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Religion

Gipfelkreuz. Foto: Anna Vogel

Konflikte zwischen West- und Ostkirche

Kirchengeschichtliche Ereignisse haben sich fest in den Charakter und die Kultur des östlichen Europa eingeschrieben. Besonders stark wirkte die Konfrontation zwischen der West- und Ostkirche, d.h. zwischen der römisch-katholischen und der byzantinisch-orthodoxen Kirche. Die Unterschiede in Liturgie, Kirchenaufbau und Glaubensinhalten führten zu unterschiedlichen politischen und kulturellen Auffassungen bei den Anhängern. Eine klare religiös-kulturelle Grenze zwischen West- und Osteuropa lässt sich aber nicht ziehen. Diese verläuft vielmehr quer durch das östliche Europa. Die Westkirche setzte sich in Ostmitteleuropa (Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei) und in Teilen Südosteuropas (Kroatien, Slowenien) durch, während die orthodoxe Kirche in den Ländern dominierte, die weiter im Osten liegen.

Konfessionelle Vielfalt

Hagia Sophia. Foto: Arlid Vagen, wikicommons, CC BY-SA-3.0

Aber auch andere Religionen und Konfessionen haben die Geschichte Osteuropas geprägt. Der Protestantismus, der durch deutsche Siedler in den Osten getragen wurde, konnte sich vor allem im Baltikum etablieren. Das Judentum bildete vor allem in seinem wichtigsten Siedlungsgebiet Polen-Litauen eine besondere Kultur– und Religionsgemeinschaft. Und mit der Ausdehnung des  Osmanischen Reichs nach Südosteuropa fasste auch der Islam Fuß in der Region. Dadurch ist das östliche Europa von religiöser Vielfalt gekennzeichnet.