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Gesellschaft

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Die „Orangene Revolution“ im Winter 2004 lenkte die Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit nicht nur auf die demokratische Entwicklung der Ukraine. Ins Blickfeld  gerieten plötzlich auch regionale Besonderheiten und Differenzen. Der Gegensatz zwischen einem westlich-orientierten und einem pro-russischen Bevölkerungsteil schien so groß zu sein, dass Diskussionen über eine Teilung des Landes entbrannten.

In der Tat ist die Ukraine ein kulturell sehr heterogenes Land. Der Osten und der Süden bilden eine Region, in der viele Russen leben. Über drei Jahrhunderte gehörte sie dem russischen Zarenreich bzw. der Sowjetunion an und wurde in dieser Zeit stark russifiziert. Der westlichere Teil hingegen war mit Polen und der Habsburger Monarchie verbunden und konnte eigene ukrainische Traditionen besser bewahren.

In der östlichen Ukraine ist die orthodoxe Kirche, die dem Moskauer Patriarchat untersteht, dominant. Im westlichen Teil bildet die griechisch-katholische Kirche die stärkste Kirchengemeinde.

Auch sprachlich lässt sich eine Differenzierung feststellen: Im Westen und im Zentrum wird vorwiegend Ukrainisch, im Osten und Süden hauptsächlich Russisch gesprochen.

Ob diese Unterschiede langfristig zu einer Trennung der Ukraine führen werden, steht allerdings nicht fest. Nichtsdestotrotz wird die Frage nach einem friedlichen und harmonischen Miteinander die zukünftige Politik des Landes auch weiterhin stark beschäftigen.


Quellen:

Munzinger Online
Lüdemann, Ernst : Ost-West in der Ukraine, in: Der Bürger im Staat  Nr. 4/2005), S. 180-185.

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