich hauptsächlich in Deutschland abspielen. Rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten aus den NATO-Mitgliedstaaten, samt Material und Fahrzeugen, versammeln sich zu dieser in diesem Jahr umfangreichstes Übung.
NATO-Gipfel 2026 und vergangene Treffen
NATO-Gipfel 2026
NATO-Gipfel vom 7.-8. Juli 2026 in der Türkei in Ankara
Die Vorbereitungen für den anstehenden Gipfel in Ankara sind am Laufen. Laut türkischen Medienberichten wird sich der Gipfel auf die Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten, der militärischen Einsatzbereitschaft und der Modernisierung des NATO-Bündnisses konzentrieren. Auch die Vorbereitung auf „nicht-traditionelle Bedrohungen“ wie Cybersicherheit und den Schutz kritischer Infrastrukturen wird dabei ein Thema sein. Ferner soll die Frage erörtert werden, inwiefern die transatlantische Zusammenarbeit wiederbelebt werden kann und wie die Lasten im Bereich der Verteidigungsausgaben verteilt werden können. Die weitere Unterstützung der Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland wird ebenfalls erneut auf der Tagesordnung stehen.
Auf der Osloer Sicherheitskonferenz im Februar 2026 in Norwegen betonte die stellvertretende NATO-Generalsekretärin Radmila Shekerinska, dass der geplante Ausbau der Verteidigungsausgaben oberste Priorität habe. Gemäß den neuen Vorgaben sind die NATO-Staaten angehalten, bis 2035 5 % des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsausgaben bereitzustellen. Unter anderem wolle man diesem Ziel auch durch die Organisation eines „Industry Day” näher kommen, der auf die Verbesserung der Zusammenarbeit mit Verteidigungsunternehmen abzielt. Ein solcher Industrietag soll die Kooperation mit Rüstungsunternehmen intensivieren, um gemeinsame Beschaffungen voranzutreiben und Innovationen zu fördern. „Lasst uns mehr gemeinsame Beschaffungen durchführen. Lasst uns versuchen, mehr zusammenzuarbeiten, und lasst uns auf innovativere Lösungen bestehen, wenn wir nach den richtigen Leistungszielen suchen“, so Shekerinska.
Für die Europäer, die sich verpflichtet haben, 5 Prozent ihres nationalen BIP für Verteidigung auszugeben, wird der NATO-Gipfel von entscheidender Bedeutung sein. Entweder noch im Vorfeld oder im Anschluss des NATO-Gipfels möchte die EU in einem Scoping-Papier ihre neue Europäischen Sicherheitsstrategie vorstellen.
NATO-Gipfel 2025
NATO-Gipfel vom 24.-25. Juni 2025 in den Niederlanden in Den Haag
Dem NATO-Gipfel in Den Haag wurde eine große Bedeutung zugemessen. Angesichts der sich wandelnden transatlantischen Beziehungen gilt es auszuloten, was es braucht, um eine Europäisierung der NATO voranzutreiben und das Bündnis weiter zu stärken. Dabei stehen wichtige Fragen im Raum. Inwiefern kann es gelingen, Europa künftig mehr in die Verantwortung zu nehmen? Inwieweit werden die europäischen Mitgliedstaaten mittelfristig in der Lage und bereit sein, einen größeren Teil der konventionellen Verteidigung Europas zu übernehmen? Wie kann die weitere Unterstützung der Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland gestaltet werden? Mit welchen Ressourcen werden die USA weiterhin bereit sein, das Bündnis und den Verteidigungskampf der Ukraine gegen Russland zu unterstützen und sich zur Beistandsverpflichtung bekennen?
Hauptziel des NATO-Gipfels war es, einen neuen Truppen- und Finanzbedarf festzulegen. Generalsekretär Mark Rutte sprach im Vorfeld im Hinblick auf das Bündnis von einer „stärkeren, faireren und tödlicheren NATO“, auf die es hinzuarbeiten gelte. Dafür unterstützte er die Forderung von US-Präsident Trump an die Mitgliedstaaten, künftig fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für die Verteidigung einzuplanen. Die Sorge ging um, der NATO-Gipfel könnte womöglich von Spannungen mit US-Präsident Donald Trump überschattet werden, der ebenfalls zugegen war. Trump möchte der Ukraine weiterhin keine NATO-Mitgliedschaft in Aussicht stellen und blockiert neue Unterstützungszusagen. Gleichzeitig hatte die US-Regierung in den vergangenen Monaten angekündigt, die militärische Präsenz Amerikas in Europa zurückzufahren, Truppenverlegungen und ein möglicher Teilabzug der aktuell rund 84.000 amerikanischen Soldaten stehen im Raum. Einige europäische NATO-Staaten sind bereits dabei, sich auf eine Zeit vorzubereiten, in der die USA nicht mehr als Schutzmacht des europäischen Kontinents eintreten und sich aus dem NATO-Bündnis zurückziehen werden. Es gibt Pläne, wie die finanzielle und militärische Hauptlast des Bündnisses nach Europa verlegt werden könnte. Karl-Heinz Kamp, Sicherheitsexperte bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, äußerte sich vor dem Gipfel kritisch über US-Präsident Trump. Dieser sei nicht mehr nur allianzkritisch, sondern geradezu neoimperial und träume von der Annexion Grönlands (NATO-Gebiet) oder der Eingliederung Kanadas in die USA. Er betrachte die NATO als ein Tributsystem, das heißt, es gehe ihm nicht nur um faire Lastenteilung, sondern vor allem um Machtausübung.
Die eigentliche Arbeitssitzung auf dem NATO-Gipfel wurde letztendlich, um Trump entgegen zu kommen, auf nur zweieinhalb Stunden eingekürzt, um zu verhindern, dass Trump den Gipfel womöglich vorzeitig verlässt wie jüngst beim G7-Gipfel geschehen. Es fand lediglich eine Besprechung statt, auf welcher sich die Bündnisstaaten auf das Fünf-Prozent-Ziel geeinigt haben, das jedes Land künftig für Verteidigungsausgaben investieren soll.
Beschlüsse des Gipfels:
Erhöhung der Verteidigungsausgaben von zwei auf fünf Prozent
Spätestens ab 2035 muss jedes Mitglied jährlich fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Verteidigung und Sicherheit investieren. Dabei soll 3,5 Prozent des BIP eines jeden Landes für Kernbereiche der Verteidigung wie Truppen und Waffen ausgeben werden. Weitere 1,5 Prozent des BIP sollen in erweiterte sicherheitsrelevante Investitionen fließen, etwa die Anpassung von Straßen und Brücken für Militärfahrzeuge, Cybersicherheit und der Schutz von Energiepipelines.
Bekräftigung des Artikel 5 des NATO-Vertrags
Im Vorfeld des Gipfels gab es Zweifel, ob die USA weiterhin sich zu Artikel 5 des NATO-Vertrages bekennen würden, US-Präsident Trump gab in Den Haag ein klares Bekenntnis zur Beistandsverpflichtung ab: „Ich stehe dazu, deshalb bin ich hier".
Quelle:
Tagesschau: Beschlüsse des NATO-Gipfels 2025
NATO-Gipfel 2024
NATO-Gipfel vom 9.-11. Juli 2024 in Washington
Zum 75-jährigen Bestehen der NATO fand ein dreitägiger Jubiläumsgipfel in den USA statt. Auch bei diesem Gipfel ging es in erster Linie um die weitere Unterstützung der Ukraine. Die Staats- und Regierungschefs der NATO-Staaten haben der Ukraine Unterstützung bis zum Sieg gegen Russland zugesagt. Die NATO sei entschlossen, das Land beim Aufbau einer Streitmacht zu unterstützen, die die russische Aggression beenden kann. Dies trage zur euro-atlantischen Sicherheit bei, und die Unterstützung werde so lange wie nötig erfolgen. Ferner wurden neuen, erweiterte Verteidigungspläne der NATO besprochen, die das Bündnisgebiet künftig besser schützen sollen, insbesondere auch im Hinblick auf die im November 2024 anstehenden US-Wahlen und den damit verbunden Sorgen vor einer Rückkehr Donald Trumps.
Beschlüsse des Gipfels:
Einrichtung eines Ukraine-Kommando der NATO in Wiesbaden
Die NATO wird künftig von Wiesbaden aus Waffenlieferungen und die Ausbildung der ukrainischen Streitkräfte koordinieren. Damit übernehmen die Europäer mehr Verantwortung von den USA, eine Art Vorkehrung für den Fall einer möglichen Rückkehr von Donald Trump ins US-Präsidentenamt ab 2025.
Weitere Militärhilfen für die Ukraine von 40 Milliarden
Die NATO sichert der Ukraine auch für das nächste Jahres wieder Militärhilfen im Wert von mindestens 40 Milliarden Euro zu.
NATO-Beitrittsperspektive für die Ukraine
In der Abschlusserklärung bezeichnen das NATO-Bündnis den Pfad der Ukraine zur Mitgliedschaft als „unumkehrbar". Eine formelle Einladung zum Beitritt kann jedoch erst ausgesprochen werden, wenn alle Alliierten zustimmen und alle Aufnahmebedingungen und Reformen erfüllt sind.
Schärfere Gangart gegenüber China
Die NATO-Länder einigten sich zudem auf eine schärfere Sprache gegenüber China. Sie äußerten sich in ihrer Erklärung „tief besorgt" über das Verhältnis zu Russland und nannten China einen „entscheidenden Beihelfer" im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Aufbau eines Zentrums für Integrierte Cyberabwehr
Um die NATO-Staaten besser gegen Hackerangriffe oder Desinformationskampagnen zu wappnen, wird ein neues Zentrum für Integrierte Cyberabwehr aufgebaut.
Stationierung von Marschflugkörpern mit einer Reichweite von über 2.000 km in Deutschland ab 2026
Am Rande des Gipfels kündigten die USA ferner an, ab 2026 wieder Marschflugkörper in Deutschland zu stationieren. Zunächst „zeitweilig", später „dauerhaft" sollen „Tomahawk"-Mittelstreckenraketen mit deutlich mehr als 2.000 Kilometern Reichweite ihren Standort hier finden,
Quellen:
Tagesschau: Beschlüsse des NATO-Gipfels 2024
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik: Die NATO wird 75 und muss liefern
NATO-Gipfel 2023
NATO-Gipfel am 11./12. Juli 2023 in Vilnius
Im Schatten des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine fand der diesjährige große NATO-Gipfel im litauischen Vilnius statt. Zum ersten Mal war auch der ukrainische Präsident Selenskyj auf einem NATO-Gipfel zu Gast. Neben der Debatte um NATO-Perspektiven für die Ukraine sowie den NATO-Beitritt Schwedens stand der Krieg in der Ukraine, wie auch bereits auf letztjährigen Gipfel in Madrid, im Vordergrund. Die NATO-Staaten haben sich über Einzelheiten der Ukraine-Politik ausgetauscht sowie und über neue Verteidigungspläne zur Abschreckung und Abwehr möglicher russischer Angriffe auf NATO-Gebiet.
In einer 4000 Seiten starken Erklärung wurden die Ergebnisse des NATO-Gipfels festgehalten. Sie enthält unter anderem Pläne für den Ernstfall, deutliche Worte an Russland und Perspektiven zum Beitritt der Ukraine.
Verteidigung im Ernstfall
Es wird detailliert formuliert, wie kritische Orte im Bündnisgebiet durch Abschreckung geschützt und im Ernstfall verteidigt werden sollten. Definiert wird hierfür, welche militärischen Fähigkeiten im Bereich der Land-, Luft-, und Seestreitkräfte notwendig sind. Aber auch die Cyber- und Weltraumfähigkeiten werden eingeschlossen.
Perspektiven für die Ukraine
In der Gipfelerklärung heißt es weiterhin: „Die Zukunft der Ukraine ist in der NATO”. Eine Einladung sei aber erst möglich, „wenn die Verbündeten sich einig und Voraussetzungen erfüllt sind” Als konkrete Beispiele werden Reformen „im Bereich der Demokratie und des Sicherheitssektors” genannt. Man werde die Unterstützung der Ukraine „so lang wie nötig fortsetzen", versprechen die Gipfelteilnehmer. Geplant ist nun unter anderem ein mehrjähriges Programm, um die ukrainischen Streitkräfte in die Lage zu versetzen, künftig reibungslos mit NATO-Truppen zusammenzuarbeiten.
Verpflichtend Zwei Prozent für Verteidigungsausgaben
In Bezug auf eine verpflichtende Höhe der Verteidigungsausgaben wurde formuliert: „Im Einklang mit unseren Verpflichtungen nach Artikel drei des Vertrags von Washington verpflichten wir uns dauerhaft, jährlich mindestens zwei Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung zu investieren” Allerdings wird nicht gesagt, bis wann die NATO-Staaten dieses Ziel erfüllen müssen.
NATO-Beitritt Schweden
Nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bereits im Vorfeld des Gipfels ein Ende der türkischen Blockade der Bündniserweiterung ankündigt hat, sagte Erdogan bei einem Treffen mit dem schwedischen Regierungschef Ulf Kristersson zu, das für die Aufnahme Schwedens nötige Beitrittsprotokoll so bald wie möglich dem türkischen Parlament zur Zustimmung vorzulegen. Demnach könnte Schweden könnte demnach im Herbst das 32. Bündnismitglied der NATO werden.
Herausforderung China
Die Bündnispartner haben sich auf dem Gipfel auch mit dem Streben Chinas nach Macht und Einfluss auseinandergesetzt. „Die von der Volksrepublik China erklärten Ziele und ihre Politik des Zwangs stellen unsere Interessen, unsere Sicherheit und unsere Werte vor Herausforderungen", heißt es in der Abschlusserklärung. China versuche „Schlüsselbereiche der Technologie- und Industriesektoren, kritische Infrastruktur sowie strategisches Material und Lieferketten unter ihre Kontrolle zu bringen^. Weiterhin prangert die NATO böswillige Cyberoperationen, eine konfrontative Rhetorik und Desinformation an.
NATO-Gipfel 2022
NATO-Gipfel am 29./30. Juni 2022 in Madrid
Auf dem letztjährigen Gipfelwurden Entscheidungen zur Umsetzung der Reformagenda „NATO 2030" getroffen. Die NATO hat ein neues strategisches Konzeptbeschlossen, in dem Russland als die „größte Bedrohung" für Sicherheit und Frieden bezeichnet wird. Das NATO-Budget soll erhöht, die schnelle Eingreiftruppe von derzeit etwa 40.000 Soldaten und Soldatinnen auf 300.000 aufgestockt werden. In Folge des Krieges Russlands gegen die Ukraine befände sich die NATO in einer grundlegenden Umgestaltung und verfolge nun ein neue Strategie bezüglich ihrer Militärpräsenz an der Ostflanke. Ferner konnte in Bezug auf einen NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens bereits am Vortag des Gipfels eine Einigung erzielt werden. Nachdem die beiden Länder ihren Beitrittsantrag eingereicht hatten, hatte die Türkei in den vergangenen Woche den Beginn des Aufnahmeverfahrens zunächst blockiert. Nun ist der Weg frei für einen Beitritt Finnlands und Schwedens in die NATO, das Verfahren zur Aufnahme wurde offiziell gestartet. Gastgeber Spanien hatte vor dem Gipfel zudem gefordert, neben dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine und der NATO-Norderweiterung auch die Bedrohungen an der Südflanke des Verteidigungsbündnisses anzugehen. Spanien sieht sich mit Nachbarn in Nordafrika konfrontiert, die untereinander zerstritten sind.
Russland verurteilte die neuen Schritte der NATO. Der stellvertretender Außenminister Sergej Rjabkow sprach von einem „zerstörerischen Kurs” der nordatlantischen Allianz. Das Gerede von euroatlantischer Solidarität diene nur als Deckmantel für die aggressiven Pläne des Bündnisses gegenüber Russland, so Rjabkow: „Es wird ein neues Konzept angenommen, bei dem Russland als Bedrohung für das Bündnis bezeichnet wird. Aber es ist die Allianz, die uns bedroht. Und wir werden alles dafür tun, dass unsere eigene Sicherheit und die unserer Verbündeten unter allen Bedingungen gewährleistet wird.” Vor dem Hintergrund neuer Gefahren, die durch diese Aktionen des Bündnisses entstünden, werde Russland nun entsprechend mit einer Stärkung der Westgrenze reagieren, so Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow.
Ergebnisse des NATO-Gipfels 2022 im Überblick:
- Billigung eines neuen strategischen Konzepts der NATO angesichts einer gefährlicheren und wettbewerbsintensiveren Welt
- grundlegende Veränderung der Abschreckung und Verteidigung der NATO: Verstärkte Frontverteidigungen, verstärkte Kampfverbände im östlichen Teil des Bündnisses, Erhöhung der Zahl der schnellen Eingreiftruppe auf über 300.000
- Erhöhung der Investitionen in die NATO, neuer NATO-Innovationsfond, um technologischen Vorsprung des Bündnisses zu stärken
- langfristige Unterstützung der Ukraine durch verstärktes umfassendes Hilfspaket
- Start des Verfahrens zur Aufnahme Finnlands und Schwedens in die NATO
- Einigung auf Schritte zur Bekämpfung des Klimawandels, einschließlich Zielen zur Senkung der Treibhausgasemissionen der NATO und zur Annäherung an Netto-Null bis 2050
- erneute Verpflichtung zum Kampf gegen den Terrorismus
- Erörterung der Reaktion der NATO auf Bedrohungen und Herausforderungen aus dem Nahen Osten, Nordafrika und der Sahelzone
- sowie auf die Herausforderungen in Bezug auf China
Weitere Sondersitzungen anlässlich des Krieges in der Ukraine
Anlässlich der Eskalation im Konflikt um die Ukraine und des von Russland gestarteten Angriffskrieges am 24. Februar 2022 fanden in Folge mehrere Sondersitzungen in unterschiedlichen Konstellationen statt: Auch die G20-Gipfel finden in folgender Auflistung Erwähnung.
Treffen der NATO-Außenminister am 3. Dezember 2025 in Brüssel
Bei dem Treffen der NATO-Außenminister in Brüssel steht insbesondere die Deutung der in Moskau stattfindenden Verhandlungen zwischen den USA und Russland über die Ukraine an. Vor allem werden sich die NATO-Staaten mit jenen Punkten beschäftigen, bei denen das Bündnis gefordert sein könnte. So etwa mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine, die weitere militärische Unterstützung für das Land sowie ein möglicher NATO-Beitritt der Ukraine. Dieser liege aber in weiter Ferne, da es dafür auch unter den NATO-Mitgliedern nicht die notwendige Einstimmigkeit gäbe, so NATO-Chef Rutte.
Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel am 5. Juni 2025
Die Verteidigungsminister der NATO-Staaten beraten sich ein letztes mal vor dem anstehenden großen NATO-Gipfel. Auf dem Treffen sollen letzte Vorbereitungen für ein beispielloses Aufrüstungsprogramm getroffen werden. Dabei wird die Sicherung der Ostgrenze durch Abschreckung das beherrschende Thema sein. Ferner wird es um das angestrebte Fünf-Prozent-Ziel für Verteidigungsausgaben gehen.
Treffen der NATO-Außenminister am 14./15. Mai 2025 in der Türkei
Bei dem Treffen der NATO-Außenminister im türkischen Antalya fordern die USA mehr Investitionen von den NATO-Partnern. Deutschland schließt sich Trumps Forderung nach höheren Militärausgaben an und möchte künftig fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für die Verteidigung ausgeben, dies entspricht einer Summe von 225 Milliarden Euro pro Jahr. Man folge dieser Zielvorgabe, da dies notwendig sei, so Deutschlands Außenminister Wadephul bei dem Treffen.
Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Brüssel am 11. April 2025
Die Ukraine-Kontaktgruppe ist im NATO-Hauptquartier in Brüssel zusammengekommen, um die weitere k militärische Unterstützung für die Ukraine zu koordinieren, allen voran die Verteidigungsminister der „Koalition der Willigen”, erstmals unter dem gemeinsamen Vorsitz von Deutschland und Großbritannien. Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine ließen keinen Rückgang der Kampfhandlungen erkennen, so Verteidigungsminister Pistorius. Deshalb brauche es weiter eine militärisch starke Ukraine, appellierte er in Brüssel und warb für eine verstärkte Unterstützung des Landes. Der Deutsche Bundestag hatte sich zuvor darauf verständigt, ein zusätzliches Finanzpaket für die Ukraine zu schnüren: bis 2029 möchte Deutschland zusätzlich Material im Wert von mehr als elf Milliarden Euro an die Ukraine liefern..Insgesamt waren bei dem Treffen Zusagen für Militärhilfen im Wert von mehr als 21 Milliarden Euro gemacht worden.
Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel am 13. Februar 2025
Die Verteidigungsminister der NATO-Staaten berieten in Brüssel über die Zielvorgaben für ihre Militärausgaben. Der neue US-Verteidigungsminister Hegseth forderte eine deutliche Erhöhung, aus Sicht der USA sollten fünf Prozent, gemessen an der Wirtschaftsleistung, für alle das erklärte Ziel sein. Damit stieß er bei den meisten Mitgliedsstaaten auf Ablehnung. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sprach im Falle Deutschlands allenfalls von 3,0 oder 3,5 Prozent. Auch was den Krieg in der Ukraine anbelangt, äüßerte sich Hegseth mit klaren Worten zur neuen Ukraine-Strategie der USA. Die USA würden keine eigenen Truppen in die Ukraine schicken. Sollte es zu einer Waffenruhe oder zu einer Friedenslösung kommen, müssten die Europäer sie mit ihren Truppen absichern. Auch einer Rückkehr zu den ukrainischen Grenzen vor 2014, also vor Russlands Eroberung der Krim, erteilte er eine Absage, diese Vorstellung sei unrealistisch. Auch werde die USA keine „schnelle" Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO unterstützen.
Ramstein-Treffen der Verteidigungsminister am 9. Januar 2025
Beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Ramstein hat der ukrainische Präsident Selenskyj die Unterstützer der Ukraine angesichts des bevorstehenden Regierungswechsels in den USA zu einer engeren Zusammenarbeit aufgefordert. Mit Donald Trump als US-Präsident „beginnt ein neues Kapitel für Europa und die ganze Welt”, so Selenskyj, „eine Zeit, in der wir noch mehr zusammenarbeiten, uns noch mehr aufeinander verlassen und gemeinsam noch bessere Ergebnisse erzielen müssen", sagte der Ukrainer. Sollten die USA künftig nicht mehr bereit sein, die Ukraine in bisherigen Maße zu unterstützen, will die Europäische Union mehr Verantwortung übernehmen. Man sei bereit, die Führung zu übernehmen, „falls die Vereinigten Staaten nicht dazu bereit sind”, so die Außenbeauftragte Kaja Kallas. Sie sei allerdings „wirklich sicher, dass alle anderen Mitglieder und hoffentlich auch die Vereinigten Staaten bereit sind, die Unterstützung für die Ukraine fortzusetzen”. Auf dem Treffem hat US-Verteidigungsminister Austin verkündete bei dem Treffen ein weiteres Hilfspaket der US-Regierung für die Ukraine im Wert von 500 Millionen Dollar, welches zusätzliche Raketen für die Luftabwehr, Munition und Marschflugkörper für die ukrainischen F16-Kampfjets enthalte.
Ramstein-Treffen der Verteidigungsminister am 9. Januar 2025
Beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Ramstein hat der ukrainische Präsident Selenskyj die Unterstützer der Ukraine angesichts des bevorstehenden Regierungswechsels in den USA zu einer engeren Zusammenarbeit aufgefordert. Mit Donald Trump als US-Präsident „beginnt ein neues Kapitel für Europa und die ganze Welt”, so Selenskyj, „eine Zeit, in der wir noch mehr zusammenarbeiten, uns noch mehr aufeinander verlassen und gemeinsam noch bessere Ergebnisse erzielen müssen", sagte der Ukrainer. Sollten die USA künftig nicht mehr bereit sein, die Ukraine in bisherigen Maße zu unterstützen, will die Europäische Union mehr Verantwortung übernehmen. Man sei bereit, die Führung zu übernehmen, „falls die Vereinigten Staaten nicht dazu bereit sind”, so die Außenbeauftragte Kaja Kallas. Sie sei allerdings „wirklich sicher, dass alle anderen Mitglieder und hoffentlich auch die Vereinigten Staaten bereit sind, die Unterstützung für die Ukraine fortzusetzen”. Auf dem Treffem hat US-Verteidigungsminister Austin verkündete bei dem Treffen ein weiteres Hilfspaket der US-Regierung für die Ukraine im Wert von 500 Millionen Dollar, welches zusätzliche Raketen für die Luftabwehr, Munition und Marschflugkörper für die ukrainischen F16-Kampfjets enthalte.
Beschlüsse der NATO-Gipfeltreffen der Jahre 2016 - 2021
Beschlüsse der NATO-Gipfeltreffen der Jahre 2016 - 2021
NATO-Gipfel 2021 am 14. Juni in Brüssel
Dem NATO-Gipfel 2021 kommt eine besondere Bedeutung zu, da es das erste mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden sein wird. Dieser hat versprochen, die unter seinem Vorgänger Donald Trump sehr angespannten Beziehungen zwischen der NATO und den Vereinigten Staaten wieder zu normalisieren.
Zu den Herausforderungen neben möglichen Gefahren aus Richtung Russland und China gehören auch der Klimawandel, der internationale Terrorismus sowie Cyberangriffe und neue Technologien.
Im Vorfeld des Gipfels verfolgte die NATO die jüngste Zuspitzung des Ukraine-Konflikts im Frühjahr 2021 mit Sorge. Russland hatte eine große Zahl zusätzlicher Truppen in Richtung der Ostukraine und auf die annektierte Halbinsel Krim verlegt. Auch die wachsende russische Präsenz in der Arktis wird Thema des Gipfels sein. Russland baue seine militärischen Fähigkeiten in der Arktis derzeit so stark aus wie noch nie seit Ende seit Ende des Kalten Krieges, so NATO-Sprecherin Oana Lungescu. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnte ferner vor der Großmacht China, „die unsere Werte nicht teilt“.
Die aktuellen Herausforderungen sind vielfältig, das Verteidigungsbündnis muss sich in einer komplexer gewordenen Welt neu justieren und alte Zerwürfnisse lösen. Hier die zentralen Themen des Gipfels vom 14. Juni 2021 im Überblick:
- China: Zwischen Kooperation und Konkurrenz
- Russland: Zunehmend auf Konfrontationskus
- Rüstungsausgaben
- NATO 2030: Cyberkrieg und Klimawandel
Die Staats- und Regierungschefs haben auf dem Gipfeltreffen klar Position bezogen sowohl gegenüber China als auch gegenüber Russland. Die Partner in Europa und Nordamerika müssten zusammenstehen.
Zum Verhältnis zu China äußerte sich NATO-Generalsekretär Stoltenberg wie folgt: „China ist nicht unser Gegner, nicht unser Feind“. Aber das Bündnis müsse sich gemeinsam den „Herausforderungen“ stellen, die „der Aufstieg Chinas für unsere Sicherheit darstellt“. China stelle durch sein Verhalten „eine systemische Herausforderung“ dar. Man stehe jedoch nicht vor einem neuen Kalten Krieg.
Auch Russland verstoße weiterhin gegen Werte und Prinzipien der Allianz sowie gegen internationale Verpflichtungen, heißt es in der Abschlusserklärung des Gipfels. „Unser Verhältnis zu Russland ist auf dem tiefsten Punkt seit dem Kalten Krieg, und Moskaus aggressive Handlungen sind eine Bedrohung für unsere Sicherheit“, sagte Stoltenberg.
US-Präsident Biden hat sich klar zur NATO bekannt – im Gegensatz zu seinem Vorgänger Donald Trump – und strebt eine intensive Zusammenarbeit mit Europa an. „Ich möchte, dass ganz Europa weiß, dass die Vereinigten Staaten da sind", und er sei „glücklich, wieder da zu sein“. Die Verteidigungsallianz sei von „entscheidender Bedeutung“ für die Interessen der Vereinigten Staaten. „Wenn es sie nicht gäbe, müssten wir so etwas erfinden“, fügte Biden hinzu.
zur Abschlusserklärung des Gipfels
Obgleich es sich nicht um einen NATO-Gipfel handelt, sei an dieser Stelle auch über den Biden-Putin-Gipfel 2021 in Genf berichtet:
Biden-Putin-Gipfel am 16. Juni 2021 in Genf
Im Rahmen seiner Europareise hat US-Präsident Joe Biden auch ein Gipfeltreffen mit Russlands Präsident Wladimr Putin in die Wege geleitet. Sie hatten sich in Genf getroffen, um sich über zahlreiche wichtige Themen der Weltpolitik auszutauschen und in einen strategischen Dialog zu treten. Neben dem Rüstungsabkommen sprachen sie über die derzeitigen Krisenherde, den Krieg in Syrien, den weiterhin schwelenden Konflikt in der Ukraine, die Lage in Bergkarabach. Außerdem wurde über Libyen, Afghanistan und Korea verhandelt. Das Gipfeltreffen verlief „konstruktiv" und „in gutem Ton", beide Staatschef zeigten sich am Ende zufrieden über den begonnenen Dialog. Die Gespräche seien „sehr konstruktiv und pragmatisch“ verlaufen, so Putin. „Es gab keinerlei Feindseligkeit.“ Zwar gebe es in vielen Fragen gegensätzliche Meinungen, doch hätten beide Seiten „den Wunsch gezeigt, einander zu verstehen und Möglichkeiten zur Annäherung ihrer Positionen zu suchen“. Biden sagte, „die zwei starken und stolzen Völker, die wir repräsentieren, müssen sehen, an welcher Stelle wir gemeinsame Interessen haben und zusammenarbeiten können. Meine Agenda ist nicht gegen Russland gerichtet, sondern auf die Durchsetzung der Interessen des amerikanischen Volkes.“
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Beide Staaten werden wieder wechselseitig Botschafter entsenden .
- Einigung auf die Fortsetzung des START-Rüstungsabkommens.
- Eine Arbeitsgruppe zu Fragen der Cyber-Sicherheit soll gegründet werden.
- Ein Kompromiss in der Frage der Freilassung von US-Staatsbürgern in Russland und russischen Gefangenen in den USA erscheint möglich.
NATO-Gipfel 2019 in London
Der NATO-Gipfel 2019 in London, ein Jubiläumsgipfels anlässlich des siebzigjährigen Bestehens der NATO, war von Differenzen zwischen den NATO-Partnern und einer Grundsatzdebatte über die künftige Ausrichtung des Bündnisses überschattet. Trotz diverser Streitthemen hatten sich die NATO-Staaten auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt, in der sie ihre gegenseitige Beistandsverpflichtung und auch die Bedeutung der „transatlantischen Bindung zwischen Europa und Nordamerika“ hervorheben.
Die wesentlichen Entscheidungen in der Abschlusserklärung:
- Alle NATO-Mitgliedsstaaten bekennen sich erneut zu Artikel 5 des Washington-Vertrages, der den Bündnisfall und somit die Grundlage der Kollektiven Verteidigung festschreibt.
- Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich, die Lasten des Bündnisses gerechter zu verteilen und ihre Verteidigungsausgaben weiterhin an den 2- bzw. 20-Prozent-Richtlinien zu orientieren.
- Die NATO steht auch weiterhin zu ihrer sog. „Open Door Policy“, die europäischen Staaten die Möglichkeit einräumt, unter Erfüllung bestimmter Bedingungen der NATO beizutreten. In diesem Kontext wird Nordmazedonien die Allianz 2020 als 30. Mitglied ergänzen.
- Der Weltraum wird neben Land, Luft, See und Cyber nun zum fünften offiziellen Operationsgebiet der NATO.
- Angesichts der Bedrohung durch Russland unterstreicht das Bündnis seine nukleare Dimension.
- Die Alliierten vereinbaren erstmals, sich innerhalb der Allianz mit dem Aufstieg Chinas – sowohl mit dessen Chancen als auch mit den möglichen sicherheitspolitischen Herausforderungen – zu befassen.
- Die NATO einigt sich darauf, wie von der deutschen Regierung vorgeschlagen, einen Reflexionsprozess über die zukünftige politische Zusammenarbeit der NATO unter der Leitung des Generalsekretärs einzuleiten.
(Quelle: HSS)
NATO-Gipfel 2018 in Brüssel
Der NATO-Gipfel 2018 war geprägt von den Launen des US-Präsidenten Donald Trump. Im Vorfeld war man sich nicht sicher, ob man sich auf einen gemeinsamen Nenner wird einigen können. Nach der Wutrede Trumps zu Beginn konnten die Mitglieder sich am Ende dennoch auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen.
- Verteidigungsausgaben: Bekenntnis zum Zwei-Prozent-Ziel
Die Staats- und Regierungschefs erneuern ihr „unerschütterliches Bekenntnis“ zum 2014 vereinbarten Ziel, die Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen - Anpassung der Nato-Militärstruktur
Die NATO verweist auf die bereits unternommenen Anstrengungen, die militärische Einsatzbereitschaft zu erhöhen und mit kleineren, rotierenden Truppenverbänden in Polen und den drei baltischen Ländern präsent zu sein. Eine permanente Stationierung in den genannten Ländern ist nicht möglich, da sie gemäß der Nato-Russland-Grundakte verboten ist.
Die NATP möchte ferner ihre Reaktionsfähigkeit deutlich stärken mit der Vorgabe, künftig innerhalb von 30 Tagen jeweils 30 „schwere oder mittlere Infanteriebataillone“, 30 größere Kriegsschiffe sowie 30 Kampfflugzeugstaffeln mobilisieren zu können. Sie sollen aus bestehenden Verbände kommen. - Verhältnis zu Russland
Die Nato bekennt sich abermals zum Doppelansatz von militärischer Abschreckung und Dialogbereitschaft. Sie macht Russland dafür verantwortlich, dass „das euro-atlantische Sicherheitsumfeld weniger stabil und vorhersehbar geworden“ ist. Dies sei nicht zuletzt eine Folge von „Russlands illegaler Annexion der Krim“ sowie der „anhaltenden Destabilisierung des Ostens der Ukraine“. - Irak und Afghanistan: Die Nato-Partner werden eine „Mission ohne Kampfauftrag“ im Irak auf den Weg bringen. Ihr Schwerpunkt soll auf der Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte liegen. Die in Afghanistan 2015 unter der Bezeichnung „Resolute Support Mission“ angelaufene Nato-Operation soll um vier weitere Jahre bis 2024 verlängert werden.
(Quelle: FAZ)
NATO-Gipfel 2016 in Warschau
"In an unpredictable world, with challenges from the south and the east, NATO remains an essential source of stability. Our mission is enduring: to ensure that our Alliance remains an unparalleled community of freedom, peace, security and shared values. Europe and North America standing together, and acting together." Jens Stoltenberg, 9. Juli 2016.
Auf dem NATO-Gipfel in Warschau 2016 wurden folgende Beschlüsse gefasst, die langfristig von Bedeutung für das Bündnis sind und die auch deutliche Zeichen setzen:
- In Polen, Lettland, Litauen und Estland soll jeweils ein Bataillon mit etwa 1000 Soldaten stationiert werden. Die deutsche Bundeswehr wird mit mehreren Hundert Soldaten zunächst das Bataillon in Litauen anführen. Ziel sei dabei, Geschlossenheit unter den NATO-Partnern zu demonstrieren, so Stoltenberg.
- Die NATO wird sich stärker am Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) beteiligen. Dafür wurde beschlossen, den Luftraum üver Syrien und dem Irak mit 16 Awacs-Aufklärungsflugzeugen zu überwachen.
- Die Ausbildung für irakische Militärs für den Kampf gegen den IS soll nun auch im Irak selbst möglich sein. Eine solche Mission der NATO, um irakische Truppen im eigenen Land zu trainieren, hatte es zuletzt zwischen 2004 und 2011 gegeben. Laut NATO könnte das Programm Anfang 2017 beginnen.
- Die NATO wird ihren Einsatz in Afghanistan verlängern. Als Grund dafür wird die prekäre Sicherheitslage am Hindukusch angeführt. So soll die Trainingsmission Resolute Support auch 2017 forgesetzt und die afghanischen Streitkräfte noch bis 2020 finanziell unterstützt werden.
- NATO-Schiffe sollen im Mittelmeer als Unterstützung der EU-Operation Sophia gegen illegale Migration vorgehen. Dieser Einsatz vor der libyschen Küste lag bisher nicht im Aufgabenbereich der NATO, für die bisher nur die Überwachung des zivilen Seeverkehrs vorgesehen war.
Als Reaktion auf die Beschlüsse bezüglich der Aufrüstung im Baltikum hat Russland scharfe Kritik geäußert. Der russische Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschov sprach sogar von "Kriegstreiberei". Die NATO hatte die Annexion der Krim durch Russland, sowie dessen aggressives Vorgehen klar verurteilt. Dennoch betonte Stoltenberg, dass das Bündnis nach wie vor einen offenen Dialog mit Russland anstrebe.
NATO-Sondersitzungen anlässlich des Krieges in der Ukraine
Anlässlich der Eskalation im Konflikt um die Ukraine und des von Russland gestarteten Angriffskrieges am 24. Februar 2022 fanden in Folge eine Vielzahl an Sondersitzungen in unterschiedlichen Konstellationen statt: Auch die G20-Gipfel finden in folgender Auflistung Erwähnung:
Treffen der Verteidigungsminister am 12. Februar 2026 in Brüssel
Bei diesem Treffen der NATO-Verteidigungsminister stehen die Pläne für eine verstärkte Militärpräsenz in der Arktis auf der Tagesordnung und die hierfür gestartete Mission “Arctic Sentry”, mit der die Überwachung Grönlands verstärkt werden soll. Ein weiteres Thema ist nach wie vor die weitere Unterstützung für die Ukraine. US-Verteidigungsminister Hegseth nimmt jedoch nicht an den NATO-Gesprächen in Brüssel teil. Damit sind die USA zum zweiten Mal in Folge nicht auf Spitzenebene bei einem NATO-Ministertreffen vertreten. Experten deuten dies als "schlechtes Signal" für die transatlantischen Beziehungen.
Treffen der Außenminister am 3. Dezember 2025 in Brüssel
Bei dem Treffen der NATO-Außenminister in Brüssel steht insbesondere die Deutung der in Moskau stattfindenden Verhandlungen zwischen den USA und Russland über die Ukraine an. Vor allem werden sich die NATO-Staaten mit jenen Punkten beschäftigen, bei denen das Bündnis gefordert sein könnte. So etwa mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine, die weitere militärische Unterstützung für das Land sowie ein möglicher NATO-Beitritt der Ukraine. Dieser liege aber in weiter Ferne, da es dafür auch unter den NATO-Mitgliedern nicht die notwendige Einstimmigkeit gäbe, so NATO-Chef Rutte.
Treffen der Verteidigungsminister am 15. Oktober 2025 in Brüssel
Bei diesem Treffen der NATO-Verteidigungsminister waren insbesondere die jüngsten Luftraumverletzungen des NATO-Gebietes durch Russland Thema. Die Alliierten zeigten sich einig, dass die Verletzungen des Luftraumes in Polen und Dänemark Handlungsbedarf aufgezeigt hätten und es einer Stärkung von Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses bedarf. Erstmalig nahm der neue Oberbefehlshaber des Bündnisses, General Alexus G. Grynkewich, am Nordatlantikrat teil.
Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel am 5. Juni 2025
Die Verteidigungsminister der NATO-Staaten beraten sich ein letztes mal vor dem anstehenden großen NATO-Gipfel. Auf dem Treffen sollen letzte Vorbereitungen für ein beispielloses Aufrüstungsprogramm getroffen werden. Dabei wird die Sicherung der Ostgrenze durch Abschreckung das beherrschende Thema sein. Ferner wird es um das angestrebte Fünf-Prozent-Ziel für Verteidigungsausgaben gehen.
Treffen der Außenminister am 14./15. Mai 2025 in der Türkei
Bei dem Treffen der NATO-Außenminister im türkischen Antalya fordern die USA mehr Investitionen von den NATO-Partnern. Deutschland schließt sich Trumps Forderung nach höheren Militärausgaben an und möchte künftig fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für die Verteidigung ausgeben, dies entspricht einer Summe von 225 Milliarden Euro pro Jahr. Man folge dieser Zielvorgabe, da dies notwendig sei, so Deutschlands Außenminister Wadephul bei dem Treffen.
Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Brüssel am 11. April 2025
Die Ukraine-Kontaktgruppe ist im NATO-Hauptquartier in Brüssel zusammengekommen, um die weitere k militärische Unterstützung für die Ukraine zu koordinieren, allen voran die Verteidigungsminister der „Koalition der Willigen”, erstmals unter dem gemeinsamen Vorsitz von Deutschland und Großbritannien. Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine ließen keinen Rückgang der Kampfhandlungen erkennen, so Verteidigungsminister Pistorius. Deshalb brauche es weiter eine militärisch starke Ukraine, appellierte er in Brüssel und warb für eine verstärkte Unterstützung des Landes. Der Deutsche Bundestag hatte sich zuvor darauf verständigt, ein zusätzliches Finanzpaket für die Ukraine zu schnüren: bis 2029 möchte Deutschland zusätzlich Material im Wert von mehr als elf Milliarden Euro an die Ukraine liefern..Insgesamt waren bei dem Treffen Zusagen für Militärhilfen im Wert von mehr als 21 Milliarden Euro gemacht worden.
Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel am 13. Februar 2025
Die Verteidigungsminister der NATO-Staaten berieten in Brüssel über die Zielvorgaben für ihre Militärausgaben. Der neue US-Verteidigungsminister Hegseth forderte eine deutliche Erhöhung, aus Sicht der USA sollten fünf Prozent, gemessen an der Wirtschaftsleistung, für alle das erklärte Ziel sein. Damit stieß er bei den meisten Mitgliedsstaaten auf Ablehnung. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sprach im Falle Deutschlands allenfalls von 3,0 oder 3,5 Prozent. Auch was den Krieg in der Ukraine anbelangt, äüßerte sich Hegseth mit klaren Worten zur neuen Ukraine-Strategie der USA. Die USA würden keine eigenen Truppen in die Ukraine schicken. Sollte es zu einer Waffenruhe oder zu einer Friedenslösung kommen, müssten die Europäer sie mit ihren Truppen absichern. Auch einer Rückkehr zu den ukrainischen Grenzen vor 2014, also vor Russlands Eroberung der Krim, erteilte er eine Absage, diese Vorstellung sei unrealistisch. Auch werde die USA keine „schnelle" Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO unterstützen.
Ramstein-Treffen der Verteidigungsminister am 9. Januar 2025
Beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Ramstein hat der ukrainische Präsident Selenskyj die Unterstützer der Ukraine angesichts des bevorstehenden Regierungswechsels in den USA zu einer engeren Zusammenarbeit aufgefordert. Mit Donald Trump als US-Präsident „beginnt ein neues Kapitel für Europa und die ganze Welt”, so Selenskyj, „eine Zeit, in der wir noch mehr zusammenarbeiten, uns noch mehr aufeinander verlassen und gemeinsam noch bessere Ergebnisse erzielen müssen", sagte der Ukrainer. Sollten die USA künftig nicht mehr bereit sein, die Ukraine in bisherigen Maße zu unterstützen, will die Europäische Union mehr Verantwortung übernehmen. Man sei bereit, die Führung zu übernehmen, „falls die Vereinigten Staaten nicht dazu bereit sind”, so die Außenbeauftragte Kaja Kallas. Sie sei allerdings „wirklich sicher, dass alle anderen Mitglieder und hoffentlich auch die Vereinigten Staaten bereit sind, die Unterstützung für die Ukraine fortzusetzen”. Auf dem Treffem hat US-Verteidigungsminister Austin verkündete bei dem Treffen ein weiteres Hilfspaket der US-Regierung für die Ukraine im Wert von 500 Millionen Dollar, welches zusätzliche Raketen für die Luftabwehr, Munition und Marschflugkörper für die ukrainischen F16-Kampfjets enthalte.
Sondersitzungen der Jahre 2022 bis 2024
Sondersitzungen der Jahre 2022 bis 2024
Treffen der NATO-Außenminister am 3./4. Dezember 2024
Die NATO-Außenminister besprechen bei diesem Treffen in Brüssel hauptsächlich die Lage in der Ukraine und die großen Herausforderungen, vor denen die NATO steht. Die Ukraine baut weiterhin auf dringend benötigte Unterstützung und Schutz aus dem Westen. Auch drängt die Ukraine auf eine Vollmitgliedschaft in der NATO, dies sei „die einzige wirkliche Sicherheitsgarantie für die Ukraine und ein Abschreckungsmittel für weitere russische Aggressionen gegen die Ukraine und andere Staaten". Doch die Aussichten auf eine Mitgliedschaft dürften eher gering sein.
Treffen des NATO-Ukraine-Rates am 26. November 2024
Vertreter der 32 NATO-Staaten und der Ukraine haben sich in einer außerplanmäßigen Sitzung des NATO-Ukraine-Rats auf Botschafterebene über Erkenntnisse zu einer neuen russischen Mittelstreckenrakete ausgetauscht. Bei den Beratungen ging es unter anderem darum, welche Möglichkeiten der Abwehr es gegen die neue Waffe gibt. Im Gespräch sind demnach insbesondere US-Raketenabwehrsysteme vom Typ Patriot und THAAD. Über Letzteres verfügt die Ukraine bislang nicht. Die russischen Streitkräfte hatten die experimentelle Mittelstreckenrakete mit dem Namen Oreschnik beim jüngsten Angriff auf die ukrainische Großstadt Dnipro verwendet. Nach russischen Angaben fliegt sie mit Hyperschallgeschwindigkeit und kann nicht abgefangen werden. Die NATO stuft den Angriff als einen weiteren Versuch Russlands ein, die Zivilbevölkerung in der Ukraine zu terrorisieren und diejenigen einzuschüchtern, die die Ukraine unterstützen. Während des Treffens bekräftigten die NATO-Verbündeten ihre Unterstützung für die Ukraine. Die nächste Sitzung des NATO-Ukraine-Rates soll im Rahmen des Treffens der NATO-Außenminister am 3. und 4. Dezember stattfinden.
Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel am 17./18. Oktober 2024
Die 32 Verteidigungsminister hatten sich bei diesem Treffen unter Leitung des neuen NATO-Generalsekretärs Mark Rutte in Brüssel schwerpunktmäßig der Abschreckung und Verteidigung des Bündnisses sowie die Unterstützung für die Ukraine und globale Partnerschaften gewidmet.
Ramstein-Treffen der Verteidigungsminister am 6. September 2024
Erneut beriet sich die NATO in Rheinland-Pfalz mit den rund 50 Vertretern der Ramstein-Kontaktgruppe zur Verteidigung der Ukraine. Überraschend nahm Selenskyj zum ersten Mal an einem Ramstein-Treffen teil. Der ukrainische Präsident hat einige Forderungen an seine Verbündeten mit nach Deutschland gebracht. Er betonte abermals die Wichtigkeit von westlichen Waffen und moderner Flugabwehr im Abwehrkampf gegen Russland. Erneut bat er um zusätzliche weitreichende Raketen, um damit auch Ziele auf russischem Territorium angreifen zu können. Immer wieder hatte Selenskyj in den vergangenen Wochen darum gebeten, die Einsatzbeschränkungen für westliche Waffen aufzuheben. Der Bitte Selenskyjs, die Beschränkungen freizugeben, ist Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius was die deutschen Waffen anbelangt, nicht nachgekommen. Aber er sagte der Ukraine zwölf weitere Panzerhaubitzen zu. Die Niederlande hingegen ist bereit, Selenskyj den Wunsch zu erfüllen.„Wir erlauben der Ukraine, unsere Waffen im Einklang mit dem internationalen Recht gegen militärische Ziele auf russischem Boden einzusetzen.“, so der niederländische Verteidigungsminister Ruben Brekelmans.
Treffen der Außenminister in Prag am 30./31.Mai 2024
Auf ihrem Treffen erzielten die Bündnispartner Fortschritte bei den Vorbereitungen für Gipfeltreffensin Washington im Juli und waren sich einig, dass die Unterstützung der Ukraine weiterhin oberste Priorität haben sollte. Nach der Sitzung erklärte der Generalsekretär Stoltenberg, dass die NATO bei der Bereitstellung von Ausrüstung und Ausbildung für die Ukraine eine stärkere Koordinierungsrolle übernehmen werde, da dies „Kiew mehr Planungssicherheit biete und sowohl den unmittelbaren als auch den längerfristigen Bedarf decke". Er hob die Tatsache hervor, dass „praktisch die gesamte militärische Hilfe für die Ukraine - 99 Prozent - von NATO-Verbündeten kommt”, und bekräftigte, dass es sinnvoll sei, dass die NATO bei diesen Bemühungen „eine größere Rolle" spielen sollte. Ein zentraler Punkt dabei ist auch die seit kurzem kontrovers diskutierte Frage,inwieweit die Ukraine mit westlichen Waffen russische Ziele angreifen darf. Diese Frage jedoch müssen die NATO-Mitglieder für sich selbst beantworten,hatte Stoltenberg im Vorfeld des Treffens erklärt. „Das sind nationale Entscheidungen, keine NATO-Entscheidung", so Stoltenberg. „Einige Mitglieder haben keine Beschränkungen beim Gebrauch ihrer Waffen formuliert, andere schon. Ich glaube aber, es ist an der Zeit diese Beschränkungen zu überdenken, im Lichte des aktuellen Kriegsgeschehens, das sich immer mehr entlang der Grenze abspielt."
Ramstein-Treffen der Verteidigungsminister am 20. Mai 2024
Abermals beriet sich die NATO mit Verbündeten aus der Europäischen Union über weitere militärische Hilfen für die Ukraine. Es ist das mittlerweile 22. Treffen der Ramstein-Kontaktgruppe zur Verteidigung der Ukraine, dem Kreis gehören rund 50 Länder an. Das Treffen wurde dieses mal online abgehalten. Eine der Prioritäten des Treffens sei die Luftverteidigungssysteme für die Ukraine, so US-Verteidigungsminister Lloyd Austin, er forderte die Partner auf, der Ukraine die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Weiterhin sagte US-General Charles Brown, die USA seiem offen für die Wiederaufnahme der Ausbildung des ukrainischen Militärs auf dem Territorium der Ukraine, aber erst, wenn der Krieg vorbei sei.
Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel am 16. Mai 2024
Beim Treffem des NATO-Militärausschusses der befassten sich die 32 Verteidigungsminister schwerpunktmäßig mit der Durchführbarkeit der neuen Verteidigungspläne des Bündnisses, der Umgestaltung der Kriegsführung der NATO und der weiteren Unterstützung der Ukraine durch die NATO. Die Verteidigungsminister kamen auch im Rahmen des NATO-Ukraine-Rates mit der ukrainischen Militärführung zusammen.
Treffen der Außenminister in Brüssel am 3./4 April 2024 - 75. Jahrestag der NATO
Beim zweitägigen Treffen der Außenminsiter in Brüssel wird es zum einen abermals um die weitere Unterstützung der Ukraine gehen. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat vorgeschlagen, die Unterstützung künftig zu korrdinieren, Waffenlieferungen und Zahlungen sollen somit verstärkt aufeinander abgestimmt werden. „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Unterstützung für die Ukraine weniger von kurzfristigen, freiwilligen Angeboten und mehr von langfristigen NATO-Verpflichtungen abhängen sollte”, so Stoltenberg. Auch möchte die NATO sich für das Szenario vorbereiten, sollte Donald Trump als Sieger aus der US-Wahl hervorgehen, was zur Folge haben könnte, dass die US-Hilfen an die Ukraine sich deutlich reduzieren oder womöglich ganz eingestellt werden. Zum andern wurde am zweiten Tag der 75. Jahrestag der NATO-Gründung gefeiert. Die großen Feierlichkeiten werden jedoch auf dem dreitägigen Jubiläumsgipfel im Juli 2024 in Washington stattfinden.
Ramstein-Treffen der Verteidigungsminister am 19. März 2024
Zu dem Treffen im Ramstein-Format hatte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin Verteidigungsminister und Militärs aus etwa 50 Ländern in den Südwesten Deutschlands eingeladen. Austin sagte der Ukraine die weitere internationale Unterstützung zu: „Unsere heutige Botschaft ist klar: Die Vereinigten Staaten werden die Ukraine nicht scheitern lassen, diese Koalition wird die Ukraine nicht scheitern lassen, und die freie Welt wird die Ukraine nicht scheitern lassen.” Mit Blick auf die derzeit im US-Repräsentantenhaus feststeckenden Ukraine-Hilfen äußerte sich Austin hoffnungsvoll, er sehe weiterhin große Unterstützung für die Ukraine in beiden Kammern des Kongresses.
Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel am 15. Februar 2024
NATO-Generalsekretär Stoltenberg gab bekannt, 18 von 31 Bündnispartner würden in diesem Jahr 2 Prozent ihres BIP für die Verteidigung ausgeben und somit das angestrebte Zwei-Prozent-Ziel des BIP für Verteidigungsausgaben erfüllen. Das seien sechsmal so viele wie 2014, als lediglich drei Bündnispartner das Ziel erfüllten. Die Minister berieten sich bei diesem Treffen ferner über die Fortschritte bei der Erhöhung der Munitionsproduktion. In den letzten Monaten habe die NATO diesbezüglich Verträge im Wert von zehn Milliarden Dollar abgeschlossen, so Stoltenberg. Die Minister befassten sich auch mit der Mittelausstattung der neuen Verteidigungspläne der NATO. Insbesondere auch die weitere Unterstützung der Ukraine stand auf der Tagesordnung. Stoltenberg begrüßte die jüngste Entscheidung der Europäischen Union über ein umfangreiches neues Hilfspaket für die Ukraine und sagte, er zähle darauf, dass der US-Kongress bald folgen und seinerseits die Mittel zur weiteren Unterstützung der Ukraine freigeben werde.
Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel am 17./18. Januar 2024
Bei der Sitzung des NATO-Militärausschusses der Verteidigungsminister m NATO-Hauptquartier beschäftigten sich die 31 alliierten Verteidigungschefs und das eingeladene Schweden auf die Durchführbarkeit der neuen Verteidigungspläne des Bündnisses, die Umgestaltung der Kriegsführung der NATO, die weitere Unterstützung der Ukraine durch die NATO und die militärische Zusammenarbeit mit den NATO-Partnern Österreich, Australien, Irland, Japan, Neuseeland, der Schweiz und der Republik Korea. Die neuen Verteidigungspläne erfordern mehr Personal, mehr Ausbildung und Übungen, mehr Bestände und Fähigkeiten sowie mehr geplante Verteidigungsinvestitionen. Während des zweitägigen Treffens kamen die Verteidigungschefs zum ersten Mal in einem NATO-Ukraine-Ratsformat zusammen.
Treffen der Außenminister in Brüssel am 28./29. November 2023
Beim zweitägigen Treffen in Brüssel berieten die NATO-Außenminister über weitere Maßnahmen für mehr Sicherheit angesichts zunehmender Krisen. Schwerpunkt der Gespräche war nach wie vor die weitere Unterstützung der Ukraine bei der Verteidigung gegen russische Angriffe sowie der Krieg in Nahost. „Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass wir die Ukraine mit den Waffen versorgen, die sie braucht“, stellte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg klar. Ein Sieg Russlands wäre eine Gefahr für die NATO. Er stellte sich damit gegen die Befürchtungen vieler Beobachter, dass die westliche Unterstützung wegen des Kriegs in Nahost und den geringen Erfolgen der ukrainischen Gegenoffensive zurückgehen könnte. Ferner berieten die Außenminister auch über den Ausbau der Verteidigungsfähigkeit der NATO. „Die Nato hat gute Pläne für ihre Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit entwickelt, ist aber noch nicht in der Lage, sie umzusetzen“, so Christian Mölling, Leiter des Zentrums für Sicherheit und Verteidigung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Alle NATO-Staaten würden noch zögern, ihre Rüstungsindustrie und Logistik massiv auszubauen, beobachtet er.
Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel am 11./12. Oktober 2023
Bei den Beratungen im sogenannten Ramstein-Format geht es unter anderem um ein Winter-Hilfspaket für die Ukraine. Im Anschluss an die Ukraine-Kontaktgruppe beraten dann die NATO-Verteidigungsminister. Auf dem Treffen ging es neben der Unterstützung für die Ukraine auch um Fragen einer verstärkten Abschreckung und Verteidigung im NATÜ-Bündnis. Auch NATO-Operationen und -Missionen sowie die Lage im Nahen Osten waren ein Thema. Der ukrainische Präsident Selenskyj nahm ebenfalls am Treffen der Ukraine-Verbündeten teil. Die Bundesregierung hat ihre Unterstützung für die Ukraine vor dem Treffen nochmals bekräftigt und dem Land unter anderem weitere Luftabwehrsysteme zugesagt sowie Panzer und Munition. Das gesamte Paket habe einen Wert von rund einer Milliarde Euro, teilte das Verteidigungsministerium mit.
G20-Gipfel am 9. - 10. September 2023: Einigung auf Kompromiss-Text zu Ukraine-Krieg
Beim G20-Gipfel in Neu-Delhi haben sich die teilnehmenden Länder trotz großer Meinungsunterschiede zum Krieg in der Ukraine auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt, wie Indiens Premierminister Narendra Modi mitteilte. Dem Kompromiss in der Abschlusserklärung stimmten sowohl der Westen als auch Russland und sein Partner China zu. Anders als noch in der letztjährigen Erklärung wird der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht mehr explizit verurteilt. Stattdessen wird auf entsprechende Resolutionen der Vereinten Nationen verwiesen. Alle Staaten müssten von Angriffen auf die „territoriale Integrität“ oder die „politische Unabhängigkeit“ anderer Staaten Abstand nehmen.
Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel am 15./16. Juni 2023
In Brüssel kamen die Verteidigungsminister der 31 NATO-Staaten zu zweitägigen Beratungen zusammen, ein letztes Treffen vor dem anstehenden großen NATO-Gipfel in Litauen im Juli. Beraten wurde abermals darüber, wie die Ukraine weiterhin bei ihrer Offensive gegen die russischen Truppen unterstützt werden kann. Ein zentrales Thema war ferner die Diskussion um das Zwei-Prozent-Ziel der NATO-Staaten für Verteidigungsausgaben. NATO-Chef Stoltenberg machte klar, dass die Verteidigungsausgaben der Allianz erhöht werden sollen und das Zwei-Prozent-Ziel künftig nicht mehr nur die Obergrenze seiin soll, sondern das Minimium. Ferner ging es um die Beitrittsperspektive der Ukraine. Es mehren sich die Zeichen, dass sich die Mitgliedstaaten damit einverstanden erklären, vor einer möglichen Aufnahme nicht auf das übliche Procedere, den Aktionsplan zur Mitgliedschaft (Membership Action Plan / MAP), zu bestehen. Ein Verzicht auf den MAP würde das Aufnahmeverfahren deutlich beschleunigen. Die NATO möchte der Ukraine schon jetzt mehr Mitsprache auf Augenhöhe ermöglichen. Dafür wird ein NATO-Ukraine-Rat gegründet, der sich am Rande des Gipfels in Vilnius zum ersten Mal treffen soll. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Mittwoch einmal mehr einen zügigen Nato-Beitritt seines Landes gefordert. Auch das EU-Parlament hatte die NATO aufgefordert, der Ukraine nach dem Ende des russischen Angriffskriegs den Weg ins westliche Verteidigungsbündnis zu ebnen.
Zuvor hatte sich am Vormittag die Ukraine-Kontaktgruppe zur weiteren Koordinierung von Militärhilfen für die Ukraine getroffen.
Ramstein-Treffen der Verteidigungsminister am 21. April 2023
Abermals beriet sich die NATO mit Verbündeten aus der Europäischen Union auf der US-Militärbasis in Ramstein über weitere militärische Hilfen für die Ukraine. Dabei ging es auch um die Luftverteidigung. Stoltenberg betonte, dass er weitere Waffenlieferungen - auch Kampfjets - für wichtig hält. Es gehe darum, dass Kiew den Sieg erringt. Eine Kampfjet-Zusage aus Deutschland wurde nicht erteilt.
Treffen der Außenminister in Brüssel am 04./05. April 2023
In Brüssel kommen die Außenminister der NATO-Staaten erneut zu zweitägigen Beratungen zusammen. Im Mittelpunkt steht dabei die historische Norderweiterung des Verteidigungsbündnisses mit dem NATO-Beitritt Finnlands. Aber auch weitere Themen stehen auf der Tagesordnung. Neben der grundsätzlichen Frage nach der weiteren Unterstützung der Ukraine wird auch jene eine Rolle spielen, wie China im neuen strategischen Konzept der NATO qualifiziert werden sollte: Auch die Nachfolge von NATO-Generalsekretär Stoltenberg, dessen Amtszeit im September diesen Jahres ausläuft, wird Gesprächsstoff sein. Ferner wird ein offizielles Treffen der NATO-Ukraine-Kommission auf Ebene der Außenminister stattfinden.
G20-Gipfel in Indien am 1./2.März 2023
Auf dem G20-Gipfel in Indien brachten die zwanzig wichtigsten Staaten der Erde keine gemeinsame Verurteilung des Krieges gegen die Ukraine zustande. Nicht nur Russland, auch China blockierte. So blieb das Treffen der Außenminister, wie schon die Zusammenkunft der G20-Finanzminister vor einer Woche, ohne gemeinsame Abschlusserklärung in Bezug auf den Krieg. Es gab lediglich ein Ergebnispapier der Gespräche. Am Rande der offiziellen Gespräche kam es zu einem kurzen Austausch zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem amerikanischen Außenminister Anthony Blinken. Was genau geredet wurde, ist nicht bekannt. Nach der Begegnung teilte ein Mitarbeiter Blinkens mit, der US-Außenminister habe dem russischen Vertreter klar gemacht, dass die USA die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland so lange unterstützen würden, wie es nötig sei. Auch forderte er ihn auf, den atomaren Rüstungsbegrenzung-Vertrag New START nicht wie angekündigt auszusetzen. Zuvor im Plenum hat der Außenminister Lawrow Russland als Opfer dargestellt und forderte eine Aufhebungd der seiner Meinung nach illegalen Sanktionen der westlichen Welt gegen sein Land.
Die deutsche Außenministerin Annlena Baerbock richtete ihre Worte direkt an den russischen Außenminister, der diesmal, nicht wie auf dem G20-Gipfel 2022 geschehen, den Saal verließ, sondern sich die Kritik anhörte: „Herr Lawrow, stoppen Sie diesen Krieg! Hören Sie auf unsere internationale Ordnung zu verletzen! Stoppen Sie die Bombardierung ukrainischer Städte und Zivilisten!. Der Weg zum Frieden ist sonnenklar: Wenn Russland seine Truppen heute zurückzieht, dann gibt es keinen Krieg mehr.”
Treffen im „Bukarest-9”-Format in Warschau am 22.Februar 2023
Bei seinem Polen-Besuch hat sich US-Präsident im Rahmen des sogenannten „Bukarest-9”-Formats mit den neun östlichen NATO-Mitgliedstaaten getroffen. Dabei bekräftigte er die Beistandspflicht der NATO: „Artikel 5 ist eine heilige Verpflichtung, die die Vereinigten Staaten eingegangen sind. Wir werden buchstäblich jeden Zentimeter der Nato verteidigen.” An dem Treffen nahm neben Biden auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg teil. Mitglieder der eigentlichen Gruppe sind Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Tschechien, die Slowakei sowie die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Als Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine und die Annexion der Krim-Halbinsel 2014 bildeten im Jahr darauf, auf Initiative Rumäniens und Polens, neun Staaten in Bukarest die Gruppe der Neun (B9). Diese östlichen Mitgliedsstaaten der NATO wollen angesichts der Bedrohungslage durch Russland bei der Verteidigung der östlichen Flanke der Allianz eng zusammenarbeiten und erhalten dabei Unterstützung von den übrigen NATO-Mitgliedern.
Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel am 14./15. Februar 2023
In Brüssel kommen die Verteidigungsminister der 30 NATO-Staaten abermals zu zweitägigen Beratungen zusammen. Im Mittelpunkt steht erneut die weitere militärische Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland. Das westliche Verteidigungsbündnis befinde sich in einem „Logistikrennen”, bei dem es darum gehe, die Ukraine rechtzeitig vor neuen russischen Offensiven mit Munition, Treibstoff und Ersatzteilen zu versorgen, um die bisher gelieferten Waffen nutzen zu können, so NATO-Generalsekretär Stoltenberg. Die umfangreiche Militärhilfe stellt das westliche Verteidigungsbündnis inzwischen vor handfeste Probleme. Stoltenberg drängt deshalb auf dem Treffen darauf, dass die Mitgliedsstaaten mehr Munition bestellen und die Fabriken ihre Produktionskapazitäten erweitern, damit die ukrainischen Streitkräfte ausreichend mit Nachschub versorgt werden können, und auch die Fähigkeit des Bündnisses, das NATO-Territorium zu verteidigen, gewährleistet bleibt. Die Frage nach Kampfflugzeugen im Ukraine-Krieg hält Stoltenberg aktuell für eher zweitrangig. Ferner beraten sich die Minister weiter über die Stärkung der Ostflanke der NATO. Die Zahl der Soldaten in hoher Einsatzbereitschaft, wie bereits im Juni vergangenen Jahres beschlossen, von 40.000 auf 300.000 erhöht werden soll.
Bereits vor dem Treffen der Verteidigungsminister kam die sogenannte Ramstein-Kontaktgruppe im NATO-Hauptquartier zusammen.
Ramstein-Treffen der Verteidigungsminister am 20. Januar 2023
Zum achten Mal beriet sich die NATO mit Verbündeten aus der Europäischen Union auf der US-Militärbasis in Ramstein über weitere militärische Hilfen für die Ukraine. Schon im Vorfeld forderten Verbündete Deutschlands ein deutliches „Ja” zur Lieferung von modernen Kampfpanzern aus deutscher Produktion. Im „Leopard 2” sehen sie den entscheidenden Beitrag, die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine erfolgversprechend zu erhöhen. Im Zuge des Treffens kam es jedoch zu keiner offiziellen Einigung über die Lieferung von deutschen oder amerikanischen Kampfpanzern an die Ukraine. Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat indes angekündigt, notfalls auch ohne Zustimmung Deutschlands Leopard-Panzer an die Ukraine zu liefern. Wenn es mit Deutschland keine baldige Einigung gebe, werde Polen mit anderen Ländern eine „kleinere Koalition“ bilden. Diese Länder würden dann ohne deutsche Zustimmung beginnen, einige ihrer Leopard-Panzer an die Ukraine zu liefern.
Angesichts des Krieges in der Ukraine und der von vielen erwarteten russischen Offensive im Frühjahr.ist in den NATO-Staaten ein neuer Fokus auf die Verteidigungsausgaben erkennbar. Nach jetzigem Stand haben sich alle Mitgliedsstaaten bereits auf das Ziel verpflichtet, zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung auszugeben, mindestens 20 Prozent davon für militärische Ausrüstung. Doch die Anforderungen könnten noch weiter steigen. Ein Warmlaufen für ein Wettrennen um einen Drei-Prozent-Verteidigungsetat sei wahrnehmen: „Bereits jetzt prägt man in der NATO die Ansage: Zwei Prozent sind das Minimum, nicht die Obergrenze”, so Göran Swistek von der Stiftung Wissenschaft und Politik.
Treffen der Außenminister in Bukarest am 29./30 November 2022
Die NATO Außenministerinnen und Außenminister beraten bei ihrem Treffen in Bukarest darüber, wie das Bündnis den Menschen in der Ukraine weiter beistehen kann. Der Fokus der NATO liegt auf praktischer Unterstützung im Verteidigungskampf gegen Russland, das beinhaltet Waffenlieferungen, aber auch humanitäre Hilfe, damit die Menschen durch den Winter kommen. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, man werde der Ukraine helfen, ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken, ihre Bevölkerung zu schützen und den Lügen Russlands entgegenzutreten. Dabei gehe es auch um die Wiederherstellung der Energie-Infrastruktur. Die Unterstützung werde so lang wie nötig geleistet.
Zusätzlich zu den NATO Beratungen hat die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock zu einem erweiterten Treffen der G7 eingeladen, bei dem es um die Notfallunterstützung der Ukraine bei der Wiederherstellung der gezielt durch Russland zerstörten Energieinfrastruktur geht.
NATO Dringlichkeitssitzung der Botschafter am 16.November 2022
Die NATO hat sich anlääslich des Raketeneinschlags in Polen nahe der ukrainischen Grenze zu einer Dringlichkeitssitzung auf Ebene der Botschafter getroffen. Danach soll auch das Militär-Komitee des Bündnisses zusammenkommen. Die NATO beobachte die Situation, die Verbündeten berieten sich eng, teilte NATO-Generalsekretär Stoltenberg mit. Es sei wichtig, dass dieser „tragische Vorfall” vollständig aufgeklärt und die Fakten gesichert seien, erst dann könne man entsprechende Schlüsse ziehen. Insgesamt sei Besonnenheit angesagt. Es gebe derzeit keine Anzeichen dafür, dass es sich um eine gezielte Attacke gehandelt habe. Der Vorfall ist demnach kein Anlass für einen Bündnisfall nach Artikel 5. Dennoch trage Russland letztendlich mit seinem Angriffskrieg auf die Ukraine auch die Verantwortung für derlei Vorfälle. Eventuell werden die Bündnisstaaten über eine weitere Verstärkung der Luftabwehr nachdenken.(ZDF).
Tags zuvor hatte NATO--Generalsekretär Stoltenberg mit den Verteidigungsministern der Länder Möglichkeiten zur weiteren Unterstützung der Ukraine erörtert. Es sei wichtig, Russland nicht zu unterschätzen, das Land verfüge über „erhebliche Fähigkeiten und eine hohe Zahl an Truppen“. Er unterstrich auch die Notwendigkeit einer besseren Ausbildung der ukrainischen Streitkräfte. „Wir müssen die Ukraine so lange wie nötig mit Fähigkeiten, aber auch mit Training unterstützen“, so Stoltenberg.
Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel am 12./13. Oktober 2022
Zum Auftakt der zweitägigen Konferenz der NATO-Verteidigungsministerinnen und -minister haben zunächst in der Ukraine-Kontaktgruppe rund 50 Länder über weitere Waffenlieferungen für die ukrainische Armee beraten. Die versuchte Annexion ukrainischer Gebiete, die Teilmobilmachung und die „unverantwortliche nukleare Rhetorik" des Kreml sei die bisher schwerste Eskalation seit Beginn des russischen Angriffskrieges, so NATO-Generalsekretär Stoltenberg. Angesichts der jüngsten Serie russischer Luftangriffe auf die Ukraine wollen die NATO-Verbündeten dem Land so schnell wie möglich weitere Abwehrsysteme zur Verfügung stellen. Die Unterstützung soll auf lange Sicht gewährleistet werden. Die USA wollen hierfür einen Zehn-Jahres-Plan für die Verteidigung in der Ukraine ausarbeiten. Am Rande des NATO-Treffens in Brüssel unterzeichneten Deutschland und mehr als ein Dutzend weitere europäische Länder ferner eine Erklärung zu der sogenannten European Sky Shield Initiative. Diese soll helfen, bestehende Lücken im derzeitigen NATO-Schutzschirm für Europa zu schließen. Bei der Situung der sogenannten Nuklearen Planungsgruppe gingen die Verteidigungsminister der Frage nach, was ein russischer Atomwaffeneinsatz in der Ukraine für das Bündnis bedeuten würde und wie die nukleare Abschreckung der NATO angesichts der aktuellen russischen Drohungen maximiert werden kann. Russlands Vize-Sektretär des Sicherheitsrats der Russischen Föderation, Alexander Wenediktow hatte jüngst gewarnt, die Aufnahme der Ukraine in die NATO könne in einen Dritten Weltkrieg münden: „Kiew ist sich bewusst, dass ein solcher Schritt eine sichere Eskalation hin zu einem Dritten Weltkrieg bedeutet“. Die Ukraine hatte Anfang Oktober einen Antrag auf einen beschleunigten NATO-Beitritt ihres Landes eingeriecht. Ein Beiritt in absehbarer Zeit gilt allerdings als unrealistisch.
Ramstein-Treffen der Verteidigungsminister am 8. September 2022
Verteidigungsminister und hochrangige Militärs aus 50 Ländern haben auf der US-Militärbasis in Ramstein abermals über weitere militärische Hilfen für die Ukraine gesprochen. US-Verteidigungsminister Austin sagte der Ukraine iweitere Militärhilfe der USA im Wert von rund 675 Millionen Dollar zu. Unter anderem Munition für verschiedene Raketensysteme, sowohl für Fahrzeuge als auch für Panzerfäuste, zusätzliche Haubitzen samt Munition, 1.000 Panzerabwehrminen, Granatwerfer, Nachtsichtgeräte und 50 gepanzerte medizinische Fahrzeuge..Auch Deutschland und weitere Länder sagt ihre Unterstützung zu. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg war ebenfalls zugegen und betonte die Notwendigkeit, die Ukraine nachhaltig zu unterstützen..Das Konferenzformat tauscht sich im Rahmen einer Ukraine Kontaktgruppe monatlich aus, um die Hilfen der Länder für die Ukraine besser koordinieren zu können.
Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel am 15./16. Juni 2022
Das Treffen diente der Vorbereitung des Gipfeltreffens in Madrid. Die Beratungen drehten sich um die Verstärkung der NATO-Ostflanke und Finanzierungsfragen. Zuvor tagte das Ramstein-Format zur Koordinierung der weiteren Unterstützung der Ukraine. In einer gemeinsamen Erklärung dokumentieren die USA, Großbritannien und Deutschland ihre gemeinsame Unterstützung durch Mehrfachraketenwerfer: „Die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und Deutschland engagieren sich vollumfänglich für die Unterstützung der Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen die anlasslose Invasion Russlands." Konkret heißt es in dem in dem Statement weiter: „Um die Ukraine bei der Verteidigung ihrer Bürgerinnen und Bürger sowie ihres souveränen Territoriums zu unterstützen, haben die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und Deutschland zugesagt, Mehrfachraketenwerfsysteme (MLRS) mit entsprechenden Lenkraketen (GMLRSGuided Multiple Launch Rocket System Guided Multiple Launch Rocket System) zu liefern.“
Angesichts der durch den Ukraine-Krieg massiv veränderten Sicherheitslage in Europa berieten sich die NATO-Verteidigungsministerinnen und -minister ferner intensiv über die Anpassung der Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten der Allianz an der Ostflanke. Die derzeitige Präsenz der Allianz an der Ostflanke wird als nicht mehr hinreichend angesehen.
Informelles Treffen der Außenminister im neuen „Berlin-Format" am 15. Mai 2022
Auf ihrem Treffen in neuen „Berlin-Format” der NATO besprachen die 30 Außenminsterinnen und Außenminister der Bündnisstaaten die weitere Unterstützung der Ukraine und erörterten einen Beitrittsantrag von Schweden und Finnland. „Ihre Mitgledschaft in der NATO würde unsere gemeinsame Sicherheit erhöhen und zeigen, dass die Tür der NATO offen steht, und dass sich Aggression nicht auszahlt", so NATO-Generalsekretär Stoltenberg. Ferner erfolgten letzte Abstimmungen zum neuen „Strategischen Konzept“ der NATO, welches auf dem NATO-Gpfel im Juni verabschiedet werden soll. Mit dem „Berlin-Format" wurde ein drittes jährliches Zusammentreffen der NATO-Außenministerinnen und -Außenminister eingeführt.
Ramstein-Konferenz der Verteidigungsminister am 24. April 2022
Es war kein reines Treffen der NATO-LÄnder, zu dem US-Außenminister Lloyd Austin auf die US-Militärbasis in Ramstein eingeladen hatte. Die Unterstützung der Ukraine erfordere die Zusammenarbeit sowohl der Länder innerhalb als auch außerhalb der NATO. Ingesamt waren Verteidigungsminister und weitere Vertreter und Militärs aus 40 Ländern vertreten. Auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg war zugegen. Die Konferenz hat sich über aktuelle und zukünftige Unterstützung der Ukraine verständigt. So sollen weitere Waffen an die Ukraine geliefert, darunter auch schwere Waffen wie Panzer, Haubitzen und andere Artilleriegeschütze. Außerdem wurde beschlossen, das Konferenzformat zu einer monatlichen Kontaktgruppe auszuweiten, damit die Unterstützung der Länder für die Ukraine insgesamt besser koordiniert werden kann.
NATO-Treffen der Außenminister am 6. und 7. 4. 2022
Die NATO-Außenminister kamen am 6. und 7. April in Brüssel zusammen, um über eine verstärkte Abschreckung Russlands in Reaktion auf den Ukraine-Krieg zu diskutieren. NATO-Generalsekretär Stoltenberg äußerte sich zuvor in einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage sowie die Themen des Treffens. Die NATO werde die vollständige Untersuchung an den in Butscha verübten Greueltaten unterstützen. Die NATO werde der Ukraine weiterhin helfen Und auch weiteren Ländern, die sich durch Russland bedroht fühlten, sagte Stoltenberg Unterstützung zu. So werde die NATO auch Länder wie Georgien und Bosnien-Herzegowina vor russischen Aggressionen schützen. Damit werde die Widerstandsfähigkeit der NATO-Partner gestärkt (n-tv).
NATO-Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs am 24.3.2022
NATO Generalsekretär Stoltenberg hatte für den 24. März einen Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel einberufen, Auch US-Präsident Biden war zum Gipfel angereist. Die NATO-Staaten haben auf dem Gipfel beschlossen, mit einer massiver Aufrüstung auf die neue Bedrohungslage zu reagieren und ihre Truppen an der Ostflanke dauerhaft zu stärken. Vier NATO-Gefechtseinheiten sollen in die Slowakei, nach Ungarn, Bulgarien und Rumänien entsendet werden.Man werde damit das Abschreckungs- und Verteidigungsdispositiv erheblich stärken. Diese Schritte würden durch „erweiterte Übungen" mit dem Schwerpunkt kollektive Verteidigung und der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Streitkräfte ergänzt. Besondere Sorge bereitete den Nato-Staaten ferner der mögliche Einsatz von Massenvernichtungswaffen durch Russland im Krieg gegen die Ukraine.
NATO-Sondersitzung der Verteidigungsminister am 16.3.2022
Auf der Krisensitzung in Brüssel beraten die NATO-Staaten über Konsequenzen, die der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine für das NATO-Bündnis haben könnte. Aufrüstung statt Einmischung ist dabei die Strategie der NATO. Man werde die Truppenpräsenz und die Verteidigungsstrategie überdenken, so Stoltenberg. Nicht nur aufgrund der russischen Invasion, sondern auch „im Lichte der Zusammenlegung russischer und belarusischer Streitkräfte”. Aus westlicher Sicht sei das eine neue Bedrohungslage. Die Militärplaner der Allianz sollen nun den Auftrag bekommen, eine Antwort auszuarbeiten. Im Bündnis werde eine künftige dauerhafte Verstärkung der Ostflanke erwogen, so Stoltenberg. Dazu könne gehören, substanziell mehr Streitkräfte im östlichen Teil der Allianz zu stationieren und dort mehr Ausrüstung vorzuhalten. Zudem werde man deutlich mehr Luft- und Marineeinsätze, eine Stärkung der Luft- und Raketenabwehr sowie zusätzliche und größere Übungen in Erwägung ziehen. Diesbezüglich sollten Optionen für den anstehendem Gipfel in Madrid im Juni entwickelt werden, sagte Stoltenberg. Eine Einmischung in den Krieg gilt weiterhin als nahezu ausgeschlossen. Die NATO selbst werde keine Truppen in die Ukraine schicken, auch sei weiterhin eine Flugverbotszone über der Ukraine ausgeschlossen. In Reaktion auf den Krieg Russlands seien ferner mehrere Hunderttausend NATO-Soldaten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Darunter befänden sich rund 100 000 US-Soldaten in Europa und rund 40 000 Soldaten unter direktem Nato-Kommando.
Der im Vorfeld von Polen eingebrachte Vorschlag für eine NATO-„Friedensmission” in der Ukraine fand keine Zustimmung bei den anderen NATO-Staaten. Erst müsse es einen Waffenstillstand geben. Zudem müsse Russland seine Truppen abziehen und es müsse irgendeine Art von Abkommen zwischen der Ukraine und Russland geben. Es sei sehr schwierig, sich derzeit mit der Intensität des Krieges und der Belagerung der Städte eine Friedensmission vorzustellen. Eine Friedensmissionen werden in der Regel zudem im UN-Rahmen beschlossen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Veto-Mächte Russland und China einem solchen Einsatz im UN-Sicherheitsrat zustimmen, sei aber gleich null.
NATO-Sondersitzung der Außenminister am 4.3.2022
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg stellte eine düstere Prognose: „Die nächsten Tage werden wahrscheinlich noch schlimmer werden”, sagte er nach Beratungen der NATO-Außenminister. Er appellierte an Russlands Präsident Wladimir Putin, den Krieg sofort und ohne Bedingungen zu beenden, die Truppen aus der Ukraine abzuziehen und an den Verhandlungstisch zu kommen. „Die NATO will keinen Krieg mit Russland.” Es müsse alles dafür getan werden, damit sich der Krieg nicht über die Ukraine hinaus ausweite.
Die NATO werde nicht in den Krieg eingreifen, weder zu Land noch in der Luft, sagt Stoltenberg in Brüssel. Das Bündnis verstehe die „Verzweiflung" der ukrainischen Regierung, sagte Stoltenberg. Doch wenn sich die NATO direkt militärisch in den Konflikt mit Russland einmische, würden zahlreiche weitere Länder in Europa in den Krieg hineingezogen. Die NATO werde also dem ukrainischen Wunsch nach Durchsetzung einer Flugverbotszone über der Ukraine nicht nachkommen können. Die Alliierten seien sich einig, dass NATO-Flugzeuge nicht im ukrainischen Luftraum operieren sollten. Um eine Flugverbotszone zu kontrollieren, müssten Kampfflugzeuge der NATO über der Ukraine „russische Flugzeuge abschießen”, sagte Stoltenberg. „Wir haben als NATO-Verbündete die Verantwortung, eine Eskalation dieses Krieges über die Ukraine hinaus zu verhindern, denn das wäre noch gefährlicher, verheerender und würde noch mehr menschliches Leid verursachen", sagte Stoltenberg.
Welche Optionen hat die NATO in der aktuellen Lage?
NATO-Sondergipfel am 25.2.2022
Aufgrund der gestarteten Großoffensive Russlands auf die Ukraine traf sich die NATO zu einer Dringlichkeitssitzung in Brüssel. Die Vertreter der 30 NATO-Staaten haben beschlossen, die Verteidigungspläne zu aktivieren, um eine schnelle Truppenbewegung zu ermöglichen. Damit kann die NATO-Führung nun zusätzliche Truppen und andere Einheiten anfordern. Im Notfall könne somitauch die Eingreiftruppe „NATO Response Force“ (NRF) eingesetzt werden. Sie umfasst bis zu 40.000 Soldaten. Die Gefahr, dass sich der russische Krieg gegen die Ukraine auf das Bündnisgebiet ausweitet, sieht Stoltenberg aber nicht. „Solange Russland weiß, dass ein Angriff auf einen NATO-Verbündeten eine Antwort des gesamten Bündnisses auslöst, werden sie nicht angreifen.” Um die Abschreckung zu verstärken, werde man aber zusätzliche Truppen an die Ostflanke schicken, sagte Stoltenberg. Insbesondere in Estland, Lettland und Litauen ist die Sorge groß, dass Russland nicht nur die Ukraine, sondern auch sie angreifen könnte.
Die 30 NATO-Staaten haben eine Verlegung von Einheiten der schnellen Eingreiftruppe zur Abschreckung Russlands beschlossen, Es sei das erste Mal, dass Teile der NRF im Zuge der Abschreckung und Verteidigung des Bündnisgebiets verlegt würden, sagte Stoltenberg. Die Maßnahmen seien „präventiv, verhältnismäßig und nicht eskalierend”.
Erklärung des Nordatlantikrats zum Angriff Russlands auf die Ukraine vom 24.02.2022
Militärische Unterstützung für die Ukraine gilt unterdessen weiter als ausgeschlossen. Da die Ukraine kein Mitglied des Bündnisses ist, kann sie auch nicht nach Artikel 4 und 5 des Nordatlantikvertrags Beistand beantragen.
Die „NATO Respons Force” – Schnelle Eingreiftruppe
NATO-Treffen der Verteidigungsminister am 16.2.2022
Angesichts der Eskalation im Russland-Ukraine-Konflikt fand bereits am Mitte Februar 2022 ein NATO-Treffen in Brüssel statt, an dem die Verteidigungsminister der 30 NATO-Staaten zugegen waren. Beraten wurde über den Umgang mit Russland und die Zukunft der NATO. Die NATO-Länder planen einen weiteren Truppenausbau der NATO in Osteuropa. Um Einheiten in neue Regionen entsenden zu können, ist ein einstimmiger Beschluss der 30 NATO-Länder nötig. Auf dem Gipfeltreffen im Juni in Madrid könnte dieser dem Vernehmen nach fallen.
Verteidigungsausgaben: Von zwei Prozent auf fünf Prozent
Beim NATO-Gipfel 2002 in Prag hatte sich die NATO das Ziel gesetzt, jedes Mitgliedsland solle zwei Prozent seines BIP in die Verteidigung investieren. Festgeschrieben wurde das Zwei-Prozent-Ziel noch einmal 2014 beim NATO-Gipfel in Wales. Das war nach der Annexion der Krim und dem damaligen Kriegsausbruch. Im Jahr 2022 würden nur rund ein Drittel der Alliierten das Zwei-Prozent-Ziel erfüllen, so der damalige NATO-Generalsekretär Stoltenberg, und fordert eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben in den NATO-Staaten. Laut NATO-Generalsekretär Rutte erfüllen 2025 erstmals alle Bündnisstaaten das Ziel, zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung auszugeben.
Spitzenreiter im Verhältnis von Wirtschaftskraft und Verteidigungsausgaben sind die USA, Polen und die baltischen Staaten. Nach Angaben der NATO erreichten die USA mit 822 Milliarden US-Dollar 2024 eine Quote von rund 3,4 Prozent. Polen liegt mit 4,1 Prozent (4,7 Prozent geplant für 2025) ganz vorne, Estland und Lettland lagen 2024 je bei ungefähr 3,4 Prozent und Litauen lag bei 2,8 Prozent, plant jedoch auf 5 - 6 Prozent aufzustocken bis 2026. Dies macht deutlich, dass jene Staaten, die Russland geografisch am nächsten liegen, deutlich mehr in ihre Verteidiung investieren als die restlichen Bündnispartner.
Quellen:
euractiv: „An vorderster Front: Die Militärausgaben Mittel- und Osteuropas”
Deutsche Welle: „Das NATO-Budget in Grafiken: Massives Ungleichgewicht”
Auf dem Weg zum Fünf-Prozent-Ziel
Wie in den Leitlinien des NATO-Bündnisses festgelegt ist, muss die NATO im Ernstfall in der Lage sein, jeden Zentimeter ihres Bündnisgebiets zu verteidigen. Der Krieg gegen die Ukraine lässt die Mängel bei den europäischen Armeen deutlich zutage treten und hat eine Zeitenwende auch im Hiinblick auf künftige Ausgaben für die Verteidigung eingeläutet. Auch in der deutschen Politik fand ein Paradigmenwechsel statt. Die Verteidigungsausgaben sollen künftig dauerhaft steigen. Im Jahr 2022 hatte der Deutsche Bundestag beschlossen, für die Bundeswehr extra Mittel in Höhe 100 Milliarden Euro bereitzustellen. Dafür wurde der Bundeshaushalt einmalig mit einem Sondervermögen ausgestattet. Nun, nachdem sich abzeichnet, dass die neue US-Regierung unter Donald Trump sich aus der Unterstützung der Ukraine zurückziehen wird, plant die neue Bundesregierung mehrere Hundert Milliarden zusätzlich in die Verteidigung Deutschlands zu investieren.
Auch die anderen NATO-Staaten sind dabei ihre Investitionen zu erhöhen. Hatte der frühere NATO-Generalsekretär Stoltenberg Anfang 2024 noch vermutet, 2024 würden es 18 von 31 Mitgliedtstaaten schaffen, das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen, zeigt sich nun, dass tatsächlich bereits 23 der mittlerweile 32 NATO-Staaten diese Marke errreicht haben und teils weit darüber hinaus gehen. Auch Deutschland gehörte erstmals seit langem mit 2,1 Prozent ebenfalls dazu. Noch im Jahr 2014 hatten lediglich drei Bündnispartner das Zwei-Prozent-Ziel erreicht.
Angesichts der neuen Bedrohungslage reiche das Zwei-Prozent-Ziel nicht mehr aus, so US-General Christopher Cavoli, Oberbefehlshaber der NATO im Oktober 2024, alle Mitglieder müssten ihre Verteidigungsausgaben schnell erhöhen. „Die ganze NATO muss die militärischen Fähigkeiten ihrer Streitkräfte deutlich ausbauen", so Cavoli. Auch Christian Badia, der ranghöchste deutsche General bei der NATO, der die künftige Ausrichtung des Bündnisses mitentworfen hat, fordert: „Wir haben aktuell 23 Nato-Staaten, die über zwei Prozent liegen und auf dem Weg Richtung drei Prozent sind. Manche sind da auch schon drüber. Ich kann nur ganz klar betonen, dass alle NATO-Staaten sich in diese Richtung bewegen, um diese Fähigkeiten, die in der Zukunft benötigt werden, auch wirklich zu erreichen.” Ebenso forderte der neue US-Verteidigungsminister Pete Hegseth auf dem NATO-Treffen im Februar 2025 eine deutliche Erhöhung der Militärausgaben auf fünf Prozent.
Bei dem Treffen der NATO-Außenminister im türkischen Antalya im Mai 2025 hatten die USA erneut mehr Investitionen von den NATO-Partnern gefordert. Deutschland schloss sich Trumps Forderung an und möchte künftig fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für die Verteidigung ausgeben, dies entspricht einer Summe von 225 Milliarden Euro pro Jahr. Man folge dieser Zielvorgabe, da dies notwendig sei, so Deutschlands Außenminister Wadephul bei dem Treffen.
NATO-Staaten einigen sich auf Fünf Prozent
Alle NATO-Staaten haben sich auf die Zielmarke fünf Prozent.geeinigt. Künftig sind also alle Mitgliedstaaten angehalten, die Verteidigungsausgaben auf 3,5 Prozentder jeweiligen Wirtschaftsleistung ihre Landes aufzustocken, weitere 1,5 Prozent sollen für sicherheitsrelevante Ausgaben im weiteren Sinne eingeführt werden, insgesamt ergibt dies also fünf Prozent. Durch eine neue Definition der Verteidigung im Sinne der „geteilten Verantwortung“ konnten die Zielvorgaben für alle NATO-Länder näher gerückt werden, etwa indem die Mittel zur Unterstützung der Ukraine und der Verzicht auf russisches Öl und Gas auf das neue Ziel angerechnet werden sollen. So hat die NATO etwa im Juli 2025 beschlossen, die Ukraine mit Patriot-Flugabwehrsystemen zu beliefern. Bereits in Europa stationierte Patriot-Systeme sollen schnell an die Ukraine übergeben und zu einem späteren Zeitpunkt aus US-Produktion wieder aufgefüllt werden könnten. US-Präsident Trump hat angekündigt, Patriots an die Ukraine zu liefern, sofern die europäischen NATO-Staaten diese bezahlten.
Da jedoch Spanien das Fünf-Prozent-Ziel nicht mittragen will, droht Trump nun mit zusätzlichen Zöllen auf spanische Produkte und setzt hinzu: „Vielleicht sollte man sie ehrlich gesagt aus der Nato werfen.” Spanien hatte zwar, wie alle anderen NATO-Staaten der Erhöhung zugestimmt, Regierungschef Pedro Sánchez kündigte im Nachgang im Oktober 2025 allerdings an, sein Land werde den neuen Zielwert nicht einhalten.
Das Erreichen des Fünf-Prozent-Ziels, das bis 2032 umgesetzt sein soll, würde die NATO-Ausgaben auf dem Papier näher an jene von Russland und China heranführen. Russland gibt derzeit 6,7 Prozent seines BIP für das aus, was es als Verteidigung betrachtet, während Peking für dieses Jahr 7,2 Prozent anstrebt.
Militärische Stärke der NATO-Staaten
Truppenstärke
Die Streitkräfte der NATO-Staaten (Stand Feb. 2025) verfügen insgesamt über etwa 3,4 Millionen aktive Soldatinnen und Soldaten. Dabei variiert die Größe der Truppe stark je nach Mitgliedsland. Die mit Abstand größte Zahl stellen die USA mit gut 1,3 Millionen Streitkräften. Danach folgt die Türkei mit 480.000 aktiven Soldaten. Frankreich verfügt derzeit über gut 260.000 Soldaten, danach folgt Polen mit 250.000 und Deutschland mit 184.000. (Truppenstärke aller Länder weltweit, Stand Feb. 2026, Quelle: Globalfirepower.com)
Vergleicht man die größten Armeen der Welt, verfügt China mit gut 2 Millionen über die meisten aktiven Soldaten, Indien über knapp 1,5 Millionen, danach folgen die USA, Russland sowie Nordkorea mit jeweils gut 1,3 Millionen Streitkräften.
Vergleicht man die Truppenstärke Russlands und der Ukraine (Stand Juni 2025) verfügt Russland über 1.320.000 aktive Soldaten, plus 2.000.000 in der Reserve. Die Ukraine verfügt über 900.000 aktive Soldaten, plus 1.200.000 in der Reserve.
Die NATO verfügt derzeit über 82 Kampftruppen-Brigaden mit je rund 5.000 Soldaten. Angesichts der neuen Bedrohungslage will das NATO-Bündnis diese deutlich auf 131 Brigaden aufstocken, was insgesamt einer Anzahl von 655.000 Soldaten entspräche .Dies bedeutet für Deutschland, zu den bislang rund 50.000 Soldaten müsste die Bundeswehr fünf bis sechs weitere Brigaden stellen. Je nach Größe und Wirtschaftskraft stellen die einzelnen NATO-Mitglieder eine entsprechende Anzahl an Brigaden. Zuletzt wurde im Frühjahr die Panzerbrigade 45 „Litauen“ ins Leben gerufen, die zur 10. Panzerdivision der Deutschen Bundeswehr gehört und knapp 5.000 Soldaten umfasst..
Ferner wurde die schnelle Eingreiftruppe der NATO (NATO Response Force) im Zuge des Ukraine-Krieges auf 40.000 Soldaten aufgestockt.
Was die Anzahl der zur Verfügung stehenden Kampfpanzer weltweit anbelangt (Stand Feb. 2025), hat Russland mit knapp 15.000 den mit Abstand weltweit größten Bestand. Nordkorea verfügte als zweitgrößte Kampfpanzerflotte über fast 6.000 Panzer. Betrachtet man den Bestand an Kampfpanzern der NATO-Staaten liegt die USA mit gut 4.600 mit Abstand an der Spitze, dahinter folgt die Türkei mit gut 2.200 Panzern. Insgesamt verfügen die NATO-Staaten (Stand Feb. 2025) über insgesamt rund 11.500 Kampfpanzer.
Von der Idee, künftig eine eigene EU-Armee bereitzuhalten - wie etwa von EVP-Chef Manfred Weber gefordert - hält EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nichts. Im Februar 2026 warnte Kallas ausdrücklich vor der Schaffung einer EU-Armee. Dies würde in Krisenzeiten zu Zuständigkeitsfragen führen, was „extrem gefährlich" werden könnte. Stattdessen müsse Europa seine Verteidigung stärken, als Teil der NATO und als Ergänzung zum Bündnis.
Atomwaffen
Vergleicht man die Anzahl der nuklearen Sprengköpfe (Stand Juni 2025) weltweit, haben Russland und die USA mit Abstand den größten Bestand: Russland verfügt 2024 über knapp 5.500 Sprengköpfe und die USA über knapp 5.200. Danach folgt China mit 600 nuklearen Sprengköpfen und Frankreich mit knapp 300. Nordkorea verfügt über 50.
2026 ist das zwischen den USA und Russland zur Begrenzung von Atomwaffen seit 15 Jahren geltende New-Start-Abkommen ausgelaufen bzw. seitens Russland ausgesetzt worden.Zum ersten Mal seit etwa 50 Jahren gibt es damit kein Abkommen mehr. Die US-Regierung fordert, ein neues Abkommen abzuschließen, welches dann auch für China gelten solle. Seit ein paar Jahren ist China dabei, sein Atomwaffenarsenal rasch weiter auszubauen, das Land hat seit 2023 seinem Arsenal jährlich etwa 100 neue Sprengköpfe hinzugefügt, somit verfügt China derzeit (Stand Juni 2026) über schätzungsweise rund 600 nukleare Sprengköpfe.
Die NATO hat zu „Zurückhaltung und Verantwortung im Nuklearbereich” aufgerufen. Das Bündnis werde „weiterhin die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit" der Abschreckung und Verteidigungsbereitschaft des Bündnisses sicherzustellen.

Erklärfilme
Was ist die NATO?

Die NATO: Was ist die NATO? Warum gibt es sie noch immer und wie funktioniert sie? Ein Animationsvideo der NATO.
Was ist die NATO? (7 min.)
NATO, 2017
NATO einfach erklärt

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NATO einfach erklärt (4:25 min.)
explainity, 2015
NATO – logo! erklärt

Die NATO ist ein Zusammenschluss aus 29 (mittlerweile 30) Ländern. Aber was macht sie genau? Und warum gibt es auch Kritik an der NATO? logo! erklärt es euch.
NATO - logo! erklärt (1:43 min.)
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NATO - Alte Freunde, neue Fronten

Seit 75 Jahren prägt die Nato die Sicherheitspolitik Europas und der Welt wie keine andere Organisation. Der Dokumentarfilm blickt auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
NATO - Alte Freunde, neue Fronten (89 Min.)
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Warum es die NATO gibt

Es vergeht kaum ein Tag, an dem in den Medien nicht von „der NATO” gesprochen wird. Aber warum eigentlich? Was ist die NATO - und wofür wird sie gebraucht?
Warum es die NATO gibt (11 Min.)
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Was macht das Militärbündnis NATO?

Galileo blickt hinter die Kulissen des größten westlichen Militärbündnisses – der NATO. Was sind eigentlich ihre Aufgaben? Und inwiefern profitieren wir von ihr?
Was macht das Militärbündnis NATO? (9:24 Min.)
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Aufrüstung, Abschreckung, Angst - Wie gefährlich ist der neue Ost-West-Konflikt?

Ein Vierteljahrhundert nach Ende des Kalten Krieges: Russland, die NATO und auch die Bundesrepublik Deutschland steigern ihre Militärausgaben. Wie gefährlich ist die Eskalation in den Beziehungen zwischen Ost und West? Diese Dokumentation sucht nach Antworten: in Russland und der Ukraine, in Polen und im Baltikum.
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