Infoportal östliches Europa

 

Russland und die Ukraine

Russisch-Ukrainische Freundschaft. Monument in Kiew. Foto: Guillaume Speurt. Flickr.CC BY-SA 2.0.
Russisch-Ukrainische Freundschaft. Monument in Kiew. Foto: Guillaume Speurt. Flickr.CC BY-SA 2.0.

Als die Ukraine in den 50er Jahren noch der Sowjetunion angehörte, kristallisierte sich ein erster Zankapfel zwischen dem Land und seinem russischen Nachbarn heraus. Es ging um die Halbinsel Krim. Der Parteichef der Sowjetunion, Nikita Chruschtschow, der selbst aus der Ukraine stammte, schenkte die Krim anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Russisch-Ukrainischen Einheit. Viele Russen, einschließlich Putin, bedauern dieses Geschenk bis heute.

Spätestens seit der ukrainischen Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991 ist die Beziehung zwischen Russland und der Ukraine verfahren. Die Ukraine blieb trotz ihrer Unabhängigkeit immer wirtschaftlich und finanziell stark von Russland abhängig. Ihre Identität suchte sie stets zwischen einer Westorientierung in Richtung EU und Nato und der historischen Bindungen an das östliche Nachbarland. Die Hauptstreitpunkte zwischen den beiden Ländern sind nach dem Zerfall der Sowjetunion die Aufteilung der Schwarzmeerflotte, der Status der Halbinsel Krim und der Stadt Sevastopol und die Gasschulden.

Die traditionsreiche russische Schwarzmeerflotte ist ein Staat im Staate auf der Krim. Ihr Hauptstützpunkt, die Stadt Sewastopol, war bis 1991 selbst für die Bewohner der Halbinsel eine verbotene Zone, innerhalb der die damals sowjetische Marine nach eigenem Gusto schalten und walten konnte. Diese Mentalität war immer allgegenwärtig, verbunden mit der tiefen Überzeugung, dass die Stadt, die Flotte und damit die Krim russisch zu sein haben.

Der russisch-ukrainische Erdgashandel ist seit dem Ende der Sowjetunion regelmäßig Gegenstand von Konflikten auf dem Gebiet der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), ein loser Zusammenschluss von zwölf Teilrepubliken der ehemaligen Sowjetunion. Die Ukraine importiert Erdgas und gehört zu den größten Abnehmerländern des russischen Erdgaskonzerns Gazprom. Sie ist das wichtigste Transitland für russische Erdgasexporte nach Europa. Mehrmals kam es zu Lieferstopps, da die Länder sich um die Konditionen stritten. Auf russischer Seite versucht Gazprom sein wirtschaftliches Ergebnis durch höhere Preise für Erdgaslieferungen in die GUS zu verbessern. Gleichzeitig hat Gazprom ein Interesse daran, die ukrainischen Erdgaspipelines zu übernehmen, um den Transit besser kontrollieren zu können.

Durch den "Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und Partnerschaft", in dem Russland die Ukraine als einen unabhängigen Staat anerkannte, das "Abkommen über die Schwarzmeerflotte" 1997 und den "Vertrag über die wirtschaftliche Zusammenarbeit" 1998 wurden die Streitigkeiten und territoriale Ansprüche Russlands geregelt. Die "West-Annäherung" der Ukraine durch den Beitritt zur GUAM (Organisation für Demokratie und Wirtschaftsentwicklung zwischen Georgien, der Ukraine, Aserbaidschan und Moldawien, 1997) aber auch die Zugehörigkeit zur Welthandelsorganisation 2008 trübten das Verhältnis zu Russland weiter.

2009 schrieb der damalige russische Präsident Dmitrij Medwedew einen offenen Brief an Ukraines Präsident Wiktor Juschtschenko. Medwedew gibt Juschtschenko und seiner Regierung darin die Schuld an der Zuspitzung der bilateralen Spannungen. Er sieht ukrainische Waffenlieferungen an Georgien, das ukrainische Streben in die Nato sowie die Abkoppelung von Russland im Energiesektor als gegen Russland gerichtete Aktionen.

Russland hatte immer schon Ansprüche an die Ukraine - territorial, wirtschaftlich und politisch. Mit der Westannhäherung des Landes sah es seinen Einfluss dahinschwinden. Im aktuellen Konflikt versucht Russland nun, seinen Machtbereich in der Ukraine auszuweiten und zu festigen.

zurück zu Ukraine-Konflikt

Nach oben

 

Zeitschrift Der Bürger im Staat

 

Nach der "Orangenen Revolution"
Details

 
 
 
 
 

Zeitschrift Der Bürger im Staat

 

Russland unter Putin
Details

 
 
 
 
 

Info-Portal Östliches Europa

 
 
 
 
 
 

Zeitschrift Der Bürger im Staat

 

Nach der "Orangenen Revolution"
Details

 
 
 
 
 

Zeitschrift Der Bürger im Staat

 

Russland unter Putin
Details

 
 
 
 
 

Info-Portal Östliches Europa