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Gesellschaft

Die ethnischen Rumänen stellen ca. 83 Prozent der rumänischen Bevölkerung. Die beiden größten Minderheiten sind die Ungarn (6,3%) und Roma (3-4%). Der Anteil der Deutschen an der Bevölkerung Rumäniens beträgt nur noch 0,2 Prozent. Daneben gibt es kleine Minderheiten wie Ukrainer (0,3%) und Türken (0,2%).

Rechte der Minderheiten

Die Rechte der ethnischen Minderheiten werden von der Verfassung garantiert. Zudem hat die rumänische Regierung hat fast alle wichtigen internationalen und europäischen Menschenrechtsabkommen ratifiziert. Die Minderheiten haben das Recht, ihre Sprache und Kultur zu pflegen. Ihre parteiähnlichen Zusammenschlüsse haben immer mindestens einen Vertreter im Parlament, selbst wenn ihr Wähleranteil bei unter 5 Prozent liegt. Derzeit werden die Minderheiten von 18 Vertretern im Abgeordnetenhaus vertreten.

In der internationalen Kritik steht weiterhin der Umgang der Regierung mit der nationalen Minderheit der Roma. Diese stellt laut Volkszählung von 2011 immerhin die zweitgrößte Minderheit dar. Jedoch liegt die inoffizielle Zahl der Roma wohl deutlich höher. Es wird davon ausgegangen, dass viele der Roma ihre Nationalität bei der Volkszählung aus Angst vor Diskriminierung verschwiegen haben. Die sozioökonomische Lage der Roma unterscheidet sich deutlich von der ungarischer Einwohner Rumäniens. Tatsächlich leben viele der Roma in großer Armut in slum-ähnlichen Vierteln am Stadtrand und sind besonders von Ausgrenzung betroffen.

Besiedelung

Hauptsiedlungsgebiete der Ungarn sind das Grenzgebiet zu Ungarn und Siebenbürgen. Seit dem Ende des Kommunismus verfügen die Ungarn mit der „Demokratischen Union der Ungarn“ über eine eigene Partei, die häufig Koalitionspartner in rumänischen Regierungen auf nationaler Ebene war und eher gemäßigte Positionen vertritt. Seit 2013 kommt es zu verstärkten Autonomieforderungen der Ungarn in Siebenbürgen. Diese werden von der konservativen Regierung Orban in Ungarn und von der rechtsradikalen ungarischen Jobbik Partei unterstützt.

Unter der deutschsprachigen Bevölkerung stellen die Siebenbürger Sachsen und die Donauschwaben (Banat und Nordwesten bei Satu Mare) mit zusammen etwa 30.000 Personen die größten Gruppen dar. Letztere werden auch Banater Schwaben und Sathmarer Schwaben genannt. Heute wohnen die meisten deutschsprachigen Menschen in den Bezirken Timisoara, Sibiu und Brasov. Der Anteil der älteren Menschen unter ihnen ist überproportional hoch. Die Zahl der Deutschen in Rumänien ist in den letzten zwanzig Jahren aufgrund von Auswanderung, vor allem nach Deutschland, sehr stark zurückgegangen.


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