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Geschichte

Seit dem Spätmittelalter gehörten die Slowenen zur Habsburgermonarchie, die die Entwicklung Sloweniens maßgeblich beeinflusste. Ihre ethnische Identität als Slawen konnten sie aber über die Jahrhunderte wahren. Nach dem Untergang des Vielvölkerreichs Österreich-Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Slowenien zum „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“ (ab 1918). Während des Zweiten Weltkrieges wurde es unter den Achsenmächten aufgeteilt. 1946 wurde es in seinen früheren Grenzen wiederhergestellt und als Teilrepublik in die „Föderative Volksrepublik Jugoslawien“ eingegliedert. 

Krieg und Unabhängigkeit

Unabhängigkeitsdenkmal

Am 23. Dezember 1990 stimmten über 80 Prozent der wahlberechtigten Slowenen in einem Referendum für die Unabhängigkeit Sloweniens. Ein halbes Jahr später, am 25. Juni 1991, hat das slowenische Parlament die Unabhängigkeit des Landes proklamiert, was eine Militäroperation der Jugoslawischen Volksarmee nach sich zog. In einem 10 Tage anhaltenden Krieg konnte sich jedoch die slowenische Bürgerwehr behaupten. Diese Auseinandersetzung gilt heute als erster der sogenannten Jugoslawienkriege. Unter Vermittlung der Vereinten Nationen und der österreichischen Regierung wurde ein Kompromiss ausgehandelt, wonach die Unabhängigkeit Sloweniens um 3 Monate verschoben wurde. Seit dem 8. Oktober 1991 ist Slowenien unabhängig. 

Der Krieg hatte in Slowenien kaum Schäden hinterlassen. Zudem war das Land aufgrund seiner ethnisch recht homogenen Bevölkerung nicht in Nationalitätenkonflikte verstrickt, wie manche seiner Nachbarstaaten. So konnte die Wirtschaft des Landes schnell stabilisiert werden und eine politische Konsolidierung des Staates erreicht werden. Der EU trat Slowenien bereits 2004 bei und damit neun Jahre früher als das Nachbarland Kroatien. Lange Zeit hatte Slowenien den Beitritt Kroatiens zur EU blockiert. Grund dafür waren Streitigkeiten, insbesondere über die Grenzziehung zwischen beiden Staaten an der Adria Küste. Seit 2004 ist Slowenien auch Mitglied der NATO.

Im Jahr 2013 kam es zum Sturz der amtierenden Mitte-Rechts Regierung unter Premierminister Jansa durch ein Misstrauensvotum im Parlament. Zuvor waren massive Korruptionsvorwürfe gegen den Premier bekannt geworden. Da auch andere Politiker, darunter der Bürgermeister der Hauptstadt Ljubljana, in Korruptionsverdacht gerieten, kam es Massendemonstrationen im Land gegen Bereicherung und Korruption in der Politik. Als erste Frau trat im März 2013 Alenka Bratusek das Amt der Ministerpräsidentin an. Aufgrund der hohen Verschuldung Sloweniens leitete sie ein umfangreiches Spar- und Privatisierungsprogramm ein. Bratusek wurde jedoch bei vorgezogenen Neuwahlen im Juni 2014 von dem Sozialdemokraten Miror Cerar abgelöst.


mehr zur aktuellen Politik Sloweniens


www.auswaertiges-amt.de,

Fischer Welt Almanach 2014,

www.standard.at, 9.6.2013 „Die politische Kultur in Slowenien ist schwach“.

 

 

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