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Wirtschaft

Stand: März 2017

Volkswagenproduktion

Die slowakische Wirtschaft war vor dem Umbruch Ende der 1980er Jahre auf die Schwerindustrie ausgerichtet. Der Schwerpunkt lag in der Metallurgie, Rüstungsindustrie, Energiewirtschaft und chemischen Industrie. Der Übergang zur Marktwirtschaft führte zu massiven Produktionseinbrüchen. Auch die Trennung von Tschechien 1993 brachte Nachteile mit sich: In vielen Wirtschaftszweigen war die Slowakei weniger entwickelt als Tschechien.

Reformen der Regierung Dzurinda brachten Ende der 1990er Jahre eine Besserung der wirtschaftlichen Lage mit sich. Als besonders fördernd erwies sich die Perspektive des EU-Beitritts. Um mit den anderen ostmitteleuropäischen Ländern gleichziehen zu können, hat die Regierung vor allem auf das Prinzip der Privatisierung gesetzt. Schon 2002 wurden 88,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Privatsektor erwirtschaftet, 2009 waren es 93 Prozent. Einen Höhepunkt erreichte das slowakische Wirtschaftswachstum im Jahr 2006 mit 8,3 Prozent. Die weltweite Wirtschaftskrise führte 2009 allerdings auch in der Slowakei zu einem negativen Wirtschaftswachstum (-4,7% im Vergleich zum Vorjahr).

Die Slowakei hat den Euro zum 1. Januar 2009 eingeführt. Die Regierung wollte damit unter anderem auch den negativen Effekt der internationalen Finanzkrise mindern.

Aktuelle Wirtschaftslage

In den Jahren 2011 bis 2013 wuchs die Wirtschaft wieder, allerdings konnten die hohen Wachstumsraten aus der Zeit vor der Finanzkrise nicht wieder erreicht werden. So betrug 2013 das Wirtschaftswachstum nur ein knappes Prozent, 2014 lag es dann wieder bei 2,4 Prozent. Dazu trägt inbesondere eine gesteigerte Nachfrage im Inland bei.

Insgesamt hat die Eurokrise die Slowakei weniger hart getroffen als viele andere Länder in der Eurozone. Dennoch lag die Staatsverschuldung (in Relation zum BIP) im Jahr 2013 bei 54,6 Prozent. Dank Sparmaßnahmen und der Einführung der "Schuldenbremse" ist sie im Jahr auf 2015 etwas zurückgegangen und liegt bei 52,8 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit geht in der Slowakei derzeit eher zurück. So lag die Quote 2015 bei 11,5 Prozent. Mit einem durchschnittlichen Verdienst von 883 Euro brutto im Monat ist allerdings auch der Verdienst im EU vergleich eher niedrig.

Außenhandel

Der Außenhandel mit Ländern der EU gilt als Stärke der slowakischen Wirtschaft. Das inzwischen relativ hoch industrialisierte Land hat einen Industrieanteil von etwa 35 Prozent am BIP. Dieser Wirtschaftszweig ist in der Slowakei stark von Export geprägt, wobei insbesondere die Automobilproduktion eine wichtige Rolle spielt. So beträgt der Anteil der KFZ Industrie an den slowakischen Exporten 40 Prozent. 2015 wurden in der Slowakei zum ersten Mal über eine Million Kraftfahrzeuge produziert. Damit verfügt die Slowakei über die höchste PKW Produktion pro Einwohner in Europa. Verschiedene europäische und asiatische Hersteller besitzen große Produktionsstätten in der Slowakei, darunter sind derzeit rund 500 deutsche Unternehmen. Daneben haben auch der Maschinenbau, die Metallindustrie und der Energiesektor eine große wirtschaftliche Bedeutung. Immer wichtiger werden im Außenhandel neben Industriegütern auch Dienstleistungen und sogenannte immatrielle Produkte, wie etwa Software-Entwicklungen.

Über 80 Prozent ihres Exports betreibt die Slowakei mit europäischen Partnern, beim Import sind es rund 70 Prozent. Wichigster Handelspartner ist dabei die Bundesrepublik.

EU-Förderung

Für die Slowakei hat die EU zwischen 2014 und 2020 etwa 15 Milliarden Euro Unterstützungsgelder vorgesehen. Es sollen damit vor Projekte gefördert werden, die zur Verbesserung der Infrastruktur beitragen, Umweltprojekte, sowie Projete zur Forschung und Entwicklung. Die Slowakei gehört zu den Netto-Profiteuren der EU - bekommt also mehr Geld, als sie zahlen muss. Allerdings hatte die Regierung in der vorangegangenen Finanzierungsperiode der EU strukturelle Probleme, das zugewiesene Budget vollständig abzurufen. Deshalb sollen die Prüfverfahren nun vereinfacht werden.

Quellen

www.auswaertiges-amt.de: Slowakei

Fischer Welt Almanach 2013 + 2014

Germany Trade & Invest: Slowakei

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