Ostmitteleuropa: Polen
Länderdaten
| Ländername | Republik Polen - Rzeczpospolita Polska |
| Flagge | ![]() |
| Klima | kontinental |
| Lage | Nord-Süd zwischen Ostsee und Beskiden, Ost-West zwischen Oder/Neiße und Bug |
| Nachbarländer | Deutschland, Tschechien, Slowakei, Ukraine, Weißrussland, Russland, Litauen |
| Landesfläche | 312.678 km² |
| Hauptstadt | Warschau (Warszawa): ca. 1,7 Mio. Einwohner (2020) |
| Bevölkerung | 37,78 Millionen, 2021 (Polen 95,5%, Schlesier 2,1%, Kaschuben 0,6%, Deutsche 0,3%, Ukrainer, Weißrussen, Roma) |
| Landessprache | Polnisch |
| Religionen | 86% römisch-katholisch, 6% Agnostiker/Atheisten, 1% christlich-orthodox, 1% Protestantisch, 2% weiter Religion (Eurobarometer 2019) |
| Staats-/Regierungsform | Parlamentarische Demokratie mit Zweikammerparlament |
| Demokratieindex | Platz 51 (2021) - Unvollständige Demokratie |
| Staatsoberhaupt | Staatspräsident Karol Nawrocki, Recht und Gerechtigkeit (PiS), Amtsantritt 2025 |
| Regierungschefin | Ministerpräsident Donald Tusk, Platforma Obywatelska (PO), Amtsantritt 2023 |
| Verwaltungsstruktur | Zentralverwaltungssystem mit Elementen regionaler/ örtlicher Selbstverwaltung, 16 Woiwodschaften, 314 Kreise, 2478 Gemeinden |
| Bruttoinlandsprodukt | 674 Mrd. US Dollar (2021) |
| BIP pro Kopf | 17,840 US Dollar (2021) |
| Wechselkurs | 1 Euro = 4,80 PLN (Złoty); Stand: Okt. 2022 |
| Währung | Zloty |

Geschichte
Der polnische Staat wurde im späten 9. Jahrhundert als ein Herzogtum mit den Hauptorten Posen und Gnesen gegründet. Schon in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts trat Polen als ein bedeutender Akteur der europäischen Geschichte in Erscheinung. Durch eine geschickte Bündnis- und Eroberungspolitik gelang es dem Herzog Mieszko I, das Staatsterritorium zu erweitern.
Politisches System und aktuelle Politik
Mit der Transformation zur liberalen Demokratie in der 90er Jahren gelang es Polen, sich – mit der Verabschiedung der Verfassung 1997 – als liberale Demokratie zu etablieren. Mit dem Regierungswechsel im Jahr 2015, infolgedessen die rechtskonservative und -populistische PiS in beiden Kammern die absolute Mehrheit bilden konnte sowie den Präsidenten Andrzej Duda stellte, kam es zu einem schrittweisen Abbau der demokratischen Strukturen. 2023 kam es erneut zu einem Politikwechselhin zu einer pro-europäischen Regierung unter dem neuen Ministerpräsidenten Donald Tusk.
Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind in Polen in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Regierung versucht, Presse und Justiz unter ihre direkte Kontrolle zu bringen, deren Unabhängigkeit auszuhöhlen. Damit wird die Gewaltenteilung und das Gleichgewicht der Kräfte im Staat bedroht.
Gesellschaft
Der polnische Staat war einmal ein Vielvölkerstaat. Ethnische und religiöse Minderheiten - vor allem Ukrainer, Juden, Weißrussen und Deutsche - machten in bestimmten historischen Epochen bis zu einem Drittel der Gesamtbevölkerung aus. Grenzverschiebungen, Vertreibungen, Auswanderungen sowie die Massenvernichtung der Juden während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg haben dazu geführt, dass das heutige Polen ethnisch und religiös weitgehend homogen ist.
Wirtschaft
Die Transformation von der Plan- zur Marktwirtschaft erfolgte in Polen in Form von "Schocktherapie": Marktwirtschaftliche Strukturen wurden innerhalb kürzester Zeit aufgebaut, was mit dem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts und gravierenden Folgen für die Bevölkerung einherging. Die bis dahin sehr geringe Zahl der Arbeitslosen schoss in die Höhe (Arbeitslosenquote 1993: 16,4%), während die Lebensqualität sank.
Außenpolitik
Nach der Auflösung des Warschauer Pakts galt die Annäherung an Europa und an die USA als wichtigstes außenpolitisches Ziel Polens. Deshalb strebte das Land früh eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union und dem transatlatischen Bündnis NATO an.
